Ehrenamt und Vereinsarbeit Baden-Württemberg - Land der Vereine

Von red/dpa 

Nirgendwo in Deutschland finden sich mehr Vereine, als in Baden-Württemberg. In rund 84 000 Vereinen engagieren sich Menschen, viele davon ehrenamtlich.

Viele Baden-Württemberger engagieren sich freiwillig in Vereinen. (Symbolbild) Foto: dpa/Patrick Seeger
Viele Baden-Württemberger engagieren sich freiwillig in Vereinen. (Symbolbild) Foto: dpa/Patrick Seeger

Stuttgart - Der Normenkontrollrat bezeichnet Baden-Württemberg als Land der Vereine und des Ehrenamts. Nach Angaben des Berichts „Organisierte Zivilgesellschaft“ aus dem Jahr 2018 gehört Baden-Württemberg mit etwa 7,7 Vereinen je 1000 Einwohner zu den Ländern mit der höchsten Vereinsdichte in Deutschland, im Bundesdurchschnitt sind es 7,3. Im Südwesten gibt es rund 84 000 Vereine, das sind 13,8 Prozent aller Vereine in Deutschland. Mehr als 5,3 Millionen Menschen engagieren sich dem sogenannten Freiwilligensurvey zufolge freiwillig im Land. Im bundesdeutschen Vergleich werden in Baden-Württemberg noch immer überdurchschnittlich viele neue Vereine gegründet, während vergleichsweise wenige Vereine aufgelöst werden.

Die höchsten Anteile ehrenamtlich Engagierter sind im Sport zu finden. Dort sind nach Angaben des Freiwilligensurveys aus dem Jahr 2014 rund 19,2 Prozent der im Südwesten lebenden Personen engagiert. Der Bereich Kultur und Musik folgt mit 12,4 Prozent.

Bürokratie kostet viel Zeit

Vereine in Baden-Württemberg müssen durchschnittlich 42 Tage pro Jahr aufwenden, um die Vorgaben für Bürokratie und Datenschutz zu erfüllen. „Die bürokratischen Lasten werden immer mehr“, kritisiert der Normenkontrollrat in einer umfangreichen Studie. „Vieles wird als unnötig empfunden, die Akzeptanz wird geringer.“ Mit annähernd 50 Vorschlägen an das Land will der Rat das Vereinsleben der Sportler, Musiker und Narren erleichtern. So sollte ein Ehrenamtsbeauftragter die Interessen der Vereine vertreten und als Ansprechpartner auftreten, schlägt das unabhängige Beratergremium vor.

Ein typischer Verein habe 6,5 Stunden wöchentlich mit Bürokratie zu tun, heißt es in der Studie. Vor allem Datenschutz- und Steuerrecht sowie die Auflagen bei der Genehmigung von Festen kosteten Zeit, Geduld und Nerven. „Die Belastung durch Bürokratie kann als eine der zentralen Herausforderungen für Vereine in den nächsten Jahren betrachtet werden“, mahnt der Normenkontrollrat.