Die Einbruchserie begann möglicherweise am Tag vor Heiligabend in der Kita im Tilsiter Weg in Waldenbuch. Zwischen Dienstag, 23. Dezember, 15 Uhr und Donnerstag, 1. Januar, 14.45 Uhr, als der Kindergarten ferienbedingt unbesetzt war, warfen Unbekannte eine Fensterscheibe ein. Im Inneren angekommen, durchwühlten die Täter laut Polizei mehrere Schränke und stahlen etwa 150 Euro Bargeld. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf rund 2000 Euro.
Bemerkt wurde der Einbruch, als eine Mitarbeiterin während der Schließzeiten am Neujahrstag zum Blumengießen und Briefkastenleeren in die Einrichtung ging. „Das Büro wurde durchsucht, zum Glück aber nicht die Räume mit den persönlichen Sachen der Kinder“, sagt eine dort beschäftigte Erzieherin. In Einbrüchen in Kitas, bei denen vergleichsweise geringe Geldbeträge gestohlen werden, sieht die Kita-Mitarbeiterin jedenfalls „keinen Sinn“.
Auch eine Waldenbucher Schule wurde heimgesucht
Die Serie setzte sich fort am 26. Dezember in der Oskar-Schwenk-Schule. Laut Polizeibericht zertrümmerten die Täter dort die Scheiben eines Oberlichts, über das sie in das Lehrerzimmer einstiegen. Auch ins Rektorat, das sie durchwühlten, gelangten die Täter durch Zerbrechen eines Oberlichts. Anschließend brachen sie eine Verbindungstür zum Sekretariat auf, um auch dort nach Wertgegenständen und Geld zu suchen. Was letztlich gestohlen wurde, teilte die Polizei nicht mit. Der Schaden beläuft sich auf rund 8000 Euro.
Noch während die Polizei am 29. Dezember den Einbruch in der Schule aufnahm, entdeckte sie nur wenige Meter entfernt in der Kindertagesstätte Kleinkindhaus im Pestalozziweg eine weitere Tat. Vermutlich dieselben Täter hatten dort eine Scheibe eingeschlagen und die Kita durchsucht. Aus einer Kasse stahlen die Unbekannten Bargeld in unbekannter Höhe.
Geld- und Sachschaden in Unterjettinger Kita
Einige Tage später trieben unbekannte Täter ihr Unwesen in Unterjettingen. Wie die Polizei berichtete, brachen sie in der Nacht zu Mittwoch, 7. Januar, in der Albstraße und im Heubergring in drei Kindertageseinrichtungen ein. Dabei hebelten sie Fenster und Türen auf. Während sie in der Albstraße keine Beute machten, waren die Täter im Heubergring erfolgreicher: Sie stahlen einen dreistelligen Bargeldbetrag und eine EC-Karte. Mit dieser wurde im Anschluss Geld abgehoben. Der finanzielle Verlust liegt im Bereich von rund 1000 Euro.
Zu diesem Vorfall sagte eine Mitarbeiterin der Kita: „Wir waren schockiert. Es ist ein mulmiges Gefühl zu wissen, dass jemand Sachen durchwühlt hat. Die Gedanken gehen dann weiter: Was ist, wenn Persönliches über die Kinder abfotografiert oder gestohlen wird?“ Wirklich gelohnt haben kann sich dieser Einbruch für die Kriminellen aber kaum. Schmerzhaft sei der recht hohe Sachschaden. Dieser wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt.
Was macht Schulen und Kitas zum Ziel?
Weshalb aber werden in der gesamten Region Stuttgart immer wieder Kindergärten und Schulen ins Visier von Einbrechern genommen? Yvonne Schächtele, Pressesprecherin der Polizei in Ludwigsburg, erklärt: „Wir können uns auch nicht ganz einen Reim darauf machen. Denn auch in Schulen und Kitas finden sich stabile Türen und Fenster. Das ist nicht anders als bei Wohnhäusern.“ Ein paar Vermutungen kann die Polizeibeamtin dennoch anstellen: „Möglicherweise reichten die Beträge den Kriminellen aus, beispielsweise um Drogen kaufen zu können. Und sicher wussten die Täter, dass Schulen und Kitas in den Ferien nicht frequentiert sind.“
Ob es Zusammenhänge zwischen den Taten in Waldenbuch gibt, ist noch unklar. Es werde weiter ermittelt. „An den Tatorten wurden Spuren gesichert. Möglicherweise ergeben sich noch Treffer, sodass die Einbrüche einer oder mehreren Personen zugeordnet werden können“, sagt Schächtele zudem. Aufgrund der Tatdurchführung könnte sich die Polizei vorstellen, dass die Einbrücher nicht von „professionellen“ Einbrechergruppen vollzogen wurden.