Das Angebot in der Markthalle wird größer: Zwei neue Anbieter sind Foto: Lichtgut / Ferdinando Iannone
Das Angebot in der Stuttgarter Markthalle wächst: Der Märktechef Thomas Lehmann kann zwei neue Händler mit starkem Akzent auf regionalen Bio-Produkten präsentieren. Die neuen Händler sind keine Unbekannten.
Heidemarie A. Hechtel
19.04.2025 - 06:00 Uhr
Gute Neuigkeiten aus der Markthalle: Das Angebot wird wieder deutlicher auf regionale Erzeugnisse ausgerichtet und bekommt obendrein einen starken Akzent auf Bio-Produkte. Dafür stehen zwei neue Beschicker: Ein Obst- und Gemüsehändler aus der Region und die Bio-Musterregion Hohenlohe in Verbindung mit der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall.
Gerade mal ein Vierteljahr, nachdem die Betreiberin eines Obst- und Gemüsestandes aufgegeben hat, und die als reine Übergangslösung gedachte Gestaltung des verwaisten Standes für Gerüchte und Gemurre bei Händlern und Kunden gesorgt hatte, kann Thomas Lehmann, Geschäftsführer von Märkte Stuttgart, für diesen Stand einen Nachfolger präsentieren. Einen Händler aus der Region, der allerdings seinen Namen noch nicht veröffentlicht haben will, weil er erst noch für seine Kunden in der Region den Fortbestand seines dortigen Ladens ordnen und sichern wolle. Bisher nur so viel: Er werde den Stand in der Markthalle mit seinem Sohn betreiben und unter dem Firmennamen „Biotheke“ vorwiegend Obst und Gemüse aus biologischem Anbau in der Region, ergänzt mit anderen Bioprodukten, anbieten. Er wolle so bald wie möglich, auf jeden Fall aber im Juni, starten. Doch erst einmal muss der Stand mit einem neuen Boden versehen und eingerichtet werden. Die befremdlichen Motorroller und die Pflanzen, so Lehmann, seien schon abgeräumt.
Kunden haben sich mehr Obst und Gemüse gewünscht
Mit dem neuen Stand könne er, sagt Lehmann voller Freude, einen vielfach geäußerten Wunsch der Kunden erfüllen, die immer öfter moniert haben, dass es in der Markthalle nicht mehr genügend regionale Produkte gebe. Sie hätten auch vielfach dafür plädiert, dass hier neben dem Obst- und Gemüsestand der Familie Ragoßnig wieder ein zweiter Stand mit diesem Angebot etabliert werde. Auch Heribert Ragoßnig, der Seniorchef, habe den neuen Nachbarn vis-à-vis und dessen Schwerpunkt auf Bio sehr begrüßt. Er selbst könne diese Sparte aus Platzmangel gar nicht in der nötigen Breite anbieten, habe er im Gespräch mit Lehmann geäußert.
Erst recht verstärkt wird der Akzent auf regional und bio durch den zweiten Neuzugang, die Bio-Musterregion Hohenlohe in Verbindung mit der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall. Die betreibt bekanntlich seit langem der Markthalle eine renommierte und gut frequentierte Metzgerei. Als er, so Lehmann, überraschend die Kündigung der Albmetzgerei Failenschmid aus gesundheitlichen Gründen zum 1. Mai erhalten habe, sei er glücklich gewesen, in diesem Adressaten einen Nachfolger zu finden. Der Übergang werde nahtlos sein.
Rudolf Bühler ist Gründer und Vorstandsvorsitzende der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. Deren Produkte werden bald in der Markthalle angeboten. Foto: Regine Warth
Damit leuchten bald die Hohenloher Bio-Sterne in der Markthalle. Denn die Bio-Musterregion Hohenlohe, vertreten hier durch die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall und Dorfkäserei Geifertshofen als Mieter, wird an diesem Stand alles anbieten, was als besondere regionale Bioprodukte ausgezeichnet wurde und unter der Bezeichnung „Hohenloher Bio-Sterne“ glänzt. „Das sind 25 Spezialitäten“, macht Rudolf Bühler, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft, den Mund wässrig: „Vom Käse aus Heumilch vom Weiderind, ganz köstlich, über das Bio-Eis, auch aus Heumilch, bis zu Honig, Säften, Gebäck, Destillaten und Wein.“ Bühler sagt dazu: „Damit treffen wir den Zeitgeist von Bio und Nachhaltigkeit, und für die Stadt-Land-Partnerschaft ist es eine Win-win-Situation.“
In Sachen Wild und Geflügel werden Gespräche geführt
Nicht anders sieht es Thomas Lehmann: „Wir freuen uns sehr über diese neuen Markthändler und wünschen den größtmöglichen Erfolg.“ Bleibt noch eine Lücke: Wild und Geflügel, die nach dem Tod des ausgewiesenen Experten Gunter Ludwig lange Zeit gar nicht mehr und in letzter Zeit nur von Donnerstag bis Samstag zum Sortiment gehören. Lehmann muss noch etwas vertrösten: „Nach Ostern stehen Gespräche mit zwei Kandidaten an.“