Ein Juweliergeschäft an der Marienstraße haben Einbrecher in der Nacht zum Donnerstag ausgeräumt. Sie fuhren mit einem Auto, das sie eine Woche zuvor gestohlen hatten, gegen die Tür. Zeugen sahen vier Täter.

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Stuttgart - Ganz unbemerkt sind die Diebe nicht davongekommen. Kein Wunder, denn ihre Tat verursachte so viel Krach und Radau, dass auch in der nachts recht ruhigen Marienstraße mehrere Zeugen auf den Plan gerufen wurden: In der Nacht zum Donnerstag rasten gegen 3 Uhr vier Täter mit einem Auto gegen die Tür eines Juweliers an der Marienstraße. Dann gingen die Diebe in den Laden und füllten sich die Taschen mit Gold- und Silberschmuck. Sie zerstörten im Verkaufsraum noch mehrere Vitrinen, die sie in aller Eile ausräumten. Die Zeugen sahen, wie die drei Täter, nachdem sie den Verkaufsraum geplündert hatten, in einen schwarzen VW Golf stiegen und dann in Richtung Sophienstraße flüchteten. Einer hatte am Steuer des Wagens gewartet.

Laut Zeugen hatten alle vier Täter Sturmhauben oder Strumpfmasken auf und trugen große Taschen. Wie viel die Beute wert ist, die sie wegschafften, ist laut der Polizei noch nicht geklärt. Der Inhaber Veysel Yilik geht von einer Schadenshöhe zwischen 50 000 und 100 000 Euro aus, er müsse aber noch eine Bestandsaufnahme machen, sagte er am Morgen nach der Tat. Die Alarmanlage habe den Wachdienst auf den Plan gerufen, der dann ihn und die Polizei verständigte. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Yilik. Einbruchsversuche seien immer mal wieder vorgekommen, bisher sei es aber noch keinem Dieb gelungen tatsächlich einzudringen.

Das Fluchtauto hatten die Täter vor einer Woche gestohlen

Eine wichtige Spur ist für die Polizei der Fluchtwagen. Denn die Täter hatten vor dem Einbruch offenbar bereits eine Straftat verübt. Sie sollen mit einem gestohlenen Wagen unterwegs gewesen sein, den die Ermittler aufgrund der Zeugenbeobachtungen identifizieren können. Die Besitzer hatten den schwarzen Golf mit dem Kennzeichen ESW – DW 119 (Eschwege). Der Besitzer hatte das Auto am Donnerstag, 22. Oktober, gegen 17 Uhr an der Düsseldorfer Straße im Hallschlag abgestellt.

Die Einbrecher ließen am Tatort einen Klappstuhl und ein Vierkantholz zurück. „Das Holz wird zwischen dem Wagen und der Tür angebracht und auf dem Stuhl aufgelegt. , dann fahren die Täter mit dem Auto los und stoßen mit dem Holz die Tür auf“, erläuterte ein Polizeisprecher. Die Polizei nimmt an, dass die Täter so vorgehen, um den Wagen nicht so stark zu beschädigen, dass er später für die Flucht nicht mehr zu gebrauchen ist. Das Auto dürfte demnach Schäden am Heck haben. Die Polizei bittet Zeugen, die das Auto oder sonst etwas Verdächtiges beobachtet haben, sich unter der Telefonnummer 89 90-57 78 zu melden.

Diese Einbruchsmethode kommt immer wieder vor. Zuletzt traf es in Stuttgart vor drei Jahren den Juwelier von Hofen an der Kronprinzstraße. Im Jahr 2004 verschafften sich Einbrecher bei den Juwelieren Häffner und Kuttner auf diese Weise Zutritt. 1999 lieferte sich die Polizei kurz vor Weihnachten eine Verfolgungsjagd mit Tätern, die an der Calwer Straße mit einem Auto die Gittertür eines Fotoladens weggerissen hatten. In Ludwigsburg wurden nach mehreren Einbrüchen dieser Art vor zehn Jahren Betonpoller am Straßenrand zum Schutz eines Juweliers aufgestellt.

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