Echterdinger Triathlet in Hawaii „Wegen so was steige ich doch nicht gleich aus“
Peter Dahlmann von Tria Echterdingen spricht über seine Teilnahme am „Ironman Hawaii“, sein sportliches Lebensziel und sagt, was er vom aktuellen Rekordsieger hält.
Peter Dahlmann von Tria Echterdingen spricht über seine Teilnahme am „Ironman Hawaii“, sein sportliches Lebensziel und sagt, was er vom aktuellen Rekordsieger hält.
Zum ersten Mal seit neun Jahren hatte Tria Echterdingen am Wochenende wieder ein Vereinsmitglied beim legendären Ironman-Triathlon auf Hawaii am Start. Peter Dahlmann aus Stetten absolvierte die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad und 42,195 Kilometer Laufstrecke in 9:45:28 Stunden. Damit belegte der 37-Jährige Rang 408 unter 2376 qualifizierten Männern – und in seiner Altersklasse den 120. Platz. In unserem „Mittwochswort“ spricht der hauptberufliche Hochbau-Ingenieur über das Erlebnis und die Strapazen.
Herr Dahlmann, wie geht es Ihnen nach knapp zehn Stunden Wettkampf unter drückender Hitze?
Im Prinzip fühle ich mich optimal. Ich habe mir sogar am Sonntag schon wieder die große Abschlusszeremonie mit Siegerehrung angeschaut und werde jetzt mit meiner Ehefrau, meiner Mutter und meinen drei Töchtern noch eine schöne Urlaubswoche hier verbringen. Ich bin ein bisschen müde, aber sonst körperlich topfit. Natürlich bekomme ich das Grinsen nicht aus dem Gesicht angesichts der Tatsache, mein großes sportliches Lebensziel, den Hawaii-Triathlon zu beenden, realisiert zu haben.
Wie lange haben sie darauf hingearbeitet?
Eigentlich wollte ich mir diesen Traum schon 2020 erfüllen, aber dann kam Corona dazwischen und die Wettkämpfe wurden zwei Jahre in Folge abgesagt, nachdem ich jeweils ein gutes halbes Jahr intensiver Vorbereitung absolviert hatte. Das war nun mein vierter Langdistanz-Triathlon seit 2014, und es wird auch mein letzter gewesen sein. Die Triathlon-Karriere ist vorerst beendet. In Zukunft würden mich Trail-Läufe im Gebirge interessieren.
Wie sind Sie mit Ihrer Leistung auf Hawaii zufrieden?
Die Zeiten waren mir ehrlich gesagt, schnurzegal. Zum einen, weil das einzige wirkliche Ziel war, den Wettkampf als „Finisher“ zu beenden, zum anderen deshalb, weil die Bedingungen nicht mit denen von meinem Qualifikationswettkampf im Juli in Spanien zu vergleichen waren und mir klar war, dass ich die dortige Zeit definitiv nicht erreichen würde können. Ich war diesmal mit dem Schwimmen und dem Marathon zufrieden, die Radstrecke hätte ich durchaus 15 bis 20 Minuten schneller absolvieren können.
Gab es unterwegs einen Gedanken ans Abbrechen?
So etwas gibt es bei mir nicht. Ich hatte mich 36 Wochen lang mit im Schnitt elf Stunden Training pro Woche auf dieses Ding vorbereitet, da steige ich doch nicht gleich aus, wenn die Sonne mal zu heiß auf den Rücken scheint oder die Hüfte etwas zwickt. Die Radstrecke ist so konzipiert, dass es viele schöne lange Abfahrten gibt, wo man einfach nur rollen und sich gut erholen kann.
Welches waren für Sie die größten Schwierigkeiten?
Unangenehm ist gleich der Start, wenn mehrere hundert Männer gleichzeitig ins Wasser springen und man plötzlich einen Fuß im Magen oder eine Hand im Auge hat. Während des Rennens ist die brennende Hitze kombiniert mit der Luftfeuchtigkeit das größte Problem. So etwas kann man in Europa einfach nicht trainieren oder simulieren. Deshalb war ich mit meiner Familie auch schon elf Tage vorher vor Ort, um mich ein wenig an die Bedingungen zu gewöhnen.
Gewonnen hat der Norweger Gustav Iden, in der Rekordzeit von 7:40 Stunden. Wie sehen Sie seine Leistung?
Ich beobachte die norwegischen Ausdauersportler schon länger, da wird sehr gut gearbeitet. Ich kann natürlich genau sagen, wo auf der Strecke ungefähr die gut zwei Stunden Unterschied liegen, die so einen Vollprofi von mir unterscheiden. Mein eigenes Training aber zeitlich um das Drei- oder Vierfache zu steigern, wäre gar nicht möglich. Da verbringe ich viel lieber die Zeit mit meiner Frau und meinen drei kleinen Töchtern, als dass ich mir so etwas zumuten würde.