Lebensfreude und Lust strahlen die weißen Hunde des amerikanischen Pop-Art-Künstlers Ed Heck aus. Die Tiere mit schwarzen Flecken und Schlappohren sind sein Markenzeichen. „Ich bin ein Hundemensch“, sagt der Maler. Nun ist die fröhliche Kunst des New Yorkers, der in Brooklyn lebt und arbeitet, bis 18. Februar in der Ausstellung „Tiere sind auch nur Menschen. Kreatürliche Kunst von Ed Heck und Mordillo“ in der Nürtinger Kreuzkirche zu sehen. Zur Eröffnung ist der Künstler am Neckar zu Besuch, um seine Arbeiten zu präsentieren. Am Sonntag, 21. Januar, kommt er von 14 bis 15 Uhr zur Signierstunde in die Kirche am Schillerplatz.
Mit dem Ausstellungsort Nürtingen hat sich der Künstler vorher intensiv beschäftigt. Er ließ sich von der Kuratorin Susanne Wegner von der Tübinger Galerie Art 28 Fotos aus Nürtingen schicken. Diese Momentaufnahmen aus der schwäbischen Stadt haben ihn zu einem Bild in seiner charakteristischen Formensprache inspiriert. Die Laurentiuskirche und das Drachenboot auf dem Neckar sind da dargestellt. Hund und Katze paddeln friedlich zusammen auf dem idyllischen Gewässer.
Vom historischen Gemäuer in der Kreuzkirche ist der New Yorker Künstler fasziniert. „Ich habe immer davon geträumt, mal in einer Kirche zu arbeiten“, schwärmt Heck. 100 Skizzen, Pigmentdrucke und Originalbilder des Künstlers sind in der Nürtinger Ausstellung zu sehen. Mit seinem Bildern erzählt Ed Heck auch Alltagsgeschichten. Sein Sohn habe einen Dackel, der Franklin heißt. Der Dackel war das Vorbild für eine ungewöhnliche „Hot Dogs“-Zeichnung. Liebevoll malt der Tierfreund auf einem anderen Bild Hund und Katze mit Heiligenschein nebeneinander auf einer Wolke. Die Botschaft seiner Kunst ist zutiefst positiv und weckt fröhliche Gefühle.
Wie Kinder die Welt sehen und malen
„Mich hat immer interessiert, wie Kinder die Welt sehen und wie sie malen“, sagt der Künstler. „Sie sind ein sehr ehrliches Publikum.“ Der Blick der Jungen und Mädchen habe etwas Unschuldiges, sagt der Maler, der in Brooklyn lebt und arbeitet. Diese kindlich-naive Sicht auf die Welt möchte sich der 61-Jährige bewahren. Der Pop-Art-Maler kam mit seiner Lebensgefährtin Kimmy Schwimmy nach Nürtingen, die als Performerin Kinderlieder interpretiert. „Die Fantasie der Kinder und der Erwachsenen anregen“ – das reizt das Paar immer wieder aufs Neue.
Dazu kommen rund 60 Arbeiten des argentinischen Cartoonisten Mordillo, der im Jahr 2019 starb. „In der Auswahl geht es um Gemeinsamkeiten der beiden Künstler“, sagt Susanne Wegner, die die Ausstellung in Nürtingen kuratiert hat. Sie gehört zum Team der Galerie 28 in Tübingen. Dort ist Ed Heck eine gute Woche lang zu Gast, um zu arbeiten. „Der Kontakt zu seinen Sammlern ist dem Künstler sehr wichtig“, sagt die Kunsthistorikerin Wegner.
Die Pop-Art-Expertin freut sich, dass sie die 15. Ausstellung in der Nürtinger Kreuzkirche kuratieren durfte. Die große Publikumsausstellung hat bisher Brigitte Kuder-Bross kuratiert. „Sie ist die Mutter der Ausstellungen“, sagt Nürtingens Oberbürgermeister Johannes Fridrich. Dass mit der Galerie 28 nun ein neuer Partner die Kunstausstellungen kuratiert und organisiert, begrüßt der kunstbegeisterte Jurist. „Bei der Touristikmesse CMT stieß die Ausstellung auf riesiges Interesse“, berichtet der Kulturmanager Michael Maisch, der Geschäftsführer der Stadthalle K3N und der Kirche.
Mit Ed Hecks Kunst erreiche man ein breites Publikum, stellt OB Fridrich fest. Mehr als 100 Führungen für alle Altersgruppen seien bereits gebucht. „Unser Rahmenprogramm spricht auch ein weniger kunstaffines Publikum an“, sagt Gabriele Frisch vom Stadtmarketing Nürtingen.
Mit einem Whisky-Tasting am Freitag, 26. Januar, und einem Wein-Tasting am Donnerstag, 1. Februar, begleiten sie und ihr Team die Ausstellung. Am Sonntag, 11. Februar, gibt es eine Jazz-Matinee mit dem Kontrabassisten und Komponisten Sebastian Schuster. Außerdem plant die Stadt ein gemeinsames Führungsformat mit dem Hölderlinhaus.
Brücken zu Friedrich Hölderlin
Dieser Bezug zu dem berühmten Dichter, der seine Jugendjahre in Nürtingen verbracht hat, spiegelt sich in der Konzeption der Schau. Im Eingangsbereich sitzen die Hölderlin-Figuren des Konzeptkünstlers Ottmar Hörl. Um sie im Kirchenraum prominent zu präsentieren, hat das Team des Bauhofs eine Treppe gezimmert. Neben den goldenen, schwarzen und grünen Hölderlin-Skulpturen hat Hörl auch Erdmännchen geschaffen. Sie weisen den Weg ins obere Stockwerk der Kreuzkirche.
Ed Heck freut sich auf die Begegnungen mit den Menschen in Nürtingen. Er wolle mit seiner Kunst „viele unterschiedliche Menschen erreichen“. Die freundlichen Gesichter der Hunde, Katzen und Vögel laden dazu ein, über Pop-Art ins Gespräch zu kommen.
Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr. Das ausführliche Programm ist auf der Homepage zu finden unter: www.nuertingen.de/Kunstausstellungen.