Ehrung für Ludwigsburg Vorbildliche Arbeit mit der Partnerstadt

Armando Varricchio (Italienischer Botschafter in Deutschland),  Matthias Knecht (Oberbürgermeister Ludwigsburg), Giorgio Gori (Bürgermeister Bergamo) und Viktor Elbling (deutscher Botschafter in Italien) bei der Preisverleihung Foto: Dario J Laganà
Armando Varricchio (Italienischer Botschafter in Deutschland), Matthias Knecht (Oberbürgermeister Ludwigsburg), Giorgio Gori (Bürgermeister Bergamo) und Viktor Elbling (deutscher Botschafter in Italien) bei der Preisverleihung Foto: Dario J Laganà

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und sein italienischer Kollege Sergio Mattarella haben im Schloss Bellevue die Städte Ludwigsburg und Giengen an der Brenz gewürdigt. Was hat es mit der Auszeichnung auf sich?

Volontäre: Sebastian Xanke (xan)
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Berlin - Ludwigsburg und Giengen an der Brenz (Kreis Heidenheim) sind für außergewöhnliche Projekte mit ihren italienischen Partnerstädten geehrt worden. Entsprechende Auszeichnungen haben der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella den Bürgermeistern beider Städte in Berlin verliehen. Die Kommunen hatten sich im Wettbewerb gegen mehr als 140 andere Städte und Gemeinden vor einer deutsch-italienischen Jury durchgesetzt.

Seit 2002 pflegen Ludwigsburg und die italienische Stadt Bergamo eine enge, freundschaftliche Verbindung. Geehrt wurde nun ein Projekt, das in diesen Tagen einen zivilen Jugendrat in Ludwigsburg und Bergamo bis Ende Juni 2022 etablieren soll. Dieser Rat werde „generationsübergreifend konkrete Vorschläge“ ausarbeiten, wie mit den Folgen der Pandemie umgegangen werden könne, heißt es in einer Mitteilung aus dem Bundespräsidialamt. „Durch diese Form der Zusammenarbeit sollen besonders junge Menschen ermutigt werden, sich politisch zu engagieren und sich für eine enge Zusammenarbeit innerhalb der EU einzusetzen.“ Mit der Auszeichnung kommt dem Projekt eine Fördersumme von 50 000 Euro zugute.

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Die Coronapandemie traf Bergamo im Frühjahr 2020 europaweit zeitweise am stärksten. „Immer an ihrer Seite, auch während dieser schweren Zeit, die Freundin aus Baden-Württemberg, Ludwigsburg“, sagte eine Sprecherin bei der Ehrung. Im April vergangenen Jahres hatte sich etwa der Ludwigsburger Landrat Dietmar Allgaier mit einem Kondolenzbrief an mehrere Persönlichkeiten der Provinz Bergamo gewandt. „Die Nähe von Freunden, auch wenn sie weit weg sind, hilft uns immer sehr, die Moral auch in dieser wirklich besorgniserregenden Situation aufrechtzuerhalten“, antwortete daraufhin Alberto Barzanò, einst Dozent in Ludwigsburg, der mittlerweile wieder in Bergamo wohnt.

Ungewöhnliche Situation in Giengen

Relativ jung ist dagegen die ausgezeichnete Verbindung der Kommune Giengen an der Brenz mit San Michele di Ganzaria in der Region Sizilien. Erst seit 2019 besteht eine offizielle Städtepartnerschaft zwischen den beiden Kommunen. „Aber sie beruht auf einer langen, alten Freundschaft seit sechs Jahrzehnten“, hieß es bei der Preisverleihung. „Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger in Giengen an der Brenz stammen aus San Michele.“ Die Jury zeichnete nun ein Projekt aus, das in der knapp 20 000 Einwohner großen Stadt junge Menschen dazu befähigen soll, auf lokaler Ebene bei Entscheidungen mitzuwirken. Jugendliche können dabei an verschiedenen Aktionen teilnehmen und sich anschließend ihre erworbenen Kompetenzen und den ehrenamtlichen Einsatz bescheinigen lassen.

Neben Ludwigsburg und Giengen an der Brenz ehrten Steinmeier und sein Amtskollege Mattarella drei weitere Kommunen in Nordrhein-Westfalen und Bayern samt ihrer Partnerstädte. Der „Preis der Präsidenten für die kommunale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien“ wurde erstmals verliehen. Damit sollen „besonders innovative Partnerschaften und Projekte zwischen italienischen und deutschen Kommunen“ gewürdigt werden.




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