Ein Nufringer will es wissen Simon Speiser will Rathauschef werden

Simon Speiser zieht es ins Nufringer Rathaus. Foto: privat

Ganz ohne Gegenkandidat tritt der 31-jährige Simon Speiser zur Nufringer Bürgermeisterwahl am 30. November an. Was er kann, und was er will.

Böblingen : Ulrich Stolte (uls)

Die zweijährige Tochter weiß es schon, was der 31 Jahre alte Vater, Kommunalberater der Netze BW, demnächst werden will: „Bürgermeister“ sagt sie strahlend, und die Chancen stehen gut: Simon Speiser ist der einzige Kandidat, der auf dem Stimmzettel stehen wird, wenn die Bürger von Nufringen am Sonntag, 30. November, zur Wahl schreiten. Damit wird er der Nachfolger von Ingolf Welte werden, der nicht mehr für das Amt antritt.

 
Saskia und Simon Speiser stehen vor einem neuen Lebensabschnitt. Foto: privat

Simon Speiser hat sich höchst professionell auf den Wahlkampf vorbereitet, und es hilft ihm, dass er seit zwölf Jahren im Gemeinderat für die Freie Liste Nufringen sitzt und stellvertretender Bürgermeister ist, der auch schon mal eine Sitzung geleitet hat.

Erst Gemeinderat dann stellvertretender Bürgermeister

Einst war er mit 18 Jahren der jüngste je gewählte Rat in der Kommune. Er war bei den großen und kleinen Themen dabei, die in Nufringen angefallen sind: Der Bau eines Kindergartens für sechs Millionen Euro, die lange Diskussion um einen neuen Abzweig von der B 14, weil die zwei alten Abzweigungen zu nahe beisammen liegen und die Planung eines Neubaugebietes.

Für ihn als Lokalpolitiker ging es nicht darum, Wahlversprechen zu machen, deren Halbwertszeit je nach Politiker nur wenige Wochen betragen kann, sondern Themen zu setzen, die er beackern will: Dazu zählen die Riedquellen, die er erhalten möchte. Hier will er verhindern, dass die Brunnen versanden. Seine Überlegung ist es, Brauchwasser zu fördern für die Industrie und für die Landwirtschaft.

Speiser hat den langen Atem gelernt

Der jetzige Amtsinhaber Ingolf Welte hat die kommunalen Finanzen tadellos geführt. Die Gemeinde ist schuldenfrei, doch wird sich das in Zukunft ändern. In der mittelfristigen Finanzplanung wird Nufringen in drei Jahren Kredite aufnehmen müssen. Für mehr Gewerbesteuer könnte ein Gewerbegebiet sorgen, das Simon Speiser ausweisen möchte, auch weil Nufringen keine Gewerbeflächen mehr hat. Ambitioniert ist der Plan der Kommune, das Feuerwehrhaus am alten Standort zu sanieren.

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Da sind dicke Bretter zu bohren, aber Speiser hat einen langen Atem in seiner Bildungskarriere bewiesen. Er hat eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht und nach Feierabend die Fachhochschulreife nachgeholt. Wie er es da noch geschafft hat, nebenher in Nufringen zu kicken, Leichtathletik zu treiben und Handharmonika zu spielen, bleibt sein Geheimnis.

Ausgebildet für einen Führungsjob

In Heilbronn studierte er Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Unternehmensführung und machte sein Auslandssemester in Australien und sein Praktikum bei BMW in München, wobei man mitdenken muss, dass er sein Ehrenamt als Gemeinderat in seiner Münchner Zeit voll ausübte.

Auch für die Verwaltung hat er schon Pläne: Die Arbeitswege sind ihm zu kompliziert, sein Ziel ist es, die Vorgänge zu vereinfachen und zu digitalisieren, 29 Seiten Formulare für einen Kindergartenplatz müssen seiner Ansicht nach nicht sein. Eine nachhaltige und moderne Organisation sei wichtig, „damit die Bürgerinnen und Bürger von Nufringen im Fokus stehen“, schreibt er in seinem Handzettel.

Speiser will hohe Wahlbeteiligung

Auch wenn kein Gegenkandidat in Sicht war, hat Speiser seine Prospekte an jeden Haushalt in Nufringen eigenhändig verteilt, hat eine Radtour und einen Spaziergang angeboten, und am Wochenende auf dem Marktplatz Flagge gezeigt. Obwohl ihn viele im Ort kennen, ist er von Haus zu Haus gegangen, um die Nufringer von seinen Themen zu überzeugen, denn in zweiter Linie strebt er eine hohe Wahlbeteiligung an, einfach damit er weiß, dass die Nufringer Bürger hinter ihm stehen, wenn die Gemeinde am 30. November zu den Urnen ruft.

Simon Speiser wird zum Bürgermeister gewählt – oder?

Möglichkeit
Es gibt hypothetische Möglichkeiten, dass am Abend des 30. November Simon Speiser nicht als Nufringer Bürgermeister feststeht. Er könnte aus persönlichen oder gesundheitlichen Gründen die Wahl ablehnen, oder die Nufringer Bürger könnten mehrheitlich einen anderen Namen auf den Stimmzettel schreiben. Dann wäre diese Person gewählt.

Wahlberechtigung
Jeder ist wahlberechtigt, der mindestens 16 Jahre alt ist, seit mindestens drei Monaten den Hauptwohnsitz in der Gemeinde hat, nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen ist und im Wählerverzeichnis geführt wird.

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