Ehre für Manfred Rommel Einvernehmliche Entscheidung

Lokales: Holger Gayer (hog)

Die Entscheidung für den Flughafen soll jetzt aber einvernehmlich gefallen sein. Einerseits, so heißt es, werde damit dem internationalen Rang Manfred Rommels Rechnung getragen – das frühere Stuttgarter Stadtoberhaupt war unter anderem in England, Frankreich, Israel und in den USA mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht worden, weswegen man auch keine Probleme mit der Namensgleichheit zu Rommels Vater, dem Generalfeldmarschall Erwin Rommel, sehe. Andererseits sei der Flughafen das Eingangsportal in die Stadt und stehe damit für das Zusammenleben von Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft und Hautfarbe. Gelebte Toleranz und die Pflege der Demokratie waren die politischen Leitthemen Manfred Rommels.

Ob die Stadt gerade im Blick auf diese immateriellen Werte noch weitere Vorschläge im Gedenken an den von 1974 bis 1996 amtierenden Oberbürgermeister unterbreiten wird, ist offen. Das Deutsch-Türkische Forum stiftet bereits seit dem Jahr 2009 einen Manfred-Rommel-Preis, mit dem Initiativen und Projekte gewürdigt werden, „in denen deutsche und türkische Bürger erfolgreich zusammenarbeiten, wirkungsvoll zum interkulturellen Dialog beitragen und gute Beispiele gelingender Integration in Bildung, Wirtschaft und Politik geben“. Manfred Rommel war Ehrenvorsitzender des Forums.

Dass Flughäfen nach Persönlichkeiten benannt werden, ist durchaus üblich. So ist der Münchner Flughafen nach Franz-Josef Strauß benannt, Köln-Bonn seit 1994 nach Konrad Adenauer, Berlin-Tegel nach Otto Lilienthal, und auch der neue Hauptstadtairport soll, so er je in Betrieb geht, einen große Namen tragen: Willy Brandt. Gebräuchlich sind diese Namen in Deutschland allerdings eher selten. Im Ausland ist das anders. JFK (New York) und Charles de Gaulle (Paris) werden längst auch mit den gleichnamigen Flughäfen in Verbindung gebracht. Doch es müssen nicht immer Staatsmänner sein. Im Fall von Neu Delhi hört der Flughafen auf eine Staatsfrau: Indira Gandhi. Und in Salzburg wird’s gar musikalisch: Dort landet man bei Wolfgang Amadeus Mozart.




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