Dubai, das Emirat der Rekorde Und der Zukunft zugewandt
Immer höher, immer größer, immer innovativer: Das islamische Dubai setzt erfolgreich auf einen liberalen Tourismus – verspricht der Herrscher des Emirats.
Immer höher, immer größer, immer innovativer: Das islamische Dubai setzt erfolgreich auf einen liberalen Tourismus – verspricht der Herrscher des Emirats.
Die gut einstündige Metro-Fahrt vom Zentrum zur Expo City hält an Stationen, die Investment Park und Internet City heißen. Die Rote Linie führt über bis zu sechs Meter hohe Rampen entlang achtspuriger Schnellstraßen. Die Wagen sind vollelektrisiert und gänzlich fahrerlos. Wie die auf der Grünen Linie. Bis 2030 soll das Schienennetz des kleinen arabischen Emirats 420 Kilometer umfassen. Willkommen in Dubai.
„Connecting Minds, Creating the future“, Köpfe verbinden, die Zukunft schaffen: So lautete das Motto der spektakulären Weltausstellung 2020, die wegen Corona erst zwischen Oktober 2021 und April 2022 stattfinden konnte. Demnächst sollen auf dem Expo-Gelände Wohnungen für 800 000 Menschen entstehen, 2026 findet die Technologie-Messe GITEX hier statt.
Wiege der Zukunft – so weiß sich Dubai in Szene zu setzen. Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, der 75-jährige Herrscher Dubais, hat es im 2022 eröffneten Museum of the Future in großen Lettern an die Wand schreiben lassen. „Das Geheimnis der Erneuerung des Lebens, der Evolution der Zivilisation und der Entwicklung der Menschheit ist einfach: Innovation.“
Das mit arabischer Schönschrift geschmückte Museum ruht auf einem grün bewachsenen Hügel. Es besteht aus einem asymmetrischen Ring aus Stahl und Glas, einem Auge nachempfunden, durch das der Besucher symbolisch die Zukunft erblickt. „Die Zukunft gehört denen, die sie sich vorstellen, gestalten und ausführen können“, heißt einer der kalligrafischen Scheich-Sprüche, die das silbern glänzende siebengeschossige Museum zieren.
Kein Wunder, dass der Autobauer Porsche seine neuesten Elektromodelle Macan Turbo und Taycan Turbo GT in Dubai vor der spektakulären Kulisse des Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Parks präsentiert. Dazu haben die Stuttgarter mit Laserlicht-Effekten aus dem 263 Meter hohen Solarparkturm ein DJ-Pult gemacht. Aus gutem Grund. Der Solarpark ist das weltweit größte Solarprojekt an einem Standort. 127 Quadratkilometer groß, doppelt so viel wie Manhattan. Bis 2030 sollen hier fast zwei Millionen Haushalte mit Strom versorgt und gleichzeitig die Kohlenstoffemissionen um mehr als acht Millionen Tonnen jährlich reduziert werden.
Manfred Bräunl, Geschäftsführer bei Porsche für den Nahen Osten und Afrika, sagt es so: „Dubai ist eine Stadt, die immer wieder aufs Neue überrascht.“ Und offenbar nach wie vor ein Paradies für deutsche Luxuswagen ist, die von ihren Fahrern in allen Ausstattungsvarianten und Farben vor den großen Hotels vorgeführt werden.
Immer höher, immer größer: Am Al Maktoum International Airport (DWC) sind die Arbeiten für das neue, voraussichtlich 32 Milliarden Euro teure Terminal weit fortgeschritten. Neben dem 65 Kilometer entfernten DXB-Airport mit rund 86 Millionen Passagieren soll der Flughafen der größte der Welt sein und jährlich rund 260 Millionen Passagiere befördern.
Das Emirat bleibt also ein touristischer Wachstumsmotor. Besonders der deutsche Markt entwickle sich positiv, sagt Saud Hareb vom Ministerium für Wirtschaft und Tourismus. Im vergangenen Jahr reisten 640 000 Deutsche nach Dubai, elf Prozent mehr als 2023. Was auch daran liegt, dass es während der Sommermonate mit Temperaturen um die 50 Grad, bei denen man sich im Sand der schönen Strände die Fußsohlen verbrennt, sehr günstige Optionen für preissensible Urlauber gibt. Und zunehmend Non-Stop-Verbindungen mit Eurowings von Stuttgart, Köln, Berlin und Hannover. Künftig 24-mal pro Woche.
