Das Landgericht Heilbronn hat drei Angeklagte, die im Kreis Ludwigsburg wüteten, zu Gefängnisstrafen zwischen knapp sechs und knapp sieben Jahren verurteilt.

Nach nur sechs statt der geplanten 22 Sitzungstagen und gut zehn Wochen früher als geplant, ist am Landgericht Heilbronn ein Prozess um eine Einbruchserie in den Kreisen Ludwigsburg und Heilbronn zu Ende gegangen. Die 9. Große Strafkammer verurteilte einen 30 Jahre alten Angeklagten wegen 30-fachen schweren Bandendiebstahls und Wohnungseinbruchsdiebstahls zu sechs Jahren und neun Monaten Gefängnis. Ein 26-Jähriger muss wegen 14 Taten für fünf Jahre und neun Monate in Haft, ein 50-Jähriger wurde wegen 19 Taten zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Zudem müssen die drei Männer für die erbeuteten Wertgegenstände Beträge von rund 174 000 Euro bis gut 96 000 Euro als Wertersatz begleichen.

 

Der Prozess konnte so früh abgeschlossen werden, da sich die Prozessbeteiligten auf eine Verständigung geeinigt und die Angeklagten umfassende Geständnisse ablegt hatten. Mit dem Urteil blieben die Richter jeweils am unteren Rahmen des Strafkorridors, wie es die Verteidiger des Trios gefordert hatten. Die Staatsanwaltschaft hatte auf etwas höhere Strafen plädiert. „Die Geständnisse waren sehr werthaltig, sie haben uns eine aufwändige Beweisaufnahme erspart“, erläuterte die Vorsitzende Richterin Caroline Sachse.

Wie das Gericht die Urteile begründet

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass sich die drei Angeklagten im Herbst 2023 zu einer Bande zusammengeschlossen hatten, um sich durch Einbrüche in Wohn- und Geschäftshäuser in den Kreisen Ludwigsburg und Heilbronn in den dunklen Wintermonaten 2023 und 2024 eine dauerhafte Einnahmequelle zu verschaffen. Zu diesem Zweck mietete das Trio „auf dubiosen Wegen“ eine Unterkunft in Ludwigsburg an, von wo aus die Männer im November und Dezember jeweils zu ihren Einbruchstouren starteten.

Anfangs nutzten sie dazu einen VW Passat, später einen Hyundai mit italienischen Kennzeichen. Fahrer war jeweils der 30-Jährige, der 26-Jährige stand vor Ort Schmiere, der 50-Jährige stieg in die Wohnungen ein. „Es gab keine hierarchische Struktur zwischen den Männern, die Beute wurde gleichmäßig zwischen ihnen aufgeteilt“, sagte die Vorsitzende Richterin.

Insgesamt beging das Trio 38 Taten des Wohnungseinbruchsdiebstahls und schweren Bandendiebstahls. Dabei erbeuteten die drei Angeklagten Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände im Gesamtwert von mehr als 225 000 Euro. Den durch die Einbrüche verursachten Schaden bezifferten die Richter auf rund 52 500 Euro. In die Wohnungen drangen die Männer ein, indem sie Fenster und Türen aufhebelten.

Wo fanden die Einbrüche statt?

25 der insgesamt 38 Taten fanden im Kreis Ludwigsburg statt, die restlichen im Kreis Heilbronn. Allein siebenmal schlug das Trio in Steinheim und seinen Teilorten zu, je fünf Einbrüche fanden in Pleidelsheim und Oberstenfeld statt. Die größte Beute machte das Trio bei einer Tat in Pleidelsheim, wo ihnen Schmuck und Münzen im Gesamtwert von 50 000 Euro in die Hände fielen. Bei einem Einbruch in Heilbronn, bei dem drei Tresore aufgebrochen wurden, betrug die Beute 45 000 Euro, in Steinheim einmal 25 000 Euro und einmal 20 000 Euro.

Zugute hielten die Richter den Angeklagten neben den Geständnissen ihre Reue und ihre Entschuldigungen den Geschädigten gegenüber, die in dem Prozess als Zeugen ausgesagt hatten. Zudem war keiner der Männer vorbestraft. Gegen das Trio sprachen vor allem die Höhe der Beute und die Schäden sowie die psychischen Folgen bei einigen der Betroffenen. „Ich hoffe, Sie haben einiges aus diesem Prozess gelernt und machen aus dem Rest Ihres Lebens etwas Vernünftiges“, schloss Richterin Sachse ihre Urteilsbegründung.