Eine-Welt-Laden Leonberg Einer der ersten Shops im Ländle

Von Sandra Lohrmann 

Fast eine Woche lang locken Aktionen und Angebote. Ein Blick in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Helga Wiese (links) und Maria Zundel verkosten Kaffee und Schokolade Foto: factum/Bach
Helga Wiese (links) und Maria Zundel verkosten Kaffee und Schokolade Foto: factum/Bach

Leonberg - Kann man sich da nicht mit Lepra anstecken? Eine Frage, die Ursula Schneider in den frühen Anfängen des Eine-Welt-Laden oft gehört hat. Damals hieß er übrigens noch Dritte-Welt- Laden. Sie ist von der ersten Stunde an dabei. Eine Wohngruppe aus ehemaligen Leprakranken hat die Batiktaschen damals in Indien gefertigt. „Sie haben genug zu essen und wer genug zu essen hat, bekommt auch keine Lepra“, war die Antwort der toughen Frau.

Im Jahr 1978 wusste noch niemand, was hinter diesem besonderen Konzept steckt. Entsprechend misstrauisch war auch die Kundschaft. „Früher wurde bei jedem Produkt nachgefragt, wo kommt das her, was ist da drin, heute ist das nicht mehr so“, sagt das Gründungsmitglied. Wer hier einkauft, kennt die Hintergründe und vor allem die gute Qualität der Produkte. Bestseller sind übrigens der „Monte Leo“-Kaffee und „Leos Schokoladentraum“.

Kundensequenz geht zurück

Der Eine-Welt-Laden in Leonberg war übrigens einer der ersten Shops dieser Art überhaupt in Baden-Württemberg. Erst war der Weltladen in einer Parallelstraße zum Marktplatz zu finden, dann entschied man sich, mitten ins Geschehen zu ziehen. Laufkundschaft sollte so angezogen werden. Und das funktionierte zum Glück auch. Denn so lange, wie dieses Geschäft, haben nicht viele durchgehalten. „Aber in der letzten Zeit spüren wir sehr deutlich die geringe Kundenfrequenz hier am Marktplatz. Die Altstadt ist nicht mehr so attraktiv zum Einkaufen“, sagt die Geschäftsführerin Maria Zundel. Sie ist eine von 30 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die den Eine-Welt-Laden überhaupt erst möglich machen. Besonders stolz ist sie darauf, dass das Geschäft mithilfe der Ehrenamtlichen immer zu den üblichen Ladenzeiten geöffnet hat.

Früher musste der Weltladen über Mittag zwei Stunden geschlossen werden, weil die Leute fehlten. Heute ist das nicht mehr so. Verstärkung wird natürlich trotzdem immer gesucht. Vor allem für besondere Aktionen wie das 40-Jahr-Jubiläum fehlen meistens Helfer. Das langjährige Bestehen des Eine-Welt-Laden wird nämlich mit einem ganz besonderen Programm gefeiert.

Tolle Angebote noch bis Donnerstag

Noch bis zum Donnerstag locken viele spannende Angebote. Dann gibt es beispielsweise zehn Prozent Rabatt auf Schokolade, Schmuck und Gewürze, und jeden Tag steht ein anderes Produkt im Mittelpunkt. Und wer erst einmal in dem verspielten Laden mit seinen glänzenden Glasperlen, orientalischen Gewürzen und bunten Filzpüppchen gelandet ist, wird ihn so schnell auch nicht wieder verlassen. Ziel ist es übrigens nicht, Gewinne zu erwirtschaften. Gibt es dennoch mal ein Plus, fließt das Geld direkt in soziale Projekte.