Ein Plädoyer Hundehalter - eine verfolgte Minderheit

Reportage: Frank Buchmeier (buc)
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Man kann fast jedem Hund beibringen, Jogger zu ignorieren und zu kommen, wenn man ihn ruft. Die meisten Hunde sind gut erzogen und sozial verträglich. Es gibt auch andere, aggressive Kreaturen, die verdorben sind, weil ihre Besitzer sich nicht richtig um sie kümmern. Aber: solche Hunde sind Ausnahmen!

Hunde sind auch ein Wirtschaftsfaktor


Verordnungen müssen sein, um eine Handhabe für diese Ausnahmen zu haben. In öffentlichen Grünanlagen gilt offiziell Leinenpflicht - ob in Berlin, Paris oder Zürich. Der Unterschied zu Stuttgart ist, dass Verstöße in großmütigen Städten nicht so rigoros geahndet werden. Man lässt den Hunden Spielraum. Als vor zwei Jahren in München der Leinenzwang durchgesetzt werden sollte, bildeten sich Bürgerinitiativen, und die "Süddeutsche Zeitung" schrieb: "Muss man sich gleich in die Hose machen, wenn mal ein Hund an einem hochspringt?" Heute tollen die oberbayerischen Fiffis wie eh und je im Englischen Garten herum. Man gönnt den Hundehaltern ihren Spaß, so wie den Nacktbadern, den Weißbiertrinkern und den Fitnessjunkies.

Apropos, liebe Sportsfreunde: Lange bevor es Joggingschuhe und Moutainbikes gab, haben sich Stuttgarter in der Freizeit mit ihren Hunden vergnügt. Ob sich der Autobauer Porsche (Airedale Terrier), der Balletttänzer Cranko (Dalmatiner) oder die Frauenrechtlerin Zetkin (Deutsche Dogge) von herumrasenden Mitbürgern beschimpfen lassen mussten, nur weil sich ihre Hunde nicht in Luft auflösten?

Seit 31.700 Jahren bilden Menschen und Hunde enge Sympathiegemeinschaften. Haushunde sind ein wichtiger Teil unserer Kultur, gerade auch in der Großstadt, wo wir uns der Natur entfremden. Mit Hilfe der Tiere können wir zwischendrin unserer rationalen Welt entfliehen. Es ist nichts weiter als Ressentiment, wenn sich die emotional Beschränkten heutzutage über Tier und Besitzer erbosen.




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