Egelseer Heide in Stuttgart Neue Toilette gegen wildes Pinkeln

In Richtung oberes Ende soll auf dem Parkplatz an der Egelseer Heide eine öffentliche Toilette gebaut werden. Foto: Alexander Müller

Vor allem an heißen Tagen stinkt es an der Egelseer Heide zum Himmel. In Zukunft soll eine öffentliche Toilette das „Wildpinkeln“ am beliebten Ausflugsziel verhindern.

Reporter: Alexander Müller (ale)

Seit dem Ende der Sommerferien gilt die neue Regelung an der Egelseer Heide. Seitdem müssen Besucher für die 115 Parkplätze an dem beliebten Naherholungsgebiet oberhalb von Rotenberg und der Grabkapelle auf dem Württemberg an den Wochenenden sowie Feiertagen von 10 bis 18 Uhr bezahlen. Die Preise für die zeitlich von 1. März bis 31. Oktober befristete Bewirtschaftung sind bewusst hoch angesetzt: Zwei Stunden kosten vier Euro, vier Stunden acht Euro und der ganze Tag zwölf Euro. Schließlich sollen die Erholungssuchenden mit dem stuttgartweit einzigartigen Pilotprojekt an einem städtischen Ausflugsparkplatz dazu bewegt werden, auf die öffentlichen Nahverkehrsmittel umzusteigen, um das an schönen Wochenenden oftmals im beschaulichen Stadtteil herrschende Verkehrschaos einzudämmen.

 

Komfortable Lösung für Wanderer und Grillplatz-Besucher

Zu dem neuen Besuchs- und Tourismuskonzept gehört auch die seit vielen Jahren geforderte öffentliche Toilettenanlage an dem Parkplatz an der Egelseer Heide. Denn vor allem an sommerlichen Tagen stinkt es manchem Besucher sprichwörtlich zum Himmel. Denn dann wird der nahe Waldrand aufgrund des Mangels an Alternativen zum Wildpinkeln missbraucht. Mit dem Aufstellen mobiler Toilettenanlagen – an Hotspots wie Marienplatz und Feuersee oder eben der Egelseer Heide – ist es nicht getan.

Nun ist Abhilfe in Sicht. Markus Töpfer, der Leiter der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS), hat die vorläufigen Pläne im Bezirksbeirat Untertürkheim vorgestellt. Aus den vorgeschlagenen beiden Standorten ging klar die Variante zwei als präferierte Lösung hervor. Diese befindet sich in Richtung oberes Ende der Stellplätze. Der Vorteil: „Es ist die komfortablere Lösung, weil deutlich einfacher zu erreichen“, erklärte Töpfer – für Wanderer als auch vom nahe gelegenen Spiel- und Grillplatz.

Allerdings müssen dafür drei Parkplätze wegfallen. Auf Anregung des Bezirksbeirats soll daher nun geprüft werden, ob eine Lösung auch auf dem angrenzenden städtischen Grundstück möglich ist. Grundvoraussetzung sei neben der technischen Umsetzbarkeit im Landschaftsschutzgebiet allerdings die Zusage des Umweltamts.

Bau soll spätestens 2024 erfolgen

Die nötigen Mittel wurden vom Gemeinderat bereits bewilligt. Die AWS investiert 8,1 Millionen Euro in die Erneuerung von 25 Standorten von sogenannten Säulentoiletten im gesamten Stadtgebiet. „Zum einen läuft der bisherige Pachtvertrag aus, zum anderen erfüllen diese nicht mehr die heutigen Ansprüchen – auch im Hinblick auf die Barrierefreiheit“, erklärte Töpfer. Spätestens bis zum Jahr 2025 muss die Maßnahme umgesetzt sein. Die Toilettenanlage an der Egelseer Heide werde aber zeitlich bevorzugt. Wenn möglich soll der Bau bereits im kommenden Jahr, angesichts des Materialmangels aber spätestens 2024 erfolgen. „Denn der Besucherdruck an dieser Stelle ist unumwunden vorhanden“, betonte der AWS-Leiter.

Das neue Häuschen soll sich an die Umgebung des Landschaftsschutzgebiets anpassen. Noch müsste aber die Detailplanung ausgearbeitet werden. Es könne aber nur für eine Verbesserung sorgen, ist FDP-Bezirksbeirat Michael Marquardt sicher, „schließlich treten wir gegen ein Dixieklo an“ – und gegen das „Wildpinkeln“.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Stuttgart-Untertürkheim