Echterdingen Hoffnung für die Jugendfarm

Von Fatma Tetik 

Vielleicht kann das Aus für die Jugendfarm Echterdingen doch noch abgewendet werden. Nach einem Aufruf und der Berichterstattung in der Zeitung wollen sich viele Menschen ehrenamtlich engagieren.

Im Hüttendorf  können sich die kleinen Besucher mit Hammer und Nagel versuchen. Foto: Fatma Tetik
Im Hüttendorf können sich die kleinen Besucher mit Hammer und Nagel versuchen. Foto: Fatma Tetik

Echterdingen - Seit fast 35 Jahren bietet die Jugendfarm Echterdingen Kindern einen pädagogisch betreuten Spiel- und Lernort mitten in der Natur. Wie berichtet, droht der Einrichtung jedoch das Aus. Grund dafür sind die im Frühjahr 2018 anstehenden Neuwahlen für den Vorstand des Vereins. Der aktuell amtierende Vorstand steht für eine weitere Amtsperiode nicht mehr zur Verfügung.

Trotz frühzeitiger, intensiver Suche hatte die Farm Schwierigkeiten, Kandidaten für die Nachfolge zu finden. Die Vorsitzende des Jugendfarm-Vereins, Judith Wolf, sagt: „Diese Ankündigung hat große Betroffenheit ausgelöst.“ Dem Vorstand seien aber keinerlei Vorwürfe gemacht worden, schildert sie. „Es gibt auch keinen Grund dafür.“

In den nächsten Wochen werden sieben neue Helfer eingelernt

Nun scheint offenbar Bewegung in die Sache zu kommen. Nach der Berichterstattung in dieser Zeitung, einer Flyer-Aktion und dem Facebook-Aufruf der Jugendfarm haben sich laut Judith Wolf rund 20 Menschen gemeldet, die sich prinzipiell eine Mitarbeit im Vorstand vorstellen können. Für diese Interessenten gab es Anfang November einen Informationsabend, bei dem die Vorstandsarbeit umfassend vorgestellt worden ist.

Für diejenigen, die sich konkret für das Amt interessieren, habe man vergangene Woche schließlich einen lockeren Kennenlernabend organisiert, berichtet Wolf. „Die Interessenten haben darum gebeten, damit sie sich untereinander kennenlernen“, so die Vereinsvorsitzende. Dabei handelt es sich laut Judith Wolf nicht nur um Eltern, deren Kinder die Farm regelmäßig besuchen, sondern auch um Fremde, die dem Ehrenamt positiv gegenüberstehen und nicht wollen, dass die Farm geschlossen wird.

Wolf gibt sich zuversichtlich: „Wir hoffen, dass sich einige der Teilnehmer für eine Kandidatur bei der nächsten Mitgliederversammlung entscheiden werden.“ In der Summe haben sich sieben Personen bereit erklärt, im Vorstand mitarbeiten zu wollen. In den nächsten Wochen und Monaten werde man diese Personen in die Vorstandsarbeit einführen, „sodass hoffentlich eine reibungslose Übergabe bei der nächsten Mitgliederversammlung erfolgen kann“, sagt Wolf. Die Wahl wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 nach Ostern stattfinden.

Die Farm wurde vor dreieinhalb Jahrzehnten von Eltern gegründet

Mit der Stadtverwaltung sei man nach wie vor im Austausch und erfahre dort auch gute Unterstützung, betont Judith Wolf. Wie berichtet, unterstützt Oberbürgermeister Roland Klenk die Suche des Vereins. Um einem fortwährenden Schwund von Ehrenamtlichen vorzubeugen, möchte das Stadtoberhaupt sich zudem an einem runden Tisch die Sorgen und Nöte der Ehrenamtlichen in der Stadt anhören. Dies hatte Klenk in der jüngsten Gemeinderatssitzung angekündigt.

Die Farm ist vor fast dreieinhalb Jahrzehnten von Eltern gegründet worden. Im offenen Bereich gibt es zum Beispiel ein Hüttendorf. Die Kinder können Pferde, Schafe, Ziegen, Katzen, Enten und Hasen versorgen. Im Trockenen können die kleine Besucher basteln, draußen lässt sich prima Bogenschießen üben. Die Jugendfarm bietet darüber hinaus vielfältige Kooperationen mit Schulen in Leinfelden-Echterdingen an sowie die Schulkind- und Ferienbetreuung. Wie es sich anfüllt, wenn es keine Farm mehr geben sollte, konnten Eltern kürzlich erfahren. Ende Oktober blieb der offene Bereich in der letzten Oktoberwoche nämlich geschlossen.