Ein Grill war’s nicht Polizei ermittelt Ursache des Villinger Großbrandes

Der Brand in der Villinger Innenstadt, der auf einem Balkon ausbrach, griff auf gleich fünf Häuser über. Foto: Marc Eich

Die Ursache für den Großbrand in der Villinger Innenstadt steht fest. Das Feuer wurde nicht durch einen Grill verursacht. Das ist der Stand der Ermittlungen.

Etwas mehr als eine Woche ist es her, dass die historische Villinger Innenstadt von einem Großbrand heimgesucht wurde: In der Goldgrubengasse und der Gerberstraße brannten am Abend des 14. Juni insgesamt fünf Häuser.

 

Während der Schaden in die Millionen geht, verloren durch das verheerende Feuer 35 Menschen ihre Wohnung – insgesamt sechs Menschen wurden leicht verletzt. Stundenlang kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen, die sich in Windeseile ausgebreitet hatten. Ein Großeinsatz von mehreren Rettungsorganisationen und umfangreiche Nachlöscharbeiten war die Folge. Klar ist auch: Das Feuer wird das Gesicht des Straßenzugs nachhaltig verändern.

Und noch bevor der historische Brand gelöscht war, ging das Rätselraten rund um den Einsatzort los: Wie konnte es zu diesem Feuer kommen? Muss sich jemand für diesen Millionenschaden verantworten? Schon früh war dabei auch gegenüber unserer Redaktion ein Grill als möglicher Auslöser ins Spiel gebracht worden.

In diesem Zusammenhang stand jedoch die Frage im Raum: Weshalb hat derjenige, dessen Grill außer Kontrolle geraten war, nicht früher Alarm geschlagen? Noch bevor das Feuer übergreifen konnte? Denn offenbar hatten erst Passanten den Brand bemerkt. Der Redaktion des "Schwarzwälder Boten" sei kurz darauf ein Video zugespielt worden, das nach Rücksprache mit den Urhebern veröffentlicht wurde. Es handelte sich um einen wichtigen Ermittlungsansatz für die Beamten.

Feuer breitet sich rasend schnell aus

Es macht deutlich, dass das Feuer auf dem Balkon einer Obergeschosswohnung ausgebrochen ist. Niemand ist dort zu sehen, als sich die Flammen in Rekordgeschwindigkeit zunächst am Holzbalkon hochzüngeln und später auf den Dachstuhl und weitere Balkone übergreifen. Innerhalb von wenigen Minuten kommt es zum Inferno – als die Feuerwehr am Einsatzort eintrifft, ist bereits klar: Mindestens drei Häuser können vor den Flammen nicht mehr geschützt werden.

Das Video stützte zunächst die Grill-These: Die Höhe des mutmaßlichen Brandausbruchs hätte gepasst, der mutmaßliche Ort des Brandausbruchs ohnehin. Die Gerüchte hielten sich deshalb standhaft. Doch nach neuen Informationen, die unserer Redaktion vorliegen, ist nun klar: Das Feuer wurde nicht durch einen Grill ausgelöst.

Brandursache steht fest

Stattdessen gehen die Ermittler derzeit von einem technischen Defekt als Brandursache aus, wie Oberstaatsanwalt Johannes-Georg Roth auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt. Die technischen Untersuchungen des Landeskriminalamts Baden-Württemberg seien aktuell jedoch noch nicht vollends abgeschlossen, betont Roth. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen könne ein technischer Defekt als Brandursache jedoch nicht ausgeschlossen werden.

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