Mit derzeit 832 Hotels ist das Übernachtungsangebot so groß wie in kaum einer anderen Metropole dieser Welt. Vor allem 3- und 4-Sterne-Hotels spielen eine immer wichtigere Rolle. „Sie sind ein wichtiges Segment geworden“, so Hareb. Doch auch die Luxushotellerie legt zu: Mit der Eröffnung des Hotels Jumeirah Marsa Al Arab und eines neuen Six Senses Hotels auf der Insel Palm Jumeirah in diesem Jahr wächst das High-End-Angebot weiter. Den vielleicht entspanntesten Champagner-Blick auf die palmenförmig angelegte Insel und die Skyline der Stadt hat man im Rundum-Schwimmbecken vom 50. Stock des Aura Sky Pools aus. Wer lieber feurige Wüstenabende mit Kamelritten, gutem Essen und flotter Show mag geht ins Sonara-Camp.
„Hier macht man das meiste Geld ohnehin mit Immobilien“, sagt die Architektur-Führerin Natalie van der Vrede beim Rundgang durch den Finanzdistrikt, den der 328 Meter hohe Index-Tower von Stararchitekt Norman Foster seit 2010 beherrscht. Die Französin lebt seit 15 Jahren in Dubai. Sie weiß: „Mancher Tower wurde in drei Tagen mit der Kreditkarte bezahlt.“
Überhaupt diese Wolkenkratzer. Dubai hat im Moment 71 Glas- und Stahlgiganten, die über 250 Meter hoch sind, zehn weitere werden gerade geplant. Der Wettlauf mit der chinesischen Stadt Shenzhen läuft. Was nicht nur am vielen Geld, sondern vor allem an der Architekten-Seligkeit liegt, ohne größere Bauvorschriften fast nach Lust und Liebe planen zu können.
Noch ist der 828 Meter hohe Burj Khalifa mit 163 Stockwerken das mit Abstand höchste Gebäude der Welt. Doch wenige Kilometer weiter wartet mit dem Dubai Creek Tower schon die Wachablösung. Dass rund um dem Burj Khalifa nicht nur die riesige Dubai Mall mit über 1200 Geschäften und einer Eisbahn den Konsumrausch der Besucher keineswegs preiswert bedient, hat sich rund um den Globus herumgesprochen. Wie der Blick auf die Grünflächen mitten in der Wüste. „Das Abwasser wird filtriert“, sagt van der Vrede, „60 Prozent davon bewässern Parks, Bäume und Rasen.“ Trinkwasser wird größtenteils importiert.
Doch beim Kampf um internationale Reisegäste ist Dubai am Golf längst nicht mehr allein. Oman und Katar mögen keine ernsthaften Konkurrenten sein. Doch seit einigen Jahren hat auch das schwerreiche Saudi-Arabien ehrgeizige Tourismuspläne. Für Saud Hareb ist das keine Bedrohung: „Für uns ist die touristische Entwicklung von Saudi-Arabien eher ein Auftrieb für die gesamte Region. Dubai bleibt durch sein breites Angebot attraktiv.“ Es herrsche absolute Religionsfreiheit und eine liberale Toleranz. Saudi-Arabien sei da deutlich konservativer. Nicht nur wegen des Alkoholverbots.
Und so trifft der Pfälzer Timo Glöckner, Küchenchef des stylischen 25hours Hotels, im „Ernst“-Biergarten zwischen Paulaner-Bräu, Schweinshaxe, Wurstsalat und Apfelstrudel die Stimmung in dem kleinen Emirat ziemlich gut, wenn er sagt: „Dubai ist Las Vegas, das an Gott glaubt.“
Anreise
Mit Eurowings ab Stuttgart nonstop nach Dubai, www.eurowings.com .
Unterkunft
25hours Hotel, stylisches 5 Sterne-Haus mit bayrischem Biergarten, direkt gegenüber dem Museum of the Future, je nach Jahreszeit Doppelzimmer ab 170 Euro, https://25hours-hotels.com/de/ Delano at Bluewaters, 5 Sterne, feines Strand-Hotel, Doppelzimmer je nach Jahreszeit ab 360 Euro, www.delanohotels.com . JW Marriott Marquis, 5 Sterne, nahe Zentrum, Doppelzimmer je nach Jahreszeit ab 137 Euro, www.mariott.com .Ibis One Central, 4 Sterne, Doppelzimmer je nach Jahreszeit ab 50 Euro, https://ibis.accor.com .
Aktivitäten
Sunset-Dinner in der Wüste, ab 180 Euro pro Person, Taxi An- und Abfahrt vom Zentrum rund 150 Euro, www.nara.ae . Aura Sky Pool, wunderschöner 360-Grad Pool-Blick im 50. Stockwerk des St. Regis Hotels, vier Stunden Aufenthalt ab 26 Euro pro Person, www.auraskypool.com . Museum of the Future, Eintritt 40 Euro für einen Aufenthalt von 1,5 Stunden, www.museumofthefuture.ae . Dubai Mall mit dem Hochhaus Burj Khalifa, der Eintritt zur 124. und 125. Etage kostet 40 Euro pro Person, für die 148. Etage zahlt man 100 Euro, Infos unter https://thedubaimall.com/en .
Allgemeine Informationen
Dubai Tourismus, www.visitdubai.com