DRK-Aktion in Renningen Mutter-Tochter-Duo bei der Blutspende
Gerade in der Urlaubszeit wird viel Spenderblut benötigt, bei manchen Blutgruppen ist der Bestand sehr niedrig. Nachschub gibt es jetzt aus Renningen.
Gerade in der Urlaubszeit wird viel Spenderblut benötigt, bei manchen Blutgruppen ist der Bestand sehr niedrig. Nachschub gibt es jetzt aus Renningen.
Sommerzeit. Ferienzeit. Blutspendezeit? Wer am letzten Donnerstag bei der jüngsten Spendenaktion in Renningen war, konnte dies alles nur bejahen. Das Wetter war prächtig und viele Menschen kamen in die Stegwiesenhalle, wo der DRK-Ortsverein wieder einen Termin zum Blutabzapfen organisiert hatte. Während die Renninger Rotkreuzler für die Halle, das üppige Vesper und das Drumherum sorgen, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom baden-württembergischen DRK-Blutspendedienst für die medizinische Seite der Aktion verantwortlich.
„Zufällig zur gleichen Uhrzeit“, so erzählt Christa Scheck aus Malmsheim, haben sie und ihre Tochter Claudia Ebner an diesem Tag einen Termin über das Online-Portal gebucht. Die beiden Frauen sind erfahrene Blutspenderinnen. Für Christa Scheck ist es bereits die 50. Blutspende. Begonnen hat die heute 72-Jährige mit 18 Jahren. Zwar gab es immer wieder auch längere Pausen dazwischen, doch sie ist dabeigeblieben. „Ich bin dankbar, dass ich gesund bin“, sagt sie mit Blick auf andere Menschen, die Spenderblut brauchen, bei Unfällen etwa, bei Operationen oder schweren Krankheiten. „Und wer weiß, man könnte ja auch selbst mal eine Spende benötigen“, meint sie nachdenklich. Sie weist noch auf einen weiteren Aspekt hin: „Das Blut wird nach jeder Spende im Labor untersucht. Wenn es da Auffälligkeiten gibt, wird man informiert. Das ist auch eine gute Kontrolle“, meint sie.
Tochter Claudia kann auch schon auf 33 Aderlässe zurückblicken. Sie hat mit 20 Jahren als Studentin in Tübingen begonnen, erzählt die heute 39-Jährige. Der aktuelle Ferientermin habe organisatorisch gut gepasst, meint die berufstätige Mutter dreier kleiner Kinder. Claudia Ebners Blut ist besonders begehrt, weil sie eine relativ seltene Blutgruppe hat, wie sie sagt. Sie selbst habe in ihrer eigenen Familie schon erlebt, wie wichtig es ist, dass genügend Spenderblut zur Verfügung steht.
Nicht alle Spendenwilligen an diesem Tag haben so viel Erfahrung wie das Mutter-Tochter-Duo aus Malmsheim. „Wir haben heute besonders viele Erstspender und auch auffallend viele junge Leute“, sagt Achim Bentel, der Bereitschaftsleiter des DRK Renningen, der bei den Anmeldeformalitäten hilft. „Im Durchschnitt kommen zu den meist drei jährlichen Spendeterminen 240 Menschen“, erklärt Hartmut Marx, der örtliche DRK-Vorsitzende. Oft müsse man aber zehn bis 15 Prozent wieder wegschicken, meist aus medizinischen Gründen.
Dabei hat eine Blutspende durchaus Vorteile für die Spender, denn jeder und jede durchläuft zunächst einen kleinen Gesundheitscheck: Die medizinischen Mitarbeiter messen Blutdruck und Temperatur, hören die Herztöne ab, checken mit einem Tropfen Blut aus dem Finger den Hämoglobinwert, das den Sauerstoff im Blut transportiert, und besprechen mit den Spendern einen umfangreichen Fragenkatalog, den diese zuvor ausfüllen müssen. Erst dann geht es zum eigentlichen Aderlass, bei dem jeweils 500 Milliliter Blut abgezapft werden. „Es gibt nicht nur diese kostenlose Gesundheitsuntersuchung“, so Hartmut Marx, sondern das Spenden selbst sei auch für den Körper gesund, die Blutbildung werde angeregt. Jeder Erstspender erhält einen Blutspendeausweis, in dem die Blutgruppe steht, ein wichtiges Dokument etwa bei einem Unfall oder medizinischen Notfall.
Neben diesem Benefit für die eigene Gesundheit kämen viele Spender aber auch aus der Verantwortung für die Allgemeinheit heraus, ist der Renninger DRK-Vorsitzende Marx überzeugt. „Eine solche Veranstaltung liegt uns sehr am Herzen. Wir hoffen, dass weiter so viele Menschen kommen“, sagt er.
Christa Scheck und Claudia Ebner sitzen nach der Blutabnahme mit unübersehbaren Verbänden am Arm bei Maultaschen und Saftschorle ganz entspannt im Foyer der Stegwiesenhalle. „Uns geht es blendend“, sagt Claudia Ebner, die vor Kurzem auch in den Renninger Gemeinderat gewählt wurde. Ihre Mutter Christa Scheck ist besonders davon angetan, dass es durch die Online-Termine seit der Corona-Pandemie kaum noch Wartezeiten gibt. „Früher gab es oft lange Schlangen und man konnte den Zeitaufwand nie abschätzen“, erinnert sie sich. Heute sei man meistens in einer Dreiviertelstunde fertig – je nachdem natürlich, wie lange man hinterher vespert und mit anderen Blutspendern plaudert.
Wie viel?
Täglich werden Laut DRK rund 15 000 Blutspenden benötigt, um die Versorgung von Patienten in Deutschland lückenlos sicherstellen zu können. Das liegt auch daran, dass Blutkonserven nur bedingt haltbar sind, eine kontinuierliche Spendenbereitschaft ist also essenziell. Benötigt werden Blutspenden beispielsweise bei Unfällen mit hohem Blutverlust oder für Patienten mit chronischen Krankheiten.
Wer darf?
Blutspenden darf im allgemeinen, wer über 18 Jahre alt ist und mindestens 50 Kilogramm wiegt. Es gibt aber einige Einschränkungen, etwa bei einer Erkältung oder der Einnahme von bestimmten Medikamenten. Lange Zeit nicht spenden durften Männer, die mit Männern Sex haben. Sie sind seit 2023 wieder zugelassen.