Drohanruf in Gaggenau Polizei sucht weiter nach dem Anrufer

Von red/dpa 

Der anonyme Anrufer, der vor knapp einer Woche mit einer Bombe im Rathaus von Gaggenau gedroht hat, ist von der Polizei noch nicht aufgespürt worden. In Gaggenau haben sich die Gemüter beruhigt.

Die Polizei hatte am 3. März das Rathaus in Gaggenau geräumt und durchsucht. Ein Sprengsatz wurde nicht gefunden. (Archivfoto) Foto: dpa
Die Polizei hatte am 3. März das Rathaus in Gaggenau geräumt und durchsucht. Ein Sprengsatz wurde nicht gefunden. (Archivfoto) Foto: dpa

Gaggenau - Knapp eine Woche nach der anonymen Bombendrohung gegen das Rathaus in Gaggenau (Landkreis Rastatt) ist der Anrufer noch nicht ermittelt. Die Suche nach dem Täter dauere an, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag.

Nach dem politischen Wirbel um einen abgesagten Auftritt des türkischen Justizministers Bekir Bozdag und der folgenden Bombendrohung sieht Oberbürgermeister Christof Florus keinen dauerhaften Schaden für das Zusammenleben in der Stadt. Auch bei den türkischen oder türkischstämmigen Bürgern gebe es Verständnis. „Aber vereinzelt gab es auch Unmut“, teilte der parteilose Oberbürgermeister mit. Die Stadt suche das Gespräch mit türkischen Gruppen.

Lob für den Bürgermeister

„Wir gehen aber davon aus, dass die langjährigen Beziehungen, die wir hier in der Stadt pflegen, davon nicht erschüttert wurden beziehungsweise diesen Konflikt nun aushalten können“, sagte Florus. Er verwies auf eine lange Zusammenarbeit mit türkischen Vereinen. 2011 habe es dafür sogar den Deutschen Bürgerpreis der Sparkasse gegeben.

Viele Gaggenauer hätten ihre Unterstützung für die Entscheidung der Stadt und Stolz auf das Auftreten in den Medien ausgedrückt. Florus hatte seinen Urlaub abgebrochen, Bürgermeister Michael Pfeiffer hatte die Entscheidung der Stadt nach außen vertreten. Lob bekam Pfeiffer vom FDP-Fraktionsvorsitzenden Hans-Ulrich Rülke während einer Landtagdebatte zum Umgang mit Wahlkampfauftritten türkischer Politiker in Deutschland. Der Bürgermeister von Gaggenau sei der einzige in diesem Land mit Mumm in den Knochen.

Am 2. März hatte Bozdag bei der Gründungsversammlung eines türkischen Verbandes auftreten wollen, um für das von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan angestrebte Präsidialsystem in der Türkei zu werben. Die Stadt untersagte die Veranstaltung wegen Sicherheitsbedenken. Am nächsten Morgen war eine telefonische Bombendrohung im Gaggenauer Rathaus eingegangen. Das Gebäude wurde geräumt und durchsucht, gefunden wurde aber nichts.

Türkische Reaktionen irritierend

Die Reaktionen aus der Türkei nach der Absage seien sehr irritierend gewesen, sagte Florus. Für die Entscheidung habe es ausschließlich Sicherheitsgründe gegeben. „Wir bedauern es sehr und halten es auch schlicht für unpassend, ja überzogen, dies nun als faschistische Handlungsweise zu verunglimpfen.“ Das seien gefährliche und undemokratische Äußerungen, die dem bisherigen deutsch-türkischen Miteinander schadeten.