Einbrüche in Treiber-Bäckereien Das sagen die Mitarbeiter zu den Vorfällen

Von Felix Arnold 

Bäckereien haben derzeit eine große Anziehungskraft auf Einbrecher. In Stuttgart und dem Kreis Esslingen wurde in den vergangenen Wochen mehrfach in Filialen von Treiber eingebrochen. Wir haben mit Chefs und Mitarbeitern gesprochen.

Auf das Brot sind die Einbrecher sicherlich nicht scharf. Foto: factum/Granville
Auf das Brot sind die Einbrecher sicherlich nicht scharf. Foto: factum/Granville

Filder - Anfang Juni dieses Jahres begann die Serie von fünf Einbrüchen in Filialen der Bäckerei Treiber in Birkach, Plieningen, Sillenbuch und Plattenhardt. Dabei waren einige Fälle von Erfolg gekrönt und die Täter konnten mit Bargeld fliehen, teils sind die Einbrecher gescheitert. Die Bäckerei Treiber mit Hauptsitz in Steinenbronn möchte sich auf Anfrage unserer Zeitung zu den Einbrüchen nicht näher äußern. Als Erklärung führt Wolfgang Treiber, der Vater der Unternehmensleiterin Katharina Treiber, „persönliche Gründe“ an.

Der Chef einer anderen großen Backstube bei Stuttgart sagt unterdessen, dass bei ihm und seinen Mitarbeitern „kein größeres Gefühl von Unsicherheit“ entstanden sei. Da dies „ein heikles Thema“ sei und er in dieser Richtung „schon zu viel erlebt“ habe, möchte er seinen Namen und den seiner Bäckerei nicht in der Zeitung lesen. Das Problem der Einbrüche sind seiner Erfahrung nach nicht die erbeuteten Summen Bargeld, sondern die Folgen, mit welchen die teils traumatisierten Mitarbeiter im Nachgang zu kämpfen hätten. Deshalb werde präventiv alles versucht, um die Geschäfte sicherer zu machen. Wie diese Aufrüstung aussehen soll, möchte er aus „sicherheitstechnischen Gründen“ nicht ausführen. Die derzeitigen Einbrüche in Bäckereien will er nicht als „Trend“ bezeichnen, vielmehr spricht er von einer „unguten Häufung“.

Stecken ehemalige Mitarbeiter dahinter?

Kaum jemand möchte zu den Einbrüchen eine unüberlegte Aussage treffen – so auch eine Mitarbeiterin der Bäckerei Treiber, die sich später doch noch zu Wort meldet. Ihr Name soll ebenfalls nicht in der Zeitung stehen. Sie arbeitet in einer der 32 Treiber-Filialen im Großraum Stuttgart. Die Angestellte hat zwar „keine Ahnung, warum es so oft uns trifft“, schließt jedoch nicht aus, dass es sich bei den Einbrechern auch um „ehemalige, frustrierte Mitarbeiter“ handeln könnte. Ob sich dieser Verdacht erhärtet, werden wohl die Ermittlungen der Polizei zeigen.

Bisher äußert sich die Polizei nur vage zur Einbruchsserie in Bäckereien. Zum aktuellen Zeitpunkt laufe das Ermittlungsverfahren noch, erklärt ein Polizeisprecher: „Wir haben noch keine brauchbaren Erkenntnisse vorzuweisen.“ Deshalb müsse man noch etwas Geduld aufbringen und auf konkrete Ergebnisse warten.




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