Eine 15-Jährige berichtet Bisher fahren wir mit dem Zug nach Karlsruhe

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Geshoppt wird in der Regel samstags oder in den Ferien. Kleingruppen kommen dank Baden-Württemberg-Ticket mit dem Zug billig nach Karlsruhe. Das Ticket gilt allerdings erst ab neun Uhr, so dass die Züge um diese Zeit oft voll mit Teenagern sind: im Einkaufs-Express nach Karlsruhe. Wenn man das Glück oder die Überredungskünste hatte, dass die Eltern mit dem Auto nach Karlsruhe gefahren sind, umgeht man die Schlange vor dem Gebäude, da man gleich zur Ladenöffnung um neun Uhr da sein kann.

Wer Zug fahren muss, könnte vor der Filiale eine lange Schlange antreffen. Primark in Karlsruhe ist nämlich schnell mal überfüllt. Man kommt dann nur rein, wenn jemand anders das Geschäft verlässt. Wer es also einmal in die Primark-Filiale geschafft hatte, sollte am besten drinbleiben. Damit nicht völliges Chaos ausbricht, bewachen böse dreinblickende Türsteher den Eingang.

Im Shopping-Paradies

Wenn man allerdings an denen vorbeigekommen ist, so ist man im Paradies. So sehen das zumindest die shoppingsüchtigen Mädchen. Für die meisten Mütter und Väter ist dieser Laden, der von der Größe und dem chemischen Geruch her eher einer großen Halle gleicht, jedoch ein Horror. Deshalb rate ich auch, sich mit Gleichgesinnten auf den Weg zu machen und nicht mit seinen Eltern.

Einmal drin, besorgt man sich erst einmal eine großes „Shoppingnetz“, in dem man in den nächsten Stunden seine gefühlten 50 „Schätze“ aufbewahren kann. Danach heißt die Devise: „So viel wie vorstellbar in möglichst kurzer Zeit“ – die üblichen Größen sind schnell ausverkauft, und warum sollte man etwas liegen lassen, wenn es nur ein paar Euro kostet? An der Kasse kann dann eigentlich niemand mehr sagen, wie viel und vor allem was er oder sie eingesteckt hat. Das liegt auch daran, dass Anprobieren bei Primark schier unmöglich ist: Entweder versucht man, sich in einer Ecke seine möglichen neuen Kleidungsstücke überzuziehen – was dann so ungefähr fünf Minuten lang klappt, ehe das leicht gestresste Personal vorbeikommt und anmerkt, dass das Anprobieren auf dem Gang nicht erlaubt ist. Zweite Option: Man stellt sich in die Schlange, nimmt dann aber in Kauf, dass man mindestens die nächste halbe Stunde mit Warten verbringt.

Wozu anprobieren?

Als Jugendlicher entscheidet man sich dann meistens dafür, die Teile einfach gar nicht anzuprobieren, da sie ja eh so billig sind und man deswegen auch mal etwas kaufen kann ohne zu wissen, ob es einem passt.

Letzter Schritt: Bezahlen. Auch wenn man beim Anprobieren wenigstens auf eine Warteschlange verzichten konnte, spätestens an der Kasse heißt es Anstehen. Das muss man sich so vorstellen, dass der Bereich vor den Kassen nie im Leben ausreicht. Stattdessen reiht sich die Warteschlange durch den ganzen Laden und immer wieder weisen Verkäufer einen darauf hin, dass das Anstehen zwischen den Regalen verboten ist.

Dennoch kann man dank der rund 20 Kassen relativ schnell seine Einkäufe bezahlen und auf dem Weg dorthin noch Accessoires, wie Tassen, Haarbürsten oder Poster einstecken. Die „Schätze“ werden dann in große, braune Papiertüten gesteckt und man kann nur hoffen, dass sie halten – wenigstens, bis man im Zug sitzt.

Ein Tag bei Primark endet also, wie er angefangen hat: Mit Dutzenden Gleichaltrigen im Zug, nur dass alle schwer bepackt sind. Bleibt zu hoffen, dass die „Eroberungen“ auch wirklich getragen werden.




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