Eierstraße Mehrheit gegen Container-Kita

Von Heike Armbruster 

Weil die Bezirksbeiräte ein Verkehrschaos an der Eierstraße befürchten, lehnten sie eine Kindertagesstätte in Modulbauweise am oberen Ende der Straße ab. 80 Krippenkinder will die Verwaltung dort unterbringen.

  Foto: Achim Zweygarth
  Foto: Achim Zweygarth

S-Süd - Dutzende von Mama-Taxis, die künftig zusätzlich zu den Besuchern und Patienten des Marienhospitals den Anwohnern die Parkplätze streitig machen: Sollte am oberen Ende der Eierstraße ein Modulbau für eine Kindertagesstätte errichtet werden, sehen die Bezirksbeirate von Stuttgart-Süd das Verkehrschaos in dieser Ecke Heslachs programmiert.

Geht es nach der Stadtverwaltung, sollen dort bereits im Herbst nächsten Jahres 80 Krippenkinder unter drei Jahren betreut werden. Da der Standort schlecht an den öffentlichen Nahverkehr angebunden ist, gehen die Lokalpolitiker davon aus, dass der Verkehr in dem Gebiet massiv zunehmen wird. Die Bezirksbeiräte forderten deshalb in ihrer Sitzung eine Diskussion über Alternativen und verwiesen auf die Vorschläge der Grünen-Fraktion des Gemeinderats.

Die Grünen-Stadträte hatten in einem Antrag vom 18. März für den Süden unter anderem den alten Skaterpark bei der Ziegelklinge in Südheim als Ersatzstandort ins Spiel gebracht. Zudem schlugen sie vor, mit der evangelischen Kirche über deren Grundstück an der Burgstallstraße zu verhandeln. Dort gibt es bereits ein Kita-Gebäude. Das ist allerdings zu klein und außerdem so alt, dass es abgerissen werden müsste. Die Fläche für eine Krippe zu entwickeln, böte sich aber aufgrund der verkehrsgünstigen Lage an. Würde man diesem Grundstück zudem einen Teil der Fläche des angrenzenden Bauhofs zuschlagen, wäre dort Platz für einen Neubau, der eine gute Verkehrsanbindung hätte und sich damit langfristig für eine Kita eignen würde.

In zwei Wochen wird erneut über die Standorte diskutiert

Der Vorschlag der Verwaltung setzt dagegen auf Tempo. An der Eierstraße, so der Plan, soll ein Modulgebäude errichtet werden, in dem acht Kita-Gruppen mit jeweils zehn Kindern betreut werden. Die provisorischen Modulbauten sollen bereits im Sommer 2014 bezogen werden und für mindestens fünf Jahre bleiben. Ideale Flächen gibt es für solche Lösungen im Süden nicht. „Sonst stünde dort bereits eine Kita“, versicherte der Bezirksvorsteher Rupert Kellermann. Er warb dafür, sich mit den Standorten der zweiten und dritten Wahl auseinander zu setzen, insbesondere mit der Ziegelklinge. Die zu erwartende Belastung sei dort geringer als an der Eierstraße.

„Wir halten einen anderen Standort im Bezirk für sinnvoller“, betonte auch Wolfgang Jaworek, der Grünen-Fraktionssprecher. Jaworek plädierte für eine dauerhafte Einrichtung und warb daher für die Entwicklung der Fläche an der Burgstallstraße. Er brachte zudem das leer stehende Ladengeschäft an der Böblinger Straße 125/127 ins Spiel. Die Immobiliengesellschaft Stinag, Eigentümerin der Fläche, zeigte sich dort für eine Kita offen. Sollte die Stinag die Fläche selbst zu einer Kita umbauen, antwortete Bruno Pfeifle, der Leiter des Jugendamts, in der Sitzung, halte er dies für einen machbaren Standort, allerdings werde die Stadt die Fläche nicht kaufen.

Trotz aller Kritik am Provisorium sprachen sich die vier Bezirksbeiräte von SPD und FDP für den Modulbau an der Eierstraße aus. „Es gibt das berechtigte Interesse von Eltern, die händeringend nach Betreuungsplätzen suchen“, argumentierte Eric Preußker (SPD). Weil sich jedoch Provisorien oft länger hielten als angekündigt, wie es Roland Petri (CDU) formulierte, lehnte die Mehrheit aus Grünen, CDU, Linken und Freien Wählern den Bau an der Eierstraße ab und forderte die Kita an der Burgstallstraße. Die Verwaltung will sich innerhalb von zwei Wochen mit den Argumenten der Bezirksbeiräte auseinandersetzen und dann wieder im Bezirksbeirat berichten.

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