E-Zigaretten Ein Lob dem Vorsorgeprinzip

In den USA hat es Hunderte mysteriöse Lungenerkrankungen nach dem Genuss von E-Zigaretten gegeben – in Europa bislang nicht. Foto: dpa

Dass es, entgegen den Fällen in den USA, in Europa keine Lungenerkrankungen gibt, die mit dem Dampfen von Nikotin in Verbindung gebracht werden, ist wohl dem Vorsorgeprinzip der EU zu verdanken, meint Markus Grabitz.

Brüssel - Noch ist unklar, was letztlich der Auslöser für die Serie von mehr als 400 Krankheits- und einer Reihe von Todesfällen im Zusammenhang mit dem Gebrauch von E-Zigaretten in den USA ist. So mysteriös die Fälle auch sind, sie bieten bei einer gründlichen Aufarbeitung die Chance, mögliche Gesundheitsgefahren dieser alternativen Form des Nikotinkonsums aufzudecken. Zu Panik gibt es aber keinen Anlass. Schon gar nicht außerhalb der USA, wo bisher kein einziger Fall aufgetreten ist. Insgesamt muss man zudem sagen, dass die Fallzahl sehr überschaubar ist und sich damit das statistische Risiko für Dampfer selbst in den USA in Grenzen hält.

 

Strengere Bestimmungen

Es spricht sogar viel dafür, dass es kein Zufall ist, dass die mit dem Dampfen in Verbindung gebrachte neue Krankheit eben nicht in Europa auftritt. Hierzulande gelten viel strengere Bestimmungen für die Substanzen, die die Konsumenten in den Geräten erhitzen und dann inhalieren. So müssen neue Substanzen in der EU sechs Monate lang angemeldet sein, bevor sie auf den Markt kommen dürfen. So gibt es bei uns auch deutlich strengere Obergrenzen für den Nikotingehalt. Bei allem, was die Experten derzeit wissen, ist wahrscheinlich, dass in den USA eine vermeintlich gar nicht so schädliche Substanz möglicherweise erst in der Kombination mit anderen Faktoren, etwa ein sehr hoher Nikotingehalt, die lebensbedrohlichen Symptome auslösen kann. Und es spricht für die von der Industrie viel geschmähte EU-Tabakproduktrichtlinie, dass sie den Zusatz jenes Vitamins zu E-Zigaretten-Liquids und Tabakwaren schon vor Jahren verboten hat, das jetzt in den USA unter Verdacht geraten ist.

Geringere Grenzwerte

Wenn sich diese Spur erhärtet, dann kann man dies als Bestätigung des EU-Vorsorgeprinzips sehen. In Europa werden die Risiken neuer Produkte sehr sorgfältig abgewogen, bevor eine Zulassung erfolgt. Meist sind auch die Grenzwerte für Schadstoffe viel niedriger als auf anderen Märkten, etwa in den USA. Diese vorsichtige Herangehensweise scheint sich einmal mehr auszuzahlen.

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