Ein Täter-Opfer-Ausgleich mit zerstrittenen Schwestern Drama in drei Akten

Von Nora Belghaus 

Zwei Schwestern streiten. So sehr, dass der Streit um Haaresbreite das Leben der Älteren kostet. Eine Richterin ordnet eine Schlichtung außerhalb des Gerichtssaals an, einen sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich. Kann das gelingen?

Simone Ilg ist Mediatorin und Leiterin der Bewährungs- und Gerichtshilfe Reutlingen. Foto: Andreas Reiner
Simone Ilg ist Mediatorin und Leiterin der Bewährungs- und Gerichtshilfe Reutlingen. Foto: Andreas Reiner

Reutlingen - Zwei Schwestern sitzen sich gegenüber. Die eine, Mitte 20, bereut nicht, dass sie sich „gewehrt“ hat. Die andere, fünf Jahre älter, sagt: „Ich glaube nicht, dass wir jemals wieder normal miteinander Kontakt haben können.“ Über ein Jahr zuvor hatte Jessica (Namen der Schwestern geändert) im Streit mit einem metallenen Türstopper auf den Kopf ihrer großen Schwester Lara eingeschlagen. Nur knapp verfehlte sie die Schläfe.