Ebersbach und Uhingen sind begehrt Die Häuslebauer stehen Schlange

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Bauland ist ein knappes Gut. Deshalb stehen im Unteren Filstal Häuslebauer bei den Kommunen Schlange.

Im Gegensatz zu Ebersbach verfügt die Nachbarstadt Uhingen noch über stadtnahe Baulandreserven im Weilenberger Hof. Foto: Horst Rudel
Im Gegensatz zu Ebersbach verfügt die Nachbarstadt Uhingen noch über stadtnahe Baulandreserven im Weilenberger Hof. Foto: Horst Rudel

Ebersbach/Uhingen - Die Ebersbacher Zukunft liegt zumindest beim Thema Bauland derzeit in den Ortsteilen. Allein in Roßwälden werden demnächst zwei Baugebiete realisiert, darunter eines der ganz wenigen Premiumwohngebiete in bevorzugter Lage. In Weiler warten Vorschläge zur Bebauung der Frühlingshalde auf ihre Umsetzung, und wo künftig in Bünzwangen gebaut werden könnte, sollen Bürger und Verwaltung im kommenden Jahr diskutieren. In der Nachbarstadt Uhingen verläuft die Entwicklung gerade umgekehrt. Hier ist die Kernstadt der Motor für die Entwicklung: Das rund neun Hektar große Baugebiet Weilenberger Hof hat noch Platzreserven für weitere Bauabschnitte und könnte sich in seiner Größe nahezu verdoppeln.

Der Weilenberger Hof soll sich verdoppeln

Eines haben beide Kommunen gemeinsam: „Die Nachfrage übersteigt das Angebot hier bei Weitem“, sagt der Ebersbacher Stadtplaner Jan Werneke. Der Baulandhunger potenzieller Häuslebauer sei ein Zeichen der guten Konjunktur. „Es lässt sich fast alles verkaufen“, sagt auch der Uhinger Schultes Matthias Wittlinger über die hohe Nachfrage nach Baugrundstücken. Mit dem Weilenberger Hof verfügt die Stadt über das größte Neubaugebiet seit den 2000er Jahren im unteren Filstal. In den kommenden Jahren soll die Fläche des von der Region abgesegneten Wohnungsschwerpunkts nahezu verdoppelt werden, sagt der Schultes.

Innen- geht vor Außenentwicklung

In Ebersbach entwickelt die Kommune – nach den großen Erweiterungswellen der 70er- und 80er Jahre – Bauland schon seit geraumer Zeit nur noch nach und nach. Substanzerhalt mit Blick auf eine einigermaßen stabile Einwohnerzahl: So lautete bislang die Maxime. Und weil der Flächennutzungsplan nicht viel mehr hergibt, geht Innen- vor Außenentwicklung, wozu die Verwaltung eigens eine Baulückenbörse ins Netz gestellt hat.

Neuerdings diskutiert man aber auch im unteren Filstal wieder den wachsenden Bedarf an Geschosswohnungsbau. Die Diskussion sei von der Frage nach der Anschlussunterbringung für Flüchtlinge ausgelöst worden sei, sagt der Ebersbacher Stadtplaner. Wo was gebaut werden könnte, will Werneke noch nicht sagen, denn an der Strategie werde in der Verwaltung noch gefeilt. Auch Uhingen gibt sich bedeckt. Man sei aber in Kontakt mit möglichen Bauträgern und wolle 2017 die ersten Gebäude errichten, erklärt Wittlinger, der für seine Stadt einen Bedarf von 40 günstigen Wohnungen erkannt haben will.

Wohnbauflächen am Östlichen Viehmarkt

In Ebersbach könnte womöglich der Östliche Viehmarkt zumindest im Bereich der Hauptstraße für den Wohnungsbau in Frage kommen, denn in der Innenstadtlage, die derzeit vor allem als Parkplatz genutzt wird, möchte die Kommune Gewerbe und Wohnen vereinen. Höherwertige Segmente kann sich Werneke dort vorstellen, wo die spätere zwei- bis dreizeilige Bebauung der Fils am nächsten stehen wird. Dieser Plan dürfte aber wohl erst in zwei bis drei Jahre spruchreif sein.

Premiumwohnen auf dem Dorf

In der Zwischenzeit könnte es Bauwillige nach Roßwälden ziehen. Das Baugebiet Am Dammbach hat 29 Plätze, und das zweite Baugebiet Unterer Morgen weist weitere zehn Bauplätze aus. Am Dammbach verspricht eine 1-A-Wohnlage in Südwestrichtung zu werden. Mit 58 Wohneinheiten in Einfamilien- und Doppelhäusern auf 29 Plätzen ist es das einzige größere Baugebiet, das Ebersbach Bauwilligen derzeit anbieten kann. Es empfehle sich „für den gehobenen Bedarf“, sagt Werneke über den Premiumstandort in ruhiger Ortsrandlage, der sich ökologisch betrachtet auch als Heimstatt von Feldsperling und Hausrotschwanz auszeichnet.

In Sachen Ökologie schreibt die Kommune hier übrigens begrünte Dächer für Flachdachgaragen vor, soweit sie nicht als Terrassen genutzt werden. Die Gründächer stehen in dem Ruf, dem Klimaschutz zu dienen. Sie nehmen Wasser auf und senken an heißen Sommertagen sogar die Temperatur. Ein Bemühen, das ansiedlungswillige Unternehmer in dem neuen Gewerbegebiet beim Nettomarkt übrigens vereitelten. Die Pflicht zur Dachbegrünung der Hallen nahm die Kommune zurück. Lediglich ein Betrieb ging schließlich freiwillig mit gutem Beispiel voran.

Roßwälden bekommt ein eigenes Pflegeheim

Gleich gegenüber entsteht derzeit das Baugebiet Unterer Morgen zwischen Dorfstraße und Friedhofweg. Hier wird es nicht so leise zugehen wie am Dammbach: Die Landstraße verläuft in Hörweite. Man habe den Bereich trotzdem entwickelt, weil die Gesellschaft „Dienste für Menschen“ hier ein Wohn- und Pflegestift ansiedeln möchte, sagt Werneke.

Schrumpfen und Wachsen

Baugebiet Am Dammbach:
Nach der Umlegung, die im Sommer starten soll, könnte mit der Vermarktung der 2,2 Hektar großen Fläche in Ebersbach-Roßwälden begonnen werden. Dort entsteht Wohnraum für rund 125 Bewohner.

Unterer Morgen:
Im selben Ortsteil ist angesichts der Nähe zur Landesstraße 1152 das ursprünglich größer vorgesehene Baugebiet nun auf die Hälfte geschrumpft. Man wolle damit Beeinträchtigungen durch Straßenlärm verringern, sagt der Ebersbacher Stadtplaner. Nur wenige Kilometer entfernt zog sich die Vermarktung eines Baugebiets in Weiler an dieser Straße vor einigen Jahren sehr in die Länge.

Weilenberger Hof
: In dem rund neun Hektar großen Baugebiet in Uhingen leben rund 350 Menschen. Das Gebiet mit dem Charakter eines kleinen Stadtteils soll nach Osten mit sechs Hektar in mehreren Bauabschnitten für bis zu 400 Menschen vergrößert werden. Die Planungen dazu haben begonnen. Die genaue Abgrenzung des Gebietes und die Grundstückszuschnitte liegen noch nicht vor.