Stuttgarter Familie erlebt Coronavirus in China „Wir gehen nur unter Leute, wenn es wirklich notwendig ist“

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Unterricht zu Hause, Fiebermessen am Eingang zum Wohnviertel: Wie sich der Alltag für eine Stuttgarter Familie in Peking seit dem Ausbruch des Coronavirus verändert hat.

Alle tragen Masken, alles wird desinfiziert: Das Gelände mit dem eingefrorenen See, auf dem die Stuttgarter Familie zu sehen ist, ist mittlerweile auch geschlossen. Auf ihrem Instagramkanal the_tberg_family kann man das Leben der vier verfolgen. Foto: the_TBERG_family/Instagram
Alle tragen Masken, alles wird desinfiziert: Das Gelände mit dem eingefrorenen See, auf dem die Stuttgarter Familie zu sehen ist, ist mittlerweile auch geschlossen. Auf ihrem Instagramkanal the_tberg_family kann man das Leben der vier verfolgen. Foto: the_TBERG_family/Instagram

Stuttgart/ Peking - Nina Trillenberg (40) lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern seit sechs Jahren in Peking. Die Straßen sind leer, die Restaurants geschlossen. Wie hat sich der Alltag verändert? Und warum will die Familie China nicht verlassen? Wir haben nachgefragt.

Frau Trillenberg, Sie leben seit sechs Jahren in Peking. Was hat sich seit dem Ausbruch des Coronavirus verändert?

Unser Alltag hat sich sehr verändert. Die Straßen sind wie leer gefegt, sehr viele Restaurants sind geschlossen und auch einige Geschäfte schließen. Die ganze Familie ist zu Hause.

Sie unterrichten Ihre beiden Kinder zu Hause?

Ja. Am Donnerstag haben wir die Nachricht bekommen, dass die Schule voraussichtlich bis Anfang März geschlossen bleibt. Es ist für uns alle eine neue Erfahrung und ehrlicherweise auch eine Herausforderung. Aber natürlich auch spannend.

Was unternehmen Sie? Sind die meisten Attraktionen nicht geschlossen?

Unsere Runden im Park werden leider seltener – einfach nur zur Sicherheit. Hier in unserem Wohnkomplex spielen die Kinder mit ihren Freunden. Momentan haben wir unglaublicherweise circa zehn Zentimeter Schnee. Das ist die perfekte Ablenkung. Zudem haben mit zwei weiteren Familien einen „Kochkreis“ gegründet, sodass jeden zweiten Abend bei jemand anderem gekocht wird.

Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es?

Draußen tragen alle Menschen Masken, wir natürlich auch. Am Eingang zu unserem Wohnkomplex und vor einigen Supermärkten wird Fieber gemessen. Zudem ist es im Moment nicht erlaubt, Besucher zu empfangen, die nicht in unserem Wohnkomplex wohnen. Es wird viel desinfiziert.

Haben Sie keine Angst?

Ein kleines bisschen vielleicht. Aber wir sind sehr vorsichtig und gehen nur unter Leute, wenn es wirklich notwendig ist, wie zum Beispiel zum Einkaufen von Lebensmitteln. Und dann natürlich mit Maske.

Wollen Sie China verlassen?

Zum jetzigen Zeitpunkt sagen wir klar: nein. Wir wissen natürlich nicht, wie es sich weiter entwickelt, aber Peking ist unser Zuhause. Die Gefahr sich auf dem Weg nach Deutschland anzustecken, ist auf jeden Fall höher, als wenn wir zu Hause bleiben.




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