Ein Jahr Grün-Rot Kretschmann: Niederlage bei S-21-Volksbegehren war bitter

Von dpa/lsw 

Kretschmann: Niederlage bei Volksentscheid über S21 war "bitterster Moment".

Winfried Kretschmann telefoniert am Mittwoch im Garten des Haus der Architekten in Stuttgart. Foto: dpa
Winfried Kretschmann telefoniert am Mittwoch im Garten des Haus der Architekten in Stuttgart. Foto: dpa

Stuttgart - Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Niederlage bei der Volksabstimmung über das Bahnprojekt Stuttgart 21 als „bittersten Moment“ im ersten Jahr von Grün-Rot bezeichnet. Die Grünen hätten 30 Jahre für mehr direkte Demokratie gekämpft und dann gebe es bei der ersten Gelegenheit „einen auf die Nuss. Das war schon bitter“, sagte er am Mittwoch bei einem Bürger-Dialog zum Jubiläum der Koalition in Stuttgart.

Schönster Moment sei seine Wahl zum Ministerpräsidenten gewesen - „mit der Sahnehaube“ von mindestens zwei Stimmen aus der Opposition. Sein größter Erfolg sei der große Konsens zwischen Bund und Ländern bei der Energiewende gewesen, an dem er „kraftvoll“ mitgewirkt habe. Danach habe er sich gedacht: „Winfried, es hat sich schon gelohnt, egal was auch immer passiert.“

Vize-Regierungschef Nils Schmid (SPD) sagte hingegen, für ihn sei die Volksabstimmung über S21 im November der „größte Moment“ im ersten Regierungsjahr gewesen. Es sei damit gelungen, den Konflikt zivilisiert zu entscheiden. „Es hat befriedend gewirkt.“ Zudem habe sich die SPD mit ihrer Position für das Projekt durchgesetzt. Genervt habe ihn das Nein der FDP zur Auffanggesellschaft für die Schlecker-Frauen. Das sei „unfair und unanständig“ gewesen.

 

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