Ehrenamt im Kreis Böblingen lebt vor, wie Gesellschaft geht Gutmachen statt schlechtreden
Wie das Jahr 2025 wird, haben wir auch selbst in der Hand – deshalb fordert unser Redakteur Eddie Langner, sich dafür ein Beispiel am Ehrenamt zu nehmen.
Wie das Jahr 2025 wird, haben wir auch selbst in der Hand – deshalb fordert unser Redakteur Eddie Langner, sich dafür ein Beispiel am Ehrenamt zu nehmen.
Das neue Jahr ist da – und es beginnt scheinbar so, wie das alte aufgehört hat: Der Schock nach der Todesfahrt vom Magdeburger Weihnachtsmarkt am 20. Dezember ist noch nicht abgeklungen, da überschatten bereits zwei ähnlich anmutende Vorfälle den Jahreswechsel in den USA. Ebenso wie in Sachsen-Anhalt wurden auch in New Orleans und Las Vegas Fahrzeuge als Waffen eingesetzt.
Und noch in einer anderen Hinsicht erscheint uns der Schrecken schmerzhaft nahe, denn bei dem Angriff in Nevada gibt es wohl einen Bezug zu Böblingen. Laut Medienberichten war der mutmaßliche Täter Angehöriger einer Army-Spezialeinheit, deren Mitglieder zum Teil auch in der Böblinger Panzerkaserne stationiert sind.
Noch sind viele Fragen offen, aber ebenso wie nach dem Anschlag in Magdeburg hält das die üblichen Verächtlichen natürlich nicht davon ab, in den sozialen Medien munter Desinformationen, Hass und Hetze zu verbreiten. Auch in dieser Hinsicht geht es 2025 weiter, wie gewohnt – und es gibt auf den ersten Blick wenig Anzeichen dafür, dass sich daran etwas ändern könnte.
Im Gegenteil: Im Vorfeld zur Bundestagswahl am 23. Februar dürften Spalter, Miesmacher und Populisten zu Hochform auflaufen und uns die Zukunft in den düstersten Farben malen. Viel Fantasie brauchen sie dafür nicht: Die schwächelnde Autoindustrie, die anhaltende Konjunkturflaute, hohe Lebenshaltungskosten, Trumps drohende Strafzölle und die Angst um den Arbeitsplatz – all diese Themen sind real und sie dürften uns gerade hier in dem so industriestarken Kreis Böblingen noch stark beschäftigen.
Ja, 2025 geht scheinbar genau so weiter, wie es angefangen hat. Da wäre es leicht, gemeinsam mit dem populistisch-pessimistischen Posaunenchor von Jericho in die allgemeine Untergangssinfonie einzustimmen und flehentlich darauf zu hoffen, dass Elon Musk und die AfD unser schönes Deutschland vor dem Untergang retten mögen.
Wir könnten 2025 aber auch ganz anders beginnen: Anstatt uns und unser Land immer nur schlechtzureden, könnten wir endlich damit anfangen, es (wieder) gut zu machen. Wie das gehen soll? Die Antwort kennt jeder, der sich ehrenamtlich engagiert. Ob im Gesangsverein, beim Roten Kreuz oder im Kegelklub. Nörgeln und Nichtstun bringt dort niemand etwas. Ob im Ehrenamt, im Job oder in der (Lokal-)Politik: Wer will, dass es besser wird, muss selbst aktiv werden.
Als kleine Motivationshilfe genügt ein Blick in die Neujahrsausgabe dieser Zeitung. Zwei vermeintlich unscheinbare Bilder sollten uns hier zu denken geben. Das eine zeigt eine brennende Wunderkerze von einem Feuerwehrauto in der Sindelfinger Wache. Die Aufnahme hatte uns eine Feuerwehrfrau als Beitrag für unsere Silvesterbildaktion geschickt. Die Botschaft ist klar: „Feuert ihr nur schön eure Raketen und Böller ab. Wenn ihr euch dabei die Finger wegsprengt oder euer Haus in Brand steckt, sind wir von Feuerwehr und Rettungsdienst da, um euch zu retten.“
Diese Menschen opfern ihre Freizeit und riskieren teils sogar ihr Leben für uns – die meisten von ihnen ehrenamtlich. Das Foto sollte uns deshalb allen eine Mahnung sein, Rettungskräften mit Dankbarkeit und Respekt zu begegnen, anstatt sie – wie in der Neujahrsnacht wieder vielfach geschehen – anzugreifen oder zu verhöhnen.
Das andere Bildmotiv in der Neujahrsausgabe ist jedes Jahr dasselbe und doch immer wieder neu: Es zeigt das erste Baby des Jahres. Ein Neugeborenes ist Hoffnung und Verpflichtung zugleich. Es liegt an uns, in was für einem Deutschland dieses Kind aufwachsen wird. In einem Land der Schwarzseher, Hassprediger und Egoisten? Oder in einem Land, in dem statt Gemeinheit der Gemeinsinn regiert? Wir haben es selbst in der Hand.