Auch Thomas Benedetti, Geschäftsführer der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filiale an der unteren Königstraße, frohlockt an Tag zwei der neu gewonnen Ladenöffnung: „Wir sind total glücklich.“ Auch das Handicap Click and Meet, die Anmeldung zum Einkaufen, steckt er mit einem Lächeln weg. „Wissen Sie was?“, sagt er, „das Allerwichtigste ist doch, dass wir wieder da sind.“ Damit meint er nicht nur beide Kaufhof-Filialen in Stuttgart, sondern die gesamte Handelslandschaft.
Schneller Zugang bei Kaufhof
Mit Genugtuung registriert Thomas Benedetti wie nach und nach die Läden wie aus einem Winterschlaf erwachen. „Sowohl die Händler und Kunden müssen sich in den kommenden Tagen wieder auf die neue Situation einstellen“, sagt er, „das Ganze muss sich erst einmal herumsprechen.“ Dann, so glaubt der Kaufmann, wird sich die Sache auch wirtschaftlich für den Einzelhandel positiv darstellen. „Denn diejenigen, die jetzt kommen, wollen nicht nur schauen, sondern kaufen.“
Damit die Kunden möglichst reibungslos und schnell in die Läden kommen, versucht der Handel die Hürden so niedrig wie möglich zu gestalten. Ähnlich wie bei Breuninger kann man sich auch bei Kaufhof am Haupteingang mit Unterstützung von Angestellten zügig registrieren. „Aber wir haben auch die Alternative, sich online oder telefonisch anzumelden“, erklärt Benedetti. Wer dies nutze, könne über eine sogenannte Fast-Lane ruckzuck ins Haus und längstens bis zu 240 Minuten einkaufen.
Mit gemischten Gefühlen blickt Dirk Keuthen, der neue Center-Manager vom Einkaufscenter Milaneo, auf das Einkaufen nach Anmeldung: „Wir hätten uns weitreichendere Lockerungen gewünscht, die es allen Händlern möglich machen, schneller und gemeinsam wiederzueröffnen und das geringe Infektionsrisiko im Handel noch stärker zu berücksichtigen. Click and Meet ist kein adäquater Ersatz für die Händler für eine reguläre Wiedereröffnung der Geschäfte.“ Gleichwohl begrüßt er den ersten Schritt zur Normalität. Im Milaneo sind Stand Dienstag 44 Geschäfte offen, die Click and Meet anbieten. 16 weitere der insgesamt 200 Shops hatten schon vorher geöffnet. „Es ist absehbar, dass noch zahlreiche Geschäfte hinzukommen werden“, sagt der Nachfolger von Andrea Poul, die nun ein ECE-Center in Frankfurt/Main leitet. Keuthen weist zudem daraufhin, dass man Termine direkt mit den jeweiligen Läden vereinbaren müsse. Für die Zukunft hofft der Centermanager jedoch auf die Aufhebung aller Beschränkungen: „Für den 22. März wünschen wir uns weitere Öffnungsschritte für den Handel, die das geringe Infektionsrisiko berücksichtigen und weitere Faktoren neben der Fokussierung auf den Inzidenzwert in Betracht ziehen.“
Pfiffiger Boutique-Besitzer
Da würde Winni Klenk, Inhaber der Nobelboutique Abseits auf dem Kleinen Schlossplatz, nicht Nein sagen, aber er ist schon mit dem Status quo „total happy“. „Click and Meet ist doch besser als nix!“, sagt er, „für meine Stammkunden ist es in der Regel kein Problem, einen Termin zu vereinbaren. Aber man kann freilich auch spontan kommen und einkaufen, wenn es die aktuelle Lage möglich macht.“ Pfiffig, wie Klenk schon immer war, will er seinen Kunden das größtmögliche Gefühl an Sicherheit geben. Aus diesem Grund hat er sich mit 300 Coronaschnelltests eingedeckt: „Das muss keiner machen, das ist eine freiwillige Leistung von uns.“ Damit nicht genug: „Um das Ganze noch sicherer und einfacher zu machen, werden wir bald mit der Luca-App arbeiten“, kündigt Klenk an. Dann könnte Click and Meet für ihn und seine Kunden kaum noch ein größeres Problem darstellen.