E-Scooter in Mannheim und Heidelberg Mehr als 230 Verstöße mit E-Rollern

Von lsw/StN 

Die Polizei hat in Mannheim und Heidelberg eine Woche lang gezielt Fahrer von E-Scootern kontrolliert. Was bei den Kontrollen herausgekommen ist und warum die Stuttgarter Polizei erst einmal abwartet.

Verkehrskontrolle in  Stuttgart: Ein E-Scooter Fahrer wird von der Polizei verwarnt, weil er über einen Fußgängerweg gefahren ist. Foto: dpa
Verkehrskontrolle in Stuttgart: Ein E-Scooter Fahrer wird von der Polizei verwarnt, weil er über einen Fußgängerweg gefahren ist. Foto: dpa

Mannheim - Vom Fahren auf Gehwegen bis Trunkenheit ist alles dabei: Polizei und Ordnungsbehörden in Mannheim und Heidelberg haben bei einer Schwerpunktkontrolle von E-Tretroller-Fahrern eine Vielzahl von Verstößen festgestellt. Insgesamt schritten Polizisten 233 Mal ein. Der häufigste Fehler mit 113 Fällen sei das Fahren in Fußgängerzonen gewesen, sagte Polizeisprecher Markus Winter. Es folgten das unerlaubte Benutzen von Gehwegen, Fahren zu zweit auf einem Roller oder entgegen der Fahrtrichtung. Vier Fahrer waren betrunken. Mit 187 Fällen stellten die Beamten den Großteil der Verstöße in Mannheim fest.

Die Polizei hatte die öffentlich angekündigten Kontrollen eine Woche lang bis Mittwoch vorgenommen. Auch die Ordnungsdienste beider Städte beteiligten sich. Seit kurzer Zeit stehen in Mannheim und Heidelberg Elektrotretroller von Verleihern zur Verfügung. Beschwerden über Fehlverhalten hätten sich seitdem gehäuft. Auch Unfälle mit Verletzten habe es schon gegeben.

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Alkoholgrenzen gelten auch für E-Scooter

Referatsleiter Timon Kuntz aus dem Stuttgarter Innenministerium sagte zur Begründung der Schwerpunktwoche, die Wirkzusammenhänge zwischen Kontrolldruck, Sanktionshöhe und Verhaltensänderung seien wissenschaftlich belegt. Wiederholte Kontrollen seien besonders sinnvoll. „Dann hält der Effekt an.“

Bei den Kontrollen in beiden Städten sei es auch wichtig, ein gutes Lagebild zu bekommen, sagte Kuntz. Die Elektroroller seien frisch auf dem Markt. „Wir haben keine landesweite Lage, sondern wir haben jetzt ein Problem, das sich gerade herauskristallisiert.“ Die Schwerpunktaktion habe auch das Ziel, die Regeln bekannt zu machen. „Viele Menschen wissen nicht, dass E-Roller wie Kraftfahrzeuge sind und deswegen auch die Alkoholgrenzen gelten.“

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In Stuttgart bislang erst ein Unfall

Aufklärung und Sanktion seien gleichermaßen wichtig. „Es ist wichtig, dass wir konsequent zweigleisig fahren.“ Der Verkehrspsychologe Peter Strohbeck-Kühner vom Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin der Uni Heidelberg ergänzte: „Viele haben nicht das Bewusstsein dafür, dass Strafen und Punkte drohen.“

Die Stuttgarter Polizei hat bislang außer dem Mitte Juni bekannt gewordenen Unfall mit einem E-Scooter keine weiteren Unfälle registriert. Zur Frage von Schwerpunktkontrollen wie in Mannheim sagte eine Polizeisprecherin: „Das warten wir erst einmal ab.“ Bisher sei nur ein Verleih mit 100 Fahrzeugen in Stuttgart aktiv – weitere sollen aber folgen.