Echterdinger Teams in der Fußball-Verbandsliga Calcio wollte einen weiteren Kickers-Spieler

Der Calcio-Trainer Francesco Di Frisco setzt im Tor derzeit auf seine Nummer drei der Hinrunde. Foto: Günter Bergmann

Max Piegsa hütet aktuell das Tor des Tabellendritten, dabei stand er im Winter schon kurz vor einem Vereinswechsel und hatte Calcio einen Ersatz-Wunschkandidaten. Derweil trifft der TV Echterdingen auf das beste Rückrundenteam. Die Vorschau zum 20. Spieltag.

Lokalsport: Patrick Steinle (pst)

Was hält das Osterwochenende für die Fußball-Verbandsligisten aus Leinfelden-Echterdingen parat? Der 20. Spieltag steht an. Während der sich im Aufwind befindende TV Echterdingen die noch formstärkere TSG Hofherrnweiler-Unterrombach empfängt, geht es für den Aufstiegsanwärter Calcio in den Kreis Ravensburg – mit einer Besonderheit.

 

TSV Berg – Calcio Leinfelden-Echterdingen (Samstag, 14 Uhr)

Während so manche Familie über die Feiertage verreist, wird es auch für die Calcio-Entourage eine Hotel-Übernachtung geben – erneut. Schon zur Auswärtspartie in Weiler Anfang des Monats waren die Italo-Schwaben einen Tag zuvor angereist, um eine entspanntere Vorbereitung zu haben. Es zahlte sich aus, die Echterdinger gewannen mit 6:1. Ähnlich soll es auch diesmal laufen, wenn die Fahrt nach in den Kreis Ravensburg geht. Die Dauer: im Regelfall mehr als zwei Stunden. „So haben die Spieler am Spieltag keine Strapazen“, sagt der Sportdirektor Ioannis Tsapakidis. Freilich, diesmal entstammt der Gegner einer anderen Preisklasse. Es handelt sich um den Tabellenachten, der in der Tabelle nur fünf Punkte hinter Calcio liegt.

Neuigkeiten gibt es derweil in der Problem-Personalie Markus Obernosterer. Vor der Saison von den Stuttgarter Kickers mit großen Erwartungen und Hoffnungen gekommen, stand der 33-Jährige wie berichtet bisher nur in einem Ligaspiel auf dem Feld, zum Saisonbeginn im August. Seitdem setzte ihn ein Innenbandriss im Knie außer Gefecht und blieben auch über die Winter-Vorbereitung hinaus die Schmerzen. Das soll sich nun mit einer Operation ändern. Termin: der 15. April. Ein Spezialist in München hat einen Bluterguss in der Kniefalte entdeckt, welcher den Eingriff erfordere. Danach soll es bergauf gehen. Tsapakidis hofft noch auf den einen oder anderen Einsatz in der aktuellen Runde. „Jetzt haben wir wenigstens Klarheit“, sagt er.

Hingegen gehört ein anderer zu den aktuellen Gewinnern: der Torhüter Max Piegsa. In der Hinrunde noch nur die Nummer drei hinter dem Routinier Krystian Rudnicki und dem Youngster Ali Bozatziolou, hat sich der Sommer-Neuzugang aus Geislingen inzwischen zur Stammkraft gemausert. An den vergangenen beiden Wochenenden vertrat er den verletzten Bozatziolou – mit Erfolg. Bei seinen Saisoneinsätzen zwei und drei hielt er beide Male die Null (0:0 in Biberach, 2:0 gegen die Sport-Union Neckarsulm ). „Max Piegsa macht es gerade sehr gut“, lobt Tsapakidis. „Es gibt keinen Grund für einen Wechsel.“

Calcio hatte Kickers-Keeper an der Angel

Bezogen ist Tsapakidis’ Aussage auf die anstehende Begegnung. Zuvor, in der Winterpause, hatte nicht viel für einen Vereinswechsel Piegsas gefehlt. Der Keeper sowie Calcio waren sich bereits mit dem Landesligisten TSV Bad Boll einig gewesen. Der Deal platzte jedoch, weil die Echterdinger ihrerseits mit der von ihnen angedachten Ersatzlösung scheiterten. An der Angel hatten sie Leon Neaime, Ersatztorhüter beim Regionalligisten Stuttgarter Kickers. Als daraus schließlich nichts wurde, musste Piegsa bleiben. Nun zahlt sich dies aus, bekommt der 24-Jährige Einsatzzeiten und das Vertrauen der Trainer. Tsapakidis beschreibt den 1,98-Meter-Hünen als „kommunikativ, lautstark auf dem Platz und zuverlässig“.

Im Ravensburger Vorort wird Piegsa wohl einiges zu tun bekommen. Zwar startete das Berger Team von Trainer Oliver Ofentausek mit zwei Niederlagen in das Fußballjahr 2024, zuletzt siegte es aber gegen Maichingen mit 4:2 und in Pfullingen mit 3:2. Doppeltorschütze war jeweils Hannes Pöschl. Der 28 Jahre alte Stürmer kam im Winter vom bayerischen Regionalligisten FV Illertissen. Damit ist Pöschl bereits zweitbester Torschütze seiner Mannschaft hinter Vlad Munteanu (zehn Tore). Auf den Rumänen sollte die Calcio-Defensive, in der der zwischenzeitlich nicht berücksichtigte Kapitän Lukas Zweigle in der Vorwoche sein Startelf-Comeback gab, ebenfalls Acht geben.

TV Echterdingen – TSG Hofherrnweiler-Unterrombach (Samstag, 14 Uhr)

Der Kapitän des TV Echterdingen, Marvin Kuhn, bildet seit Jahresbeginn gemeinsam mit dem Winter-Neuzugang Stefan Todorovic die Innenverteidigung. Zählte die Defensive in der Hinrunde noch zu einer der Schwächen des Aufsteigers, bereichert der großgewachsene Serbe ebendiese. „Ich bin froh, dass wir da jetzt Stabilität reinbekommen haben“, sagt der Trainer Antonino Rizzo. Im Staffelvergleich hat der Filderclub mit 41 Gegentoren die fünftmeisten, seit dem Re-Start nach der Winterpause waren es lediglich fünf in vier Partien.

Für diese positive Entwicklung lobt der Coach die gesamte Mannschaft, besonders aber auch den Aufräumer vor der Abwehr: den Sechser Steffen Schmidt. Gerade der 31-Jährige, der im vergangenen Sommer vom SV Bonlanden kam, wird aber gegen Hofherrnweiler am Karsamstag aller Voraussicht nach ausfallen. Beim 3:2-Sieg gegen Oberensingen vor Wochenfrist musste Schmidt bereits nach knapp einer Stunde vom Feld. Eine Bänderverletzung im Sprunggelenk zwang ihn zur Auswechslung. Seither konnte er nicht trainieren. Darüber hinaus beklagt Rizzo keine weiteren Ausfälle.

Dem kommenden Gegner zollt Rizzo großen Respekt. „Uns erwartet eine richtig harte Nuss“, sagt er. „Hofherrnweiler wird mit einer sehr breiten Brust anreisen.“ Die Aalener Teilstädter haben nämlich einen Lauf, und wie. Nicht nur, dass sie alle vier Spiele 2024 gewannen und damit die beste Rückrunden-Bilanz aller Teams der Staffel aufweisen – seit Ende Oktober hat die Mannschaft von Trainer Patrick Faber gar eine Serie von sieben Siegen bei zwei Unentschieden und null Niederlagen hingelegt. Damit gelang der Vormarsch vom 14. auf den fünften Tabellenplatz.

Echterdinger sind Rückrunden-Dritte

Aufpassen müssen Rizzos Mannen auf die Offensive um Nicola Zahner (acht Tore, vier Assists), wobei aber auch die Defensive der Gäste zuletzt brillierte. In vier Partien ließ die Faber-Elf lediglich ein Gegentor zu. „Das ist eine unglaublich robuste Mannschaft mit viel Erfahrung in ihren Reihen“, sagt Rizzo. „Beide Mannschaften haben ein Momentum, da wird es auf Kleinigkeiten ankommen.“ Mit zehn Punkten aus vier Spielen (darunter das 3:1 gegen den Spitzenreiter Fellbach) rangiert der TV Echterdingen selbst auf Platz drei der Rückrunden-Tabelle. Erstmals seit dem dritten Spieltag haben die Gelb-Schwarzen die Abstiegsränge verlassen.

Für Rizzo ist dennoch klar: „Wir müssen uns weiter Punkt für Punkt erarbeiten.“ Das Ziel Klassenverbleib hat noch mindestens elf Kapitel, sprich Spieltage. Das Gemüt bei der Belegschaft ist aber spürbar verbessert. „Die Stimmung ist eine andere, man arbeitet entspannter im Training“, sagt Rizzo. Er selbst sah am vergangenen Wochenende wie berichtet die rote Karte. Dennoch darf er nun erneut an der Seitenlinie stehen. Keine Sperre – sein Verein bekam, wie in solchen Fällen auf Verbandsebene üblich, lediglich eine Geldstrafe.

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