Eislingen - Noch gibt es an diesem Besuchstag viel zu tun. Es wird geschraubt, gestrichen und geputzt. 6000 Gläser müssen gespült und 50 Kühlschränke und zehn Bars noch eingeräumt werden. „Wir freuen uns auf die Neueröffnung“, sagt Geschäftsführer Moritz Krempel mit Blick auf diesen Samstag. Krempel betreibt den Eight Club Seven gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Kristin Lomprich.
Das Engagement für den neuen Club kommt nicht von ungefähr. Krempel ist im Eislinger Hotel Eichenhof aufgewachsen, das sein Großvater Adalbert Grupp gebaut und betrieben hat. Vor mehr als 40 Jahren hatte Grupp die Diskothek Eichenhof aus der Taufe gehoben und zur Feierlocation Nummer Eins im Kreis und in den angrenzenden Gebieten gemacht. „Für uns Kinder war das Tanzcafé Eichenhof unter der Woche ein Spielparadies“, erzählt Krempel.
Die Gastronomie wurde ihm in die Wiege gelegt
Die Gastronomie wurde dem 32-Jährigen sozusagen in die Wiege gelegt. Früh musste er in den Schulferien mit anpacken. „Familienbetrieb eben“, sagt Krempel und lacht. Er habe es gerne gemacht und seinen beruflichen Weg als Koch gefunden. Im Tafelhaus in Kirchheim, im Donzdorfer Castello und später beim Griechen in Eislingen hat er für das Wohl der Gäste gesorgt.
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Nach einer Zwangsversteigerung war das Gebäude an der Salacher Straße zwar nicht mehr im Familieneigentum, es wurde aber immer von Familienmitgliedern betrieben, zuletzt von Mutter Evelin Krempel, die aus dem Tanzcafé Eichenhof im Jahr 2003 den „Oak Club“ gemacht hat. Im September vergangenen Jahres gingen die Lichter aus, coronabedingt und aus privaten Gründen.
Feierwütige auf der gefüllten Tanzfläche
Moritz Krempel hat seine Chance beim Schopf gepackt und zugegriffen – und sich damit einen Herzenswunsch erfüllt: Er wollte schon immer in die Fußstapfen des Großvaters treten. Schon vor fünf Jahren war er im „Oak“ ins Clubleben eingestiegen, hat organisiert und ein gutes Netzwerk aufgebaut. Mit großem Elan und neuen Ideen will er jetzt seine Clubs eröffnen. Vor seinem geistigen Auge sieht er Barkeeper und mit vielen Feierwütigen gefüllte Tanzflächen. Die Begeisterung über den Neuanfang steht Krempel ins Gesicht geschrieben. Die Corona-Zwangspause hat er gut genutzt. Ton-, Licht- und Sicherheitstechnik wurden komplett erneuert, neue Farben geben den Clubs ein frisches Gesicht.
Zwei Clubs für zwei Zielgruppen
Der Name kommt nicht von ungefähr. Er ist angelehnt an die Hausnummer 87 des Gebäudes. Die DJ’s für das Eröffnungswochenende sind gebucht, das 45-köpfige Team ist komplett, einem rauschenden Opening steht nichts mehr im Weg. Das Konzept ist klar: Samstags wird gefeiert, im Eight Club oben ab 23 Uhr und im Seven Club unten ab 22 Uhr. Zwei Clubs, zwei Events. „Wir wollen verschiedene Zielgruppen ansprechen, die Geschmäcker sind verschieden“, erklärt Krempel. Ob beispielsweise Mixed Music, Hip-Hop oder Deutsch-Rap – die unterschiedliche Genres werden im Laufe der Zeit bedient.
Große Bedenken, mitten in der Pandemie neu zu starten, hat der Jungunternehmer nicht. „Nach der langen Durststrecke ist die Lust auf das Feiern groß“, darin ist sich Krempel sicher. Das Partyverhalten habe sich zwar verändert. 400 bis 500 Gäste pro Location erhoffe er sich trotzdem.