Ehrung der Sportkreisjugend Leni Bauer und Lili Schmid – zwei Talente mit ausgezeichneten Leistungen

Leni Bauer (li.) und Lili Schmid haben im vergangenen Jahr herausragende sportliche Erfolge gefeiert – auf dem Rennrad und im Flag Football. Foto: frontalvision.com / Arne Mill, Bennet Henße

Die Sportkreisjugend Stuttgart hat die erfolgreichsten Talente des Jahres 2025 geehrt. Zwei Sportlerinnen standen dabei besonders im Fokus.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Manchmal kann auch der schönste sportliche Erfolg nicht lange gefeiert werden. Zum Beispiel, wenn man kurz danach in anderer Sache gefordert ist. „Eine Woche nach dem Titelgewinn“, erinnert sich Leni Bauer, „hatte ich noch die mündliche Abiturprüfung.“ Was ihre Leistung allerdings eher noch aufwertet denn schmälert. Entsprechend sagt die Radsportlerin vom RSV Vaihingen: „2025 war ein rundum gelungenes Jahr.“ Für das sie nun geehrt wurde.

 

Am Freitagabend wurde die 19-Jährige, die in Leinfelden-Echterdingen lebt, von der Sportkreisjugend (SKJ) als Sportlerin des Jahres 2025 ausgezeichnet. Und sie war nicht allein. Rund 300 Talente, die im vergangenen Jahr erfolgreich waren, wurden im Stuttgarter Rathaus von Sportbürgermeister Clemens Maier, vom SKJ-Vorsitzenden Martin Maixner und von Benjamin Barth, dem Vertreter von Sponsor BW-Bank, geehrt. Neben Leni Bauer stand eine weitere Sportlerin besonders im Fokus. Die ihren großen Erfolg 2025 beinahe verpasst hätte.

„Zunächst wollte ich am Sichtungstraining gar nicht teilnehmen“, erinnert sich Lili Schmid – die dann aber doch zum sogenannten Tryout ging. Und es tatsächlich in das Aufgebot für die Europameisterschaft im Flag Football der Altersklasse „U 15 Mixed“ schaffte. In Innsbruck ging es dann erst in den Gruppenspielen zur Sache – das deutsche Team gewann bis auf die Begegnung mit der Slowakei alle –, dann im Halbfinale. Ehe im Endspiel dann erneut das slowakische Team der Gegner war. „Da wollten wir dann natürlich Revanche für die Niederlage im Gruppenspiel nehmen und die hohen Erwartungen erfüllen“, sagt Lili Schmid.

Die hatte es gegeben, weil das deutsche Vorgängerteam in dieser Altersklasse schon 2024 den Titel geholt hatte. „Es war“, erinnert sich die fast 15-Jährige, „nervenaufreibend.“ Aber erfolgreich. Lili Schmid, die in der Defensive eingesetzt wurde, holte den EM-Titel – und bekam am Freitag stellvertretend für ihr deutsches Team die Auszeichnung der Mannschaft des Jahres.

Lili Schmid mit der Trophäe für den Europameistertitel. Foto: Bennet Henße

Wenn sie nicht gerade für die deutsche Mannschaft auf dem Feld steht, macht der Teenager aus Vaihingen dies für die Stuttgart Scorpions – in zwei Disziplinen. Zum einen im Flag Football, der eher körperlosen Variante des American Football, die ohne Helm und Brustpanzer gespielt wird. Zum anderen in der regulären Version mit entsprechender Schutzausrüstung. „Football ist anspruchsvoll und anstrengend – aber genau deshalb macht es auch so viel Spaß“, sagt Lili Schmid und betont, wie wichtig es ihr ist, den Zusammenhalt im Team zu spüren.

Leni Bauer sitzt allein auf ihrem Bike – aber auch das Radfahren ist ein Teamsport. Bis zum vergangenen Jahr fuhr die 19-Jährige für die Equipe des baden-württembergischen Verbands. Seit diesem Jahr geht sie ihre ersten Schritte im Profiradsport der Frauen beim Continental-Team „LKT“. Mit besten Referenzen.

Endlich fit und gesund

„Der U-19-Titel auf der Straße war mein absolutes Highlight“, sagt Leni Bauer über ihr Sportjahr 2025. Aber es war nicht das einzige. Denn auf der Bahn wurde sie ebenfalls deutsche Meisterin – im Punktefahren. „Das kam eher überraschend“, erinnert sie sich, denn das Hauptaugenmerk liegt schon auf den Rennen auf der Straße. Als Zehnjährige hatte sie einst auf dem Mountainbike begonnen, ab der Altersklasse U 17 wechselte sie dann aber endgültig aufs Rennrad – und konnte seit Mitte 2024 endlich einmal ohne Knieprobleme und lästige und langwierige Erkältungskrankheiten trainieren. Das zahlte sich aus.

„Schon die ersten Rennen liefen im vergangenen Jahr sehr gut“, erinnert sich Leni Bauer, der DM-Titel bei den U-19-Juniorinnen war dann die Krönung – die in diesem Jahr allerdings nicht wiederholt werden kann. Dieser Altersklasse ist die Radsportlerin nun entwachsen, die U-23-Wertung nun ihre Welt. „Die Rennen sind nun anspruchsvoller“, hat sie bereits festgestellt. Dennoch verfolgt sie nach dem erfolgreichen Jahr 2025 noch gewissenhafter das Ziel, es in den Profiradsport der Frauen zu schaffen.

Leni Bauer (Mitte) im Trikot der deutschen Meisterin. Foto: frontalvision.com / Arne Mill

Ein Meilenstein auf diesem Weg könnte übrigens auch der Cycling Grand Prix in der Region Stuttgart sein. „Ich hoffe“, sagt Leni Bauer, „dass ich dort starten kann.“ Um sich für weitere Ehrungen in der Heimat zu empfehlen.

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