Ehrung für Leonberger OB Das ist Balsam für die Seele des scheidenden Oberbürgermeister Cohn

Zum Abschied vom Amt bekommt Martin Georg Cohn eine hohe Auszeichnung der Leonberger Feuerwehr. Foto: Simon Granville

Martin Georg Cohn hat die Feuerwehr als seine „Leibgarde“ betrachtet – und wird jetzt deren Ehrenmitglied. Eine Einordnung von Thomas K. Slotwinski.

Leonberg: Thomas K. Slotwinski (slo)

Martin Georg Cohn war nicht sonderlich begeistert, als im Mai des vergangenen Jahres der Leonberger Gemeinderat beschlossen hat, drei ehrenamtliche Bürgermeister zu wählen. Das Gremium berief diese aus den eigenen Reihen, um ein mögliches Führungsvakuum an der Verwaltungsspitze zu vermeiden. Der Oberbürgermeister war seinerzeit mehrere Wochen krankgeschrieben, seine Stellvertreterin Josefa von Hohenzollern war und ist von ihm zwangsbeurlaubt. Sollte der Baubürgermeister Klaus Brenner auch noch ausfallen, so die damalige Überlegung, wäre niemand Befugtes da, der die Geschäfte führen könne.

 

Stadtrat Axel Röckle übernimmt die Sitzungsleitung

Der Fall der Fälle ist nicht eingetreten. Brenner hat die überdurchschnittlich vielen Sitzungen, die er in den vergangenen Monaten leiten musste, klaglos absolviert. Und doch ist an diesem Donnerstag eine Situation eingetreten, in der der scheidende OB froh gewesen sein dürfte, dass er einen ehrenamtlichen Stellvertreter hatte.

Sozusagen als Abschiedsgeschenk hat der Leonberger Feuerwehrausschuss vorgeschlagen, Martin Georg Cohn die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Das Gremium der Freiwilligen Feuerwehr kann dies nicht im Alleingang entscheiden. Es bedarf der Zustimmung des Gemeinderates und des zuständigen Verwaltungsausschusses. Den aber leitet der OB. Und da er ja nicht in eigener Sache entscheiden kann, musste er für die Tagesordnungspunkt die Versammlungsleitung abgegeben.

Feuerwehr-Chef Wolfgang Zimmermann bei der Übergabe eines neuen Gerätewagens Foto: KS-Images/Andreas Rometsch

Klaus Brenner ist krank, daher war die Stunde eines ehrenamtlichen Bürgermeisters gekommen. Axel Röckle nahm für wenige Minuten auf dem OB-Sessel Platz. Cohn dürfte das mit gemischten Gefühlen verfolgt haben, waren doch er und der Fraktionschef der Freien Wähler in der Vergangenheit äußerst selten einer Meinung.

Röckle, ein versierter Jurist, führte routiniert durch die ansonsten problemlose Abstimmung. Die meisten waren für den Ehrentitel an den Oberbürgermeister, lediglich die Freien Wähler enthielten sich. Unter dem Strich wird das als einstimmiges Votum aktenkundig. Nach kurzer Zeit durfte Cohn seinen abgestammten Platz ansteuern.

Dass der OB, der am kommenden Freitag, 21. November, 19 Uhr, in der Stadthalle öffentlich verabschiedet wird, ein großes Herz für die Feuerwehr hat, ist unbestritten. Schon kurz nach seiner Amtsübernahme bezeichnete er sie als „Leibgarde des Oberbürgermeisters“. Den Worten ließ er Taten folgen. Er richtete ein Referat für Katastrophenschutz ein, das organisatorisch eng mit der Feuerwehrführung verzahnt ist.

Ging es um die technische Ausrüstung und Gebäude, war der OB stets ein Befürworter hoher Investitionen. Besonders wird in Feuerwehrkreisen gelobt, dass unter seiner Regie eine „hochmoderne Einsatzdrohne zur Lageerkundung und Einsatzunterstützung“ angeschafft wurde. „Diese Innovation wurde über die Stadt- und Kreisgrenzen hinaus beachtet und in mehreren Landkreisen als Vorbild übernommen“, würdigt der Feuerwehrausschuss. Zugute gehalten wird Cohn zudem, dass die Zahl der hauptamtlichen Kräfte von vier auf 15 angestiegen ist. Politisch stößt diese Stellenmehrung aus Kostengründen nicht nur auf Beifall.

Offizielle Ehrung von Cohn im Januar

Dass der Oberbürgermeister immer zur Feuerwehr gestanden hat und einen engen Kontakt zur Führung pflegt, ist offensichtlich. Daher gilt es als sicher, dass der Gemeinderat am Dienstag deutlich für eine Ehrenmitgliedschaft Cohns stimmen wird. Offiziell soll diese am 30. Januar auf der Hauptversammlung der Leonberger Feuerwehr vollzogen werden. Ein Termin, der Balsam für Cohns Seele werden dürfte.

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