Dürnau und Nassachtal im Dorfwettbewerb Mit Dorfidylle punkten

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Dorfidylle pur bieten viele Gemeinden. Wer aber eine der begehrten Medaillen im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ergattern will, braucht pfiffige Ideen und fleissige Mitstreiter.

Weite Teile der Dürnauer Ortsmitte, hier der Schlosshof, sind bereits saniert. Damit soll ein Beitrag zur   Attraktivität des Landlebens geleistet werden. Foto: Horst Rudel
Weite Teile der Dürnauer Ortsmitte, hier der Schlosshof, sind bereits saniert. Damit soll ein Beitrag zur Attraktivität des Landlebens geleistet werden. Foto: Horst Rudel

Kreis Göppingen - Immer mehr Dörfer im Kreis Göppingen besinnen sich auf ihre Stärken und schmieden Konzepte, weil sie auch in Zukunft attraktive Wohnortgemeinden bleiben wollen. So hat die Filstalkommune Ebersbach in ihren ländlichen Ortsteilen Dorfentwicklungsprozesse eingeleitet, und mehrere auf der Alb gelegene dörfliche Geislinger Stadtteile wollen mit Zuschüssen aus dem Programm „Entwicklung Ländlicher Raum“ (ELR) ihre Infrastruktur erneuern. Um überhaupt an Fördergeld zu kommen, scheint es ratsam, bei Zeiten den eigenen Flecken ins rechte Licht zu rücken. So wie derzeit Nassachtal und Dürnau, die auf Medaillen im bundesweiten Wettbewerb 2017 „Unser Dorf hat Zukunft“, zunächst auf der Bezirksebene, hoffen; Preisgeld gibt es keins. Die beiden Kommunen sind die einzigen Teilnehmer in der Region Stuttgart. Bewertet werden Entwicklungskonzepte, soziale und kulturelle Aktivitäten, die Siedlungsentwicklung sowie die Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft.

Im Nassachtal steht ein Mitfahrbänkle

Bereits im Juni schwärmte Eberhard Hottenroth, der Ortsvorsteher von Nassachtal und Diegelsberg, vom Zusammenleben in den Uhinger Teilorten. Damals stellte er das knallrote neue Mitfahrbänkle vor. „Wir sind stolz wie Bolle, denn wir kriegen was gemeinsam hin“, sagte Hottenroth damals bei der Einweihung der ersten von acht geplanten Bänken, mit deren Hilfe die Bewohner des Nassachtals eine Mitfahrgelegenheit in die Uhinger Innenstadt ergattern können.

An diesem Freitag möchte der rührige Ortsvorsteher die Kommission, die im Auftrag des Regierungspräsidiums drei Tage lang die sechs am Wettbewerb beteiligten Kommunen im Regierungsbezirk mit typischen Nassachtaler Errungenschaften beeindrucken. Dazu zählt auch einer der letzten Köhlereibetriebe weit und breit. Punkten könnte das Tal der Frohen, in dessen Teilorten Nassachmühle, Diegelsberg, Nassach und Baiereck 1750 Menschen leben, auch mit einer intakten als Verein organisierten Dorfgemeinschaft, die zusammen mit den Sportvereinen, der Feuerwehr und den Kirchen das Dorfleben organisiert, das Schlachthaus in Schuss hält und regelmäßig im Backhaus einheizt.

Für den Kern von rund 50 Aktiven steht längst fest, dass sie auf dem Land aufeinander angewiesen sind, und so ist es gut möglich, dass es den Dorfbewohnern auch noch gelingt, ihre Pläne für ein gemeinschaftliches Dorfauto und für Essen auf Rädern zu verwirklichen.

Dürnau möchte mit der Aussicht auf die Kaiserberge überzeugen

Auch die wettbewerbserprobte Voralbgemeinde Dürnau geht in diesem Jahr wieder ins Rennen. Schon 2001 ergatterte der 2100-Seelen-Ort dank der sanierten Ortsmitte eine Silbermedaille bei „Unser Dorf hat Zukunft“, damals noch unter Altbürgermeister Friedrich Buchmaier. Sein Nachfolger Markus Wagner erhofft sich nun bessere Chancen auf Geld aus dem Zuschussprogramm Ländlicher Raum (ELR). Mit einer Finanzspritze möchte er bereits ansässige Gewerbetreibende fördern, wenn sie dem Ort treu bleiben und mangels neuer Gewerbeflächen auch in eine Baulücke umsiedeln.

Gerne würde der Bürgermeister auch das Viehhaus auf dem Kornberg sanieren lassen. Ein neuer Platz bei der von Landwirten genutzten Scheune habe das Zeug zum Treffpunkt für Wanderer, Radler und Bewohner, denn von hier aus biete sich ein Panoramablick auf die drei Kaiserberge – Dorfidylle pur sozusagen.

Konkurrenz der kleinen Gemeinden

Bereits seit 1961 wird der Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgeschrieben. Teilnahmeberechtigt sind Dorfgemeinschaften und Gemeindeteile mit überwiegend dörflichem Charakter mit bis zu 3000 Einwohnern. Der dreistufige Wettbewerb beginnt auf der Bezirksebene, gefolgt von Landes- und Bundesentscheid. Auf Bezirksebene bereist eine Kommission derzeit die teilnehmenden Kommunen. In dieser Fachjury sitzen Vertreter des Gemeindetages, des Landfrauenverbandes, der Denkmalpflege, des Gartenbaus und der Landwirtschaftsverwaltung.

Im Regierungsbezirk Stuttgart gibt es in diesem Jahr, bei der 26. Auflage des Wettbewerbs, sechs Teilnehmer. Lediglich zwei Kommunen gehören zur Region Stuttgart, das sind aus dem Kreis Göppingen Dürnau und Nassachtal/Diegelsberg. Im Ostalbkreis hat sich Waldstetten-Weilerstoffel beworben, und im Main-Tauber-Kreis ist es Lauda-Königshofen-Oberbalbach. Außerdem treten aus dem Hohenlohekreis Krautheim-Oberginsbach und Dörzbach-Laibach an.




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