Die Ergebnisse der Betriebsratswahlen, die letzte Woche bei Mercedes in Sindelfingen stattgefunden haben, stehen fest: Die IG Metall liegt vorn, dahinter das AfD-nahe Zentrum.
Die Mitarbeitenden des Mercedes-Werks Sindelfingen haben zwischen 3. und 5. März einen neuen Betriebsrat gewählt. Im Wahlkampf stand besonders die Frage im Fokus, wie viele Sitze im Betriebsrat die rechte, AfD-nahe Interessensvertretung Zentrum holen wird oder ob die bisher am stärksten vertretene Gewerkschaft, die IG Metall, sich behaupten kann.
Die IG Metall hatte im Vorfeld der Wahlen auf Errungenschaften ihrer Betriebsratsarbeit hingewiesen. Es war der Gewerkschaft gelungen, trotz wirtschaftlicher Sorgen des Konzerns, einen Bonus von mehr als 3100 Euro pro Mitarbeitenden und eine Jubiläumsaktie sowie eine Standortgarantie für Sindelfingen bis 2035 auszuhandeln.
Zentrum legt zu, bleibt aber deutlich zurück
Mit Spannung war das Abschneiden von Zentrum beobachtet worden. Wie das vorläufige Endergebnis zeigt, hat Zentrum 6,1 Prozent der Stimmen und drei Sitze in dem Gremium geholt. Damit sind in Sindelfingen Armin Noll, Kay Rittweg und Markus Albrecht in den Betriebsrat gewählt worden. Kay Rittweg ist AfD-Mitglied, Gemeinderat aus Oberndorf am Neckar und seit der Landtagswahl 2026 auch Mitglied der AfD-Fraktion dort.
Kay Rittweg wurde am Sonntag für die AfD in den Landtags von baden-Württemberg gewählt. Foto: Kay Rittweg
Zum Vergleich: Im Jahr 2022 gewann Zentrum 3,9 Prozent. In den vergangenen vier Jahren stellte der 2009 von dem ehemaligen rechtsextremen Musiker Oliver Hilburger gegründete Verein in Sindelfingen zwei Betriebsräte. Am Werk Sindelfingen trat Zentrum mit einer 47-köpfigen Liste an.
Auf Platz drei hinter der IG Metall und Zentrum rangiert die „Christliche Gewerkschaft Metall“ mit 5,39 Prozent (2022: 6,9 Prozent) und drei Betriebsräten (2022: vier). Dahinter wiederum folgen die „AUB – Die Unabhängigen Sindelfingen“ mit 3,29 Prozent und einem Betriebsratssitz, die Liste „die Mitte“ mit 2,40 Prozent und einem Betriebsratssitz sowie die Liste „die Basis“ mit 2,34 Prozent und ebenfalls einem Sitz in der Mitarbeitervertretung des Autokonzerns.
Wahlbeteiligung gestiegen
Die Wahlbeteiligung hat sich 2026 nochmals gesteigert. Von den 35.460 wahlberechtigten Beschäftigten am Mercedes-Benz Standort Sindelfingen haben sich 21766 Beschäftigte – also 61,4 Prozent – an der Wahl beteiligt. Die Wahlbeteiligung lag bei der Wahl 2022 bei 55,4 Prozent.