Die Geflügelpest sorgt für Produktionsausfälle. Das wirkt sich auch im Landkreis Ludwigsburg aus, sagt Martin Föll, Landwirt aus Großbottwar.

In den USA sind Eier gerade ein großes Thema, vor allem die horrenden Preise, die Verbraucher dafür berappen müssen. Beim Nachschub gibt es Engpässe, vor allem, weil wegen der Vogelgrippe etliche Hühner geschlachtet werden mussten. Einzelne Geschäfte rationieren sogar die Abgabemenge. Ganz so krass ist es in Baden-Württemberg und dem Landkreis Ludwigsburg noch nicht. Doch auch hier sind insbesondere wegen der Geflügelpest Eier aktuell Mangelware.

 

Auf dem freien Markt hätten die Preise mittlerweile ein Allzeithoch erreicht, teilt der Landesbauernverband mit. Es sei zu befürchten, dass sich die Lage bis zum Osterfest Ende April nicht entspannen werde. Ähnlich schätzt Martin Föll die Situation ein, der im Großbottwarer Stadtteil Sauserhof rund 35 000 Legehennen hält. „Die Nachfrage steigt an, auch bei mir“, sagt der 52-Jährige.

Foto: Archiv (Werner Kuhnle) / 

Ausschlaggebend sei speziell die Geflügelpest, die in Nachbarländern wie den Niederlanden oder Polen gewütet habe, weshalb von den dortigen Großproduzenten weniger Ware nach Deutschland exportiert werde. „Das führt zunächst dazu, dass der verarbeitenden Industrie der Nachschub fehlt“, sagt Föll. Nudel- oder Maultaschenhersteller seien deshalb auf der Suche nach anderen Bezugsquellen, kauften schließlich Eier, die sonst im Lebensmitteleinzelhandel gelandet wären. „Wenn man keine anderen vertraglichen Verpflichtungen hat, ist es für Landwirte lukrativ, an die verarbeitende Industrie zu verkaufen. Dort werden aktuell hohe Preise geboten“, sagt Föll. „Ich habe auch solche Angebote gehabt, will aber weiter meine Stammkunden bedienen können. Die sollen nicht leer ausgehen. Zumal sich das Rad irgendwann wieder zurückdreht.“


Insgesamt werde es aber wohl so kommen, dass die gefärbten Eier zum Fest auf dem Markt knapp werden, weil für dieses letzte Glied in der Kette schlicht nicht mehr genügend Mengen im Umlauf seien. „Wenn die Großproduzenten wegbrechen, lässt sich das nicht mehr kompensieren“, sagt Föll. Er rät auch dringend davon ab, dafür frisch gelegte Eier zu verwenden. „Sie sollten 14 Tage alt sein, sonst lässt sich die Schale nur schlecht von der Haut lösen“, betont Föll.

Richtig bitter könne es zudem werden, wenn die Geflügelpest auch im Landkreis Ludwigsburg ausbricht. „Das würde alles verändern. Bislang sind wir zum Glück verschont geblieben. Aber in Karlsruhe und Schwäbisch Hall hat es Fälle gegeben. Und das ist nicht so weit weg“, gibt Föll zu bedenken.

Bauernvertreter: „Verfügbarkeit ist noch gegeben“

„Wenn die Geflügelpest im Kreis Ludwigsburg ausbrechen würde, hätten wir ein Riesenproblem“, pflichtet ihm Florian Petschl, stellvertretender Vorsitzender des Bauernverbands Heilbronn-Ludwigsburg, bei. „Aber aktuell können wir beruhigen und sagen, dass es kein Ostern ohne Eier geben wird“, betont Petschl. Der Marbacher Landwirt sieht allerdings auch die Gefahr, dass der von Martin Föll beschriebene Mechanismus greift und am Ende auch beim Direktvermarkter die Regale leerer sind als üblich. „Stand jetzt ist aber bei uns im Landkreis Ludwigsburg das Angebot zwar auch nicht so üppig wie sonst, aber die Verfügbarkeit noch gegeben“, resümiert Petschl. „Wir wollen auch die Preise halten“, fügt er hinzu.


Der Landbauernverband rät allerdings den Verbrauchern dazu, den Eierkauf für Ostern nicht auf den letzten Drücker zu erledigen: „Wenn Sie für Ostern Eier benötigen, kaufen Sie diese nicht ,last minute’, denn kurzfristig kann es immer zu Engpässen in den Regalen kommen. Eier halten sich bei richtiger Lagerung problemlos mehrere Wochen, sodass man diese stressfrei auch schon ein bis zwei Wochen vor Ostern besorgen kann“.