Eier aus Ekelhaltung vom Gerlinger Geflügelhof Kreisveterinäre wollen mehr kontrollieren

Eine Aufnahme aus dem Geflügelhof Foto: Peta 37 Bilder
Eine Aufnahme aus dem Geflügelhof Foto: Peta

Um den Vorwürfen gegen seinen Geflügelhof wegen Missständen in der Tierhaltung zu entgegnen, lädt Dieter Müller verunsicherte Verbraucher zu einem Tag der offenen Tür am Samstag ein.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Hilke Lorenz (ilo)
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Gerlingen - Am Dienstag hat Dieter Müller auf seinem Geflügelhof in Gerlingen Besuch von Amtstierärzten bekommen. Sie hatten sich vorher angemeldet, und sie haben den Bestand nur auf Salmonellen hin untersucht. Das ist reine Routine. Die Veterinäre des Landkreises waren aber auch durch Recherchen unserer Zeitung, die unter anderem auf Aktionen der Tierrechtsorganisation Peta fußen, auf Müllers Betrieb und auf Missstände, die dort offenbar geherrscht haben, aufmerksam geworden.

„Der Hof steht nun stärker im Fokus. Die Kontrollen werden engmaschiger sein und dann wieder gelockert, wenn nichts Auffälliges entdeckt wird“, erklärte Günter Roß, der stellvertretende Leiter des Kreisveterinäramts. Was die Behörde genau kontrolliert und welche Maßnahmen sie angeordnet hat, wollte Roß mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht sagen. Auch den Wunsch der Öffentlichkeit, Fakten dazu zu erhalten, wies er aus datenschutzrechtlichen Gründen zurück.

Veterinäre haben immer mehr zu tun

Bereits vor der Veröffentlichung in der StZ sei der Geflügelhof kontrolliert worden, sagte Roß. Er machte aber auch keinen Hehl daraus, dass den Tierärzten des Kreises immer mehr Aufgaben zugewiesen würden, die Personalentwicklung damit aber nicht einhergehe. „Wir betreiben Mangelverwaltung“, klagte der Veterinär. „Wir würden gerne mehr kontrollieren.“ Denn in der Geflügelhalle, in der nach Auskunft des Hofbetreibers Dieter Müller 4000 Hühner untergebracht sind, hatten Peta-Tierrechtler etwa 60 teils stark verweste Hühnerkadaver gefunden, die schon von den Legehennen angefressen worden waren. Es ist aber vorgeschrieben, tote Tiere täglich aus dem Stall zu entfernen.

Dieter Müller bestreitet nicht, dass in seinem Stall, wie in anderen Ställen auch, Tiere sterben. Und dass ein Huhn im Alter von anderthalb Jahren nicht mehr aussehe wie ein Junghuhn, sei bekannt. Wie die verwesten Tiere in den Stall gekommen sind, könne er sich nicht erklären, sagte Müller.




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