Eichenprozessionsspinner Holzgerlingen wappnet sich gegen massiven Befall

Fühlen die Raupen des Eichenprozessionsspinners sich bedroht, werfen sie ihre Brennhaare ab. Diese sind gefährlich und können bei Kontakt Hautausschläge, Atembeschwerden und allergische Reaktionen auslösen. Foto: Philipp Schulze/dpa

Die Gefahr am Holzgerlinger Waldfriedhof ist bekannt. Am 8. Mai wird flächendeckend gegen die Gespinste vorgegangen. Der Friedhof wird voll gesperrt.

Böblingen: Carola Stadtmüller (cas)

Die Stadt Holzgerlingen wappnet sich gegen giftige Zeitgenossen: die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Ein starker Befall wird am Waldfriedhof befürchtet. Das meldet die Stadt in einer Pressemitteilung. Im Südwesten breitet sich der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr voraussichtlich wieder stärker aus als in den vorigen Jahren, sagte Lea Dieckmann von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA).

 

Auch im vergangenen Jahr gab es in Holzgerlingen ein starkes Aufkommen. Und vor allem der Waldfriedhof war – trotz Spritzung – betroffen. Auch und umso intensiver soll auch in diesem Jahr Ausbreitung der Raupen, die ab dem dritten Stadium gesundheitsgefährdende Brennhaare ausbilden, frühzeitig bekämpft werden. Denn: In den Sommermonaten dürfen die Eichenprozessionsspinner nicht mehr bespritzt werden, da sonst auch andere, nützliche Insekten vernichtet werden würden.

Waldfriedhof Holzgerlingen wird gesperrt

Da am Freitag, 8. Mai, keine Beerdigungen sind, werde für die Bespritzung der Bäume der Zugang zum kompletten Waldfriedhof gesperrt, kündigt Bauhof-Leiter Reiner Mikolaj an. Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis.

Holzgerlingen hat immer wieder extrem mit dem Eichenprozessionsspinner zu kämpfen. Vor fast 20 Jahren wurde sogar einmal ein halber Kahlschlag gemacht, als Eichen am Waldfreibad aufgrund eines heftigen Befalls gefällt wurden. Naturschützer liefen damals Sturm gegen die Maßnahme.

Embed code

Die Expertin der FVA erläutert, wo die Gefahr liegt: Die winzigen Haare der Raupe können bei Menschen zu Hautreizungen, Rötungen, Juckreiz und Quaddeln führen – selbst dann, wenn man die Raupen gar nicht direkt berührt, da die Haare vom Wind verteilt werden können. In seltenen Fällen sind allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock möglich.

Was tun bei Berührung?

Wenn man auf die Raupen oder ein Nest trifft, rät Lea Dieckmann: „Abstand halten, nicht anfassen, und im Idealfall meldet man es der Stadt oder der unteren Forstbehörde.“ Wer mit den Brennhaaren in Berührung gekommen ist, sollte die betroffenen Stellen sofort mit klarem Wasser abspülen und kühlen – und möglichst nicht kratzen oder reiben. Kleidung, die in Kontakt mit Brennhaaren gekommen ist, sollte bei 60 Grad gewaschen werden. Auch sollte man gründlich duschen und Haare waschen.

Weitere Themen