Einigkeit in Ludwigsburg Trotz Sparzwang: Grünes Licht für das Marktplatzfest
Obwohl die Stadt Ludwigsburg einer Haushaltssperre unterliegt, kann das „Fest der Feste“ in der Barockstadt auch 2026 stattfinden. Diverse Hürden wurden beseitigt.
Obwohl die Stadt Ludwigsburg einer Haushaltssperre unterliegt, kann das „Fest der Feste“ in der Barockstadt auch 2026 stattfinden. Diverse Hürden wurden beseitigt.
Es war einmal ein Fest, das ausschließlich von den Vereinen der Stadt Ludwigsburg organisiert wurde. Doch die Zeiten sind vorbei. Den immensen Organisationsaufwand, die wachsenden Auflagen für Sicherheit und Hygiene und nicht zuletzt das finanzielle Risiko, wenn das Marktplatzfest, wie oft in der Vergangenheit, unter den Unbilden des Wetters zu leiden hat, können die Vereine heute nicht mehr alleine stemmen.
Schon im November letzten Jahres stand fest, dass die Stadt trotz leerer Kassen nicht nur mit einem Zuschuss von 60.000 Euro einspringt, sondern auch organisatorisch unterstützt. Mittlerweile wurde dazu ein Dachverein gegründet, der Marktplatzfestverein Ludwigsburg e. V. Der Erste Vorsitzende des Vereinsvorstands ist Mario Kreh, der auch Geschäftsführer von Tourismus und Events Ludwigsburg (TELB) ist. Und der konnte nun dem Wirtschaftsausschuss des Gemeinderats erste Erfolge präsentieren.
Die Anmeldefrist für einen Stand begann am 5. März, schon zum ersten Orgatreffen kamen 30 interessierte Vereine. Zum Vergleich: 2025 hatten 34 Vereine am Marktplatzfest teilgenommen. „Wir sind optimistisch, dass wir den Turnaround schaffen und uns stabil bei 40 Vereinsständen einpendeln“, sagte Kreh. 80 Stände wie früher werde man nicht mehr erreichen. Denn die Vereine hätten mit rückläufigen Mitgliederzahlen und Problemen, für ausscheidende Vorstände Nachfolger zu finden, zu kämpfen.
Die zweite gute Nachricht: Für Sponsoring brauche man etwa 15.000 Euro. „Und wir haben heute schon die Zusage für je 10.000 Euro in den kommenden drei Jahren. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das Fest nicht nur organisatorisch, sondern auch finanziell positiv gestalten und planen für dieses Jahr sogar mit einem kleinen Gewinn.“
Oberbürgermeister Matthias Knecht sagte, wenn das Wetter stimme, könnten die Vereine mit Einnahmen von etwa 2500 bis 5000 Euro rechnen, die sie beispielsweise in die Jugendarbeit investieren können. Allerdings dürfe es weder zu heiß noch zu nass oder zu stürmisch sein – was in den 50 Jahren, seit das Fest besteht, alles schon vorgekommen ist.
Und die erzielten Beträge seien tendenziell abnehmend. Deshalb komme der Attraktivität des Festes und dem Abbau bürokratischer Hemmnisse – Letzteres hatte Sebastian Haag von der FDP angemahnt – besondere Bedeutung zu.
Die anwesenden Stadträte äußerten samt und sonders ihre Freude über den Erhalt des Festes. „Es stand Spitz auf Knopf, aber es sieht so aus, als ob Sie es geschafft hätten, das Marktplatzfest zu retten“, sagte etwa Guido Passaro (CDU). Daniel O’Sullivan von der SPD erinnerte an die Auflage des Gemeinderats, die Finanzierungslücke bis zum 10. März zu schließen, um der Finanzspritze der Stadt zustimmen zu können. „Das ist gelungen“, lobte er. Gerade in Zeiten etlicher Veranstaltungsabsagen – so finden aus finanziellen Gründen der Pferdemarkt und die Venezianische Messe nicht mehr jedes Jahr, sondern zeitlich versetzt nur noch alle zwei Jahre statt – sei das Marktplatzfest wichtig.
Was die Bühnen für die Musiker angeht, sagte Kreh, werde man das Konzept der räumlichen Verteilung beibehalten – eine auf dem Marktplatz, eine auf dem Rathausplatz, eine in der Wilhelmstraße. So soll jeder etwas für seinen persönlichen Geschmack finden, ohne dass sich andere Klänge störend dazwischen mischen. An dem Namen Marktplatzfest solle dennoch nicht gerüttelt werden. „Das ist eine Marke“, betonte er. Und auch an der Preisstruktur werde nichts geändert.