Die Klagen über lange Wartezeiten vor der Kfz-Zulassungsstelle und den Bürgerbüros der Landeshauptstadt nehmen seit Jahren zu, der Personalmangel hält trotz diverser Werbeaktionen der Stadtverwaltung an. Sachbearbeiterstellen in den Bürgerbüros und der Ausländerbehörde präsentiert die Stadt in ihrem Internetauftritt inzwischen als ganzjährige Angebote. Für die unterschiedlichsten Bereiche suche man „regelmäßig nach Fachkräften“. Mit einer Umstellung hinter den Kulissen, die Rede ist von einem „neuen Fachverfahren“, will die Stadt in den nächsten Wochen etwas Luft gewinnen. Bevor das Angebot für die Bürger besser werden könnte, wird es aber zunächst schlechter.
Zwei Tage ist die Kfz-Zulassung geschlossen
Die Umstellung betrifft die Bürgerbüros und die Kfz-Zulassungsstelle in Feuerbach. Diese muss für die Umstellung am Freitag, 23. Juni, und am Montag, 26. Juni, ganztags geschlossen werden, die Mitarbeitenden sollen laut Stadt am Wochenende bei der Umstellung dabei sein und den „Konfigurationsprozess aktiv begleiten“, damit man danach „wieder den gewohnten Service anbieten kann“. Bei den gewerblichen Zulassungen ist als Schließtag allein der 26. Juni vorgesehen.
An den Schließtagen soll die technische Umstellung abgewickelt werden, außerdem werden die Mitarbeitenden vorab geschult. Nach der Umstellung sei eine „intensive Beschäftigung mit dem neuen Verfahren“ nötig. Die Stadt warnt vorab, dass sich die Bearbeitungszeiten „nach der Umstellung deutlich erhöhen“. Es würden zunächst weniger Zulassungen bearbeitet werden können, und die Wartezeiten würden zunächst noch erheblich länger als zuvor. Es sei davon auszugehen, dass „die Antragsannahme deutlich vor dem Ende der Öffnungszeiten beendet werden muss“, so die Stadt in einer Mitteilung.
Online-Termine gibt es nicht mehr
Es ist also wahrscheinlich, dass Bürger sich lange anstellen, am Ende aber gar nicht bis zu den Schaltern vorrücken können. Sich zuvor online einen Termin zu holen ist auch nicht mehr möglich, denn durch die Systemumstellung können vorerst auch keine Online-Termine mehr vergeben werden. Diese Terminvergabe soll später durch eine „deutlich benutzerfreundlichere Plattform“ abgelöst werden, verspricht die Stadtverwaltung. Wer zum Bürgerbüro will, kann auf der städtischen Homepage den Andrang über eine Echtzeitampel verfolgen. Dort wird auch angegeben, wenn alle Wartemarken vergeben sind oder zum Beispiel bestimmte Dienstleitungen nicht angeboten werden. Ein Blick ins Netz kann also lange unnötige Wartezeiten vor einem Bürgerbüro vermeiden helfen.
Führerscheinstelle nicht betroffen
Die Stadtverwaltung appelliert, speziell die Kfz-Zulassungsstelle zu meiden. Man solle sie im Umstellungszeitraum vom 26. Juni bis zum 7. Juli „nur bei unaufschiebbaren Anliegen kontaktieren“. So könnten Betroffene den Umstellungsprozess „aktiv unterstützen“. Die Führerscheinstelle ist von der Umstellung nicht betroffen, ihre Öffnungszeiten ändern sich nicht.