Ein Kicker, der Schlagzeilen machte Sein Herz schlägt für zwei Vereine

Klaus Meister hat seine sportliche Laufbahn bei den Juniorenfußballern des TV Oeffingen begonnen und bei den Senioren des SV Fellbach beendet. Foto: Eva Herschmann
Klaus Meister hat seine sportliche Laufbahn bei den Juniorenfußballern des TV Oeffingen begonnen und bei den Senioren des SV Fellbach beendet. Foto: Eva Herschmann

Der Fußball fasziniert auch in Fellbach und in Kernen: Wir wollen in dieser Serie Akteure vorstellen, die besondere Momente und besondere Erfolge erlebt haben. Heute: Klaus Meister, 58, der erst für den TV Oeffingen und dann für den SV Fellbach gespielt hat.

Fellbach: Eva Herschmann (eha)
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Oeffingen/Fellbach - Klaus Meister hat fast sein ganzes sportliches Leben in einem dicken Ordner abgeheftet. Es beginnt mit einem Mannschaftsfoto der B-Junioren des TV Oeffingen aus dem Jahr 1979, mit dem der Aufstieg in die Leistungsstaffel dokumentiert wird, und endet im März 1995. Zu jener Zeit war der heute 58-Jährige der Trainer der Landesliga-Vertretung des SV Fellbach und spielte bei dessen Senioren-Fußballern. Als Anleiter der ersten Formation hörte Klaus Meister noch im Frühsommer 1995 auf. Für die Senioren hat der Oeffinger bis 2006 gespielt.

Es gab nie ein offizielles Angebot aus Frankfurt

Anfang der 1980er Jahre stürmte Klaus Meister, gerade mal der A-Jugend entwachsen, an der Seite von Routiniers wie Helmut Lober und Martin Schneider mit dem TV Oeffingen von der Kreisliga B in die Landesliga. Egal was kam, selbst Avancen der Eintracht Frankfurt nach dem Freundschaftsspiel 1984 konnten Klaus Meister nicht vom TVOe loseisen. „Im Gespräch mit Helmut Lober hat Eintracht- Trainer Dietrich Weise sinngemäß wohl gesagt, wenn es einer schaffen könnte, dann ich. Es gab aber nie ein offizielles Angebot, und ich war nie in Frankfurt.“

Konkrete Abwerbungsversuche unternahm aber rund ein Jahr später der damalige Verbandsligist SV Stuttgart-Rot. Doch Klaus Meister blieb dem TV Oeffingen treu. Bis im Herbst 1990 ein gewisser Rainhard Kuzaj an der Seitenlinie das Ruder übernahm. „Die Oeffinger Abteilungsleitung hatte sich für den Trainer entschieden, und damit gegen mich“, sagt Klaus Meister mit Blick auf die Ereignisse im Winter 1990/91, die ihn zum innerstädtischen Vereinswechsel bewogen.

Robert Lindmayer rief zum richtigen Zeitpunkt an

Fußball-Chef in Oeffingen war der mittlerweile verstorbene Karlheinz Bren, und der hielt am Trainer fest, obwohl die Mannschaft Tabellenschlusslicht der Landesliga war. Und obwohl nicht nur der Kapitän Klaus Meister seine Probleme mit dem als ruppig bekannten Übungsleiter hatte. Auch Bruder Ingo Meister, Dieter Aschenbrenner, Michael Kotz, Michael Kurzenberger, Friedrich Kirchner und Stammtorwart Wolfgang Fritz beendeten wegen Rainhard Kuzaj ihr Engagement auf dem Tennwengert. „Ich wollte mit dem Fußball aufhören, dann rief mich der Fellbacher Trainer Robert Lindmayer an“, sagt Klaus Meister.

Bevor der SVF den Zugang aus Oeffingen vermelden konnte, wurde zwischen den Vereinen zäh verhandelt. Es war von einer stattlichen Ablösesumme die Rede, die der TVOe für den Spieler verlangte. „Es war üblich, dass Geld fließt, aber ob es 7 000 Mark waren, wie es damals hieß, weiß ich nicht“, sagt Klaus Meister. Ein direktes Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Verein blieb ihm erspart. Der TVOe stieg mit Rainhard Kuzaj in die Bezirksliga ab.

Als Trainer gelang Klaus Meister 1994 der Klassenverbleib mit dem SVF

Allzu lang dauerte sein Engagement in der ersten Fellbacher Garde nicht, bald wechselte Klaus Meister zu den SVF-Senioren. Recht kurz war auch sein einziger Anlauf als Cheftrainer. Klaus Meister, der erst Co-Trainer von Horst Thumm war und dann Nachfolger des glücklosen Übungsleiters wurde, gelang 1994 der Klassenverbleib mit dem SV Fellbach. Doch nach einem weiteren Jahr machte er Schluss – vor allem, weil er mehr Zeit für seine Familie und die drei kleinen Kinder haben wollte. Als Akteur auf dem Platz blieb Klaus Meister aber eine Bank. Dank ihm gewannen die Fußball-Senioren aus Fellbach 1993 und 1994 die württembergische Meisterschaft. Klaus Meister erzielte im Endspiel 1993 den entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg gegen den TSV Heubach und war auch bei der erfolgreichen Titelverteidigung gegen den TV Herlikofen (3:2) außer dem zweifachen Torschützen Klaus Zinser treffsicher. Norbert Lindmayer, Anfang dieses Jahrtausends Trainer bei den SVF-Senioren, verlieh ihm wegen seiner „spielerischen und charakterlichen Eigenschaften“ den Titel „Spieler des Jahrzehnts“.

Ein Meniskusschaden beendete die Saison

Mit 43 Jahren beendete eine Operation am rechten Meniskus die sportliche Laufbahn von Klaus Meister. Die Fußballschuhe, mit denen er in Oeffingen und Fellbach Spuren hinterließ, hat Klaus Meister aber aufgehoben,. Und bis heute ist er in den Fußballabteilungen beider Vereine Mitglied. „Wenn ich mir heute ein Spiel anschauen will, gehe ich ins Max-Graser-Stadion. Da kenne ich mehr Leute als auf dem Platz des TV Oeffingen.“ Die Trennung haben beide Seiten aber längst verarbeitet, und die Versöhnung wurde auf dem Rasen gefeiert. Mit 33 Jahren kehrte Klaus Meister für ein halbes Jahr als Spieler der ersten Mannschaft auf den Oeffinger Tennwengert zurück. Unter Trainer Uwe Kraft habe er bei seinem Heimatverein in der Rückrunde der Bezirksliga ausgeholfen, erzählt er. Am Ende der Saison 1995/96 stieg der TV Oeffingen in die Landesliga auf, und Klaus Meister kehrte wieder zu den Fellbacher Senioren zurück.

Die Zeitungsartikel aus elf Jahren liegen noch auf dem Schreibtisch und warten darauf, einsortiert zu werden. „Ich war da eigentlich immer sehr akribisch“, sagt Klaus Meister, der nicht nur mit seinem ersten und einzigen Vereinswechsel im Alter von 28 Jahren vom TV Oeffingen zum SV Fellbach Schlagzeilen machte.




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