Am Freitag jährt sich der Tod zweier junger Frauen, die bei einem illegalen Straßenrennen ums Leben kamen. Für die Mahnwache musste die Stadt Ludwigsburg einiges in Bewegung setzen.

Ludwigsburg : Emanuel Hege (ehe)

Vergangene Woche wurde es still im Gerichtssaal. Selins Schwester erinnerte an zwei junge Frauen, die am 20. März 2025 auf der Schwieberdinger Straße in Ludwigsburg ihr Leben verloren: Merve und Selin.

 

Sie seien lebensfroh gewesen, hätten jeden zum Lachen gebracht. Nur 15 Minuten vor dem Zusammenstoß hatte Selin ihre Schwester noch per Videoanruf aus dem Auto erreicht – sie erzählte von ihrem ersten Probetag als Medizinische Fachangestellte. Merve wollte sie an diesem Abend mit einem Essen überraschen, sie noch einmal sehen. Wenige Tage später sollte sie zu ihrem Junggesellinnenabschied nach Portugal fliegen.

Signal gegen illegale Autorennen

Im Mordprozess gegen die Tatverdächtigen wird immer deutlicher, wie sehr dieser 20. März das Leben der Angehörigen verändert hat. Aus diesem Schmerz heraus, aber auch, um ein Zeichen zu setzen, veranstalten die Familien am kommenden Freitag um 19.45 Uhr eine Mahnwache an der Unfallstelle. Es gehe darum, an Merve und Selin zu erinnern – und zugleich ein klares Signal gegen illegale Autorennen zu senden.

Die Stadt Ludwigsburg ist informiert und hat Vorkehrungen getroffen. Ursprünglich sei man von etwa 150 Teilnehmenden ausgegangen, sagt Stadtsprecherin Alina Bühler – wie viele Menschen tatsächlich kommen, lasse sich jedoch schwer einschätzen.

Um ausreichend Platz zu schaffen, werdeb die Carl-Goerdeler-Straße sowie die Zufahrten von der Daimler- und Robert-Mayer-Straße zwischen 18.45 und 20.45 Uhr für den Verkehr gesperrt. In diesem Bereich werden Halteverbotsschilder aufgestellt, eine Kontrolle findet jedoch nicht statt. „Wir sind in engem Austausch mit der Polizei, um einen reibungslosen Ablauf der Mahnwache zu gewährleisten“, so Bühler.