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Dub-Album von Jah Schulz Dekonstruierender Tausendsassa

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Auf seinem Album „The Railroad Sessions“ dekonstruiert Michael Fiedler alias Jah Schulz das, was der Dub vom Reggae übrig gelassen hat. Das Ergebnis ist ein Genregrenzen durchdringendes Hörerlebnis – das man sich am Donnerstag sogar erklären lassen kann.

Jah Schulz im Dub-Einsatz Foto: privat
Jah Schulz im Dub-Einsatz Foto: privat

Stuttgart - Michael Fiedler kann man bei vielen Anlässen begegnen: bei den elektronisch-experimentellen Trauerweide Sessions, mit seinem Duo Annagemina bei aufwendig inszenierten Clubabenden und solo alias Tokyo Tower. Stets steht er vor Geräten mit Dutzenden Knöpfen und Drehreglern – Fiedlers Musik ist komplett im Computer erzeugt, mit besonderer Betonung von Bass und blubbernden Sounds aus dem Klanglabor.

Dub macht Fiedler schon seit vielen Jahren, aber erst seit 2015 unter dem Namen Jah Schulz – man muss seine Aktivitäten ja sauber trennen, der Name helfe dabei ungemein, sagt Fiedler. Ganz im Sinne seines sonstigen, experimentell angelegten Schaffens dekonstruiert er alias Jah Schulz, was zu Bob Marleys Zeiten mal Reggae genannt wurde. Nach drei Singles erscheint jetzt die erste LP „The Railroad Sessions“. Fiedler dreht die Bässe immer noch ein wenig tiefer, lässt den Offbeat weg und zeigt mit seinen nackten Klanggerüsten, warum Dub für die Entwicklung der elektronischen Tanzmusik so wichtig war. Mehr noch: er nimmt gewissermaßen den Dub auseinander – der ja seinerseits schon die Offbeatmusik in ihre Einzelteile zerlegte.

So verschwimmen die Grenzen zu Fiedlers sonstigem musikalischen Schaffen:

Die Dekonstruktionen des Tausendsassas kann man sich diesen Donnerstag sogar erklären lassen. Bei der vorgezogenen Releaseparty im Plattenladen Second Hand Records stehen Mike Scheibe, der ungemein umtriebige Betreiber des Railroad-Labels ebenso Frage und Antwort wie Fiedler selbst sowie Carsten Netz, der bei dem Album mitgewirkt hat (Link zum Facebook-Event). Offizielle Plattentaufe ist dann am Freitag, 26. Januar im Mos Eisley am Rotebühlplatz.

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