Stuttgart-Degerloch E-Bike-Fahrerin bei Unfall schwer verletzt

Von Wolf-Dieter Obst 

Eine 31-Jährige will mit ihrem Elektrofahrrad eine viel befahrene Straße überqueren – und prallt gegen ein herannahendes Auto. Die Stelle in Degerloch ist polizeibekannt.

Nach dem Unfall in Degerloch hat das Elektrorad nur noch Schrottwert. Foto: 7aktuell.de/Alexander Hald 6 Bilder
Nach dem Unfall in Degerloch hat das Elektrorad nur noch Schrottwert. Foto: 7aktuell.de/Alexander Hald

Stuttgart - Eine 31-jährige Radfahrerin hat bei einem Unfall in Degerloch schwere Verletzungen erlitten. Die Fahrerin eines Elektrofahrrads wollte am Dienstag gegen 18.45 Uhr die Jahnstraße überqueren – und übersah dabei offenbar den VW Lupo eines 73-Jährigen. Der Unfall ereignete sich an der Einmündung mit dem Königsträßle – eine Stelle, an der im Mai 2015 eine Motorrollerfahrerin tödlich verunglückte.

Nach ersten Angaben der Polizei war die 31-jährige Pedelecfahrerin im Königsträßle in Richtung Weinsteige nordwärts unterwegs und wollte dort die Jahnstraße ins Waldgebiet überqueren. „Dabei beachtete sie offenbar nicht die Vorfahrt des Pkw-Fahrers, der sich aus ihrer Sicht von rechts vom Fernsehturm her näherte“, sagt Polizeisprecher Martin Schautz. Bei Dunkelheit und regnerischer Witterung war die Sicht für alle Verkehrsteilnehmer beeinträchtigt – es kam zum Zusammenstoß. Die 31-Jährige prallte gegen die Windschutzscheibe des Kleinwagens und erlitt schwere Verletzungen. Der Schaden wird auf 2000 Euro geschätzt.

Unfälle mit E-Bikes häufen sich

Die Kreuzung ist nicht unproblematisch. Die Radlerin hätte die Vorfahrt beachten müssen – allerdings gibt es auch Querungshilfen. Auf einer Seite der Kreuzung gibt es eine ampelgeregelte Fußgängerfurt, für die es auch am Wegesrand des Königsträßles einen Anforderungsknopf gibt. Die Ermittlungen zum Unfallhergang sind noch nicht abgeschlossen. Am 5. Mai 2015 hatte ein unaufmerksam abbiegender Autofahrer eine 58-jährige Motorrollerfahrerin übersehen.

Um die 40 Unfälle mit Elektrofahrrädern hat es in den letzten beiden Jahren in Stuttgart gegeben. Trotz steigender Stückzahlen bei E-Bikes und Pedelecs im Straßenverkehr halten sich die schweren Unfälle aber noch in Grenzen. Ein 36-jähriger Elektroradler erlitt Ende August in der Heilbronner Straße in Feuerbach Verletzungen, als er von einem unbekannten Autofahrer übersehen wurde. Im Mai erwischte es eine 27-jährige Pedelecfahrerin, als sie in der Schmidener Straße in Bad Cannstatt im Kreisverkehr von einem 62-jährigen Autofahrer übersehen wurde.

Den letzten tödlichen Unfall in der Region gab es im Juli und August in Weil im Schönbuch (Kreis Böblingen) sowie Burgstetten (Rems-Murr-Kreis). In beiden Fällen hatten die Fahrer im Alter von 76 und 80 Jahren eine Hauptstraße zu überqueren versucht – und waren mit Autos kollidiert.

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