Ein Trainer für Bremen Der DFB sucht wieder einen Sportdirektor

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Robin Dutt hat sich mit Werder Bremen auf einen Trainervertrag geeinigt. Noch fehlt aber die Freigabe des DFB, der nach Matthias Sammer seinen nächsten Sportdirektor in kurzer Zeit verlieren würde.

Robin Dutt blickt nach Bremen. Foto: dpa
Robin Dutt blickt nach Bremen. Foto: dpa

Stuttgart - Hoffentlich gefällt es Robin Dutt (48) im Zillertal auch ein bisschen. Denn da wird er sich vom 8. bis zum 13. Juli aufhalten – aber nicht, um als Tourist die Berge zu besteigen, sondern um sich in einem Trainingslager mit Werder Bremen auf die neue Saison vorzubereiten. Darauf hat sich der Coach mit dem Club geeinigt. Demnach wird Dutt die Nachfolge von Thomas Schaaf antreten, der die Bremer seit 1999 betreut hatte, ehe vor einer Woche die Trennung vollzogen wurde.

Allerdings gilt es noch eine Hürde zu überwinden, bevor der Wechsel perfekt ist. Dutt steht noch drei Jahre beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) unter Vertrag, wo er erst im August 2012 als Sportdirektor eingestiegen ist. Die Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung von Werder und dem Verband laufen – wobei nächste Woche mit einem Ergebnis zu rechnen ist.

Dass der Transfer von Dutt nach Bremen noch am Veto des DFB scheitert, ist äußerst unwahrscheinlich. Zumal Matthias Sammer vor einem Jahr in einer vergleichbaren Situation war wie Dutt heute. Damals wollte Sammer als DFB-Sportdirektor aufhören, um als Bayern-Sportdirektor anzufangen. Er durfte. Jetzt will Dutt als DFB-Sportdirektor nicht mehr weitermachen, sondern wieder Trainer werden.

Dafür nimmt der Familienmensch den Umzug von Leonberg nach Bremen und die räumliche Trennung von seiner Frau in Kauf, die in Stuttgart einen Friseursalon betreibt. Eine lange Bedenkzeit benötigte Dutt für seine Entscheidung nicht, nachdem er sich am Mittwoch an seinem Noch-Wohnort in Leonberg erstmals mit der Werder-Delegation um den Manager Thomas Eichin (46) getroffen hatte. Danach stand fest, dass Dutt dem Lockruf aus dem hohen Norden folgt und das Angebot annimmt. „Er ist unser Wunschkandidat und erfüllt alle Kriterien, die wir für einen Neubeginn aufgestellt haben“, sagt Eichin.

Dutt hat sich in seiner Rolle wohl nie wohl gefühlt

Dem DFB laufen dagegen die Sportdirektoren davon. Das ist kein gutes Zeichen, aber es hat Gründe. Dass Dutt den Verband so schnell wieder verlassen will, zeigt vermutlich, dass er sich in seiner Rolle nie wohlgefühlt hat. Er ist vom Typ her einer, der anpackt und zielgerichtet arbeitet, um Veränderungen zu realisieren.

Aber das ist schwierig bei einer Institution wie dem eher konservativen DFB, der sich nicht so leicht bewegen und in eine andere Richtung als die traditionell vorgegebene steuern lässt. Die Bürokratie und der damit verbundene mühsame Gang durch die Instanzen ermüdeten Dutt, der im vergangenen August ohnehin nicht aus voller Überzeugung zum DFB gegangen sein dürfte, sondern eher, weil ihm dieses Interesse nach seinem misslungenen Auftritt zuvor bei Bayer Leverkusen schmeichelte.

Denn Dutt war immer ein begeisterter Trainer, der es von der Kreisliga A über die Stuttgarter Kickers bis nach Freiburg und Leverkusen gebracht hat. Jetzt wird er sich gleich an die raue Nordseeluft gewöhnen müssen. Vor der Reise ins Zillertal bezieht die Mannschaft ein Camp auf Norderney.

Das Fazit lautet: Dutt in Bremen – schon das ist spannend. Noch spannender wird die Antwort auf die Frage sein, wer DFB-Sportdirektor wird.