Die Betreiber des Demeter-Standes auf dem Sillenbucher Wochenmarkt haben nach Jahren gekündigt. Die Grünen im Bezirksbeirat halten Bio-Gemüse für unverzichtbar – und erklären die Suche nach Ersatz zur städtischen Aufgabe.

Seit dem Spätsommer ist auf dem Sillenbucher Wochenmarkt eine Lücke. Der Platz, wo jahrelang immer freitags eine Bude mit Obst und Gemüse in Demeter-Qualität stand, ist leer. Die Grünen-Fraktion im Bezirksbeirat will wissen, was da los ist – und hat die Suche nach einem Nachfolger zur städtischen Aufgabe erklärt.

„Welche Bemühungen unternimmt die Stadtverwaltung, um einen Nachfolger zu gewinnen?“, wollen die Lokalpolitiker in einer Anfrage wissen, die in der jüngsten Gremien-Sitzung ins Rathaus weitergeleitet wurde. Obwohl es im Stadtteil auch zwei Bio-Supermärkte gibt, heißt es im Schreiben: „Ein Stand für Bio-Gemüse ist für Sillenbuch unverzichtbar. Von daher sollte auf jeden Fall eine Nachfolgeregelung gefunden werden.“

Deshalb fehlt der Demeter-Marktstand

Der Grund für das Markt-Aus ist banal: Die Betreiber, die Eheleute Klingler aus Waiblingen, haben gekündigt. „Da ist nichts schlecht gelaufen“, sagt Andrea Klingler am Telefon. „Es war uns einfach zu viel.“ Die Klinglers verkaufen ihre Demeter-Waren auch auf den Wochenmärkten in Esslingen und Bad Cannