Stuttgart - In der Kfz-Versicherung tobt ein beinharter Wettbewerb. Für die Versicherer ist es lukrativ, sich für dieses Segment ins Zeug zu legen. Denn der Markt ist sehr groß. Jeder Autofahrer braucht eine Haftpflicht-Police, bei teureren oder neuen Wagen kommt eine Kaskoversicherung oft noch hinzu. Nicht zuletzt gilt die Kfz-Versicherung als Türöffner für weitere Abschlüsse, die Versicherer mit ihren Kunden erzielen wollen. Das alles sind gute Gründe, weshalb sich Versicherer nun frühzeitig bei dem neuen Antrieb in Position bringen. Die Elektroautos werden den Preiskampf zusätzlich anfachen. Es lohnt sich, genau hinzuschauen.
Dabei ist das Angebot für Autofahrer schon jetzt unübersichtlich. Nicht nur, dass sich die Beiträge nach Typ- und Regionalklasse, nach jährlicher Fahrleistung und Geschlecht unterscheiden. Eine Fülle von weiteren Merkmalen ist heute für den Beitrag ausschlaggebend: Punkte in Flensburg, Alter, Kinder im Haus, Barkauf, Wohneigentum – um nur einige zu nennen. Und das Ende der Differenzierungsmöglichkeiten ist noch lange nicht in Sicht. Dafür sorgen auch die sogenannten Telematik-Tarife, die mithilfe technischer Mittel das Fahrverhalten erfassen. Je mehr Daten über Fahrgewohnheiten wie Bremsverhalten, Uhrzeiten oder bevorzugte Strecken die Versicherer erhalten, desto individueller lassen sich Tarife gestalten.
Billig ist nicht gleich günstig
Wer die Wahl hat, hat die Qual. Für Kunden heißt das: Es wird nicht einfacher, den passenden günstigen Tarif zu finden. Zwar gibt es Vergleichsportale, aber die decken längst nicht alle Angebote ab. Das Beispiel Elektroauto zeigt zudem, dass der Preis nicht das Einzige ist, was Kunden bei ihrer Versicherung vergleichen sollten. Bekommen sie für den Preis auch dieselbe Leistung, und ist der Versicherungsschutz ausreichend? Das sind auch bei einer neuen Technik wie dem Elektroantrieb entscheidende Fragen. Billig ist nicht gleich günstig. Das gilt für den Versicherungsschutz umso mehr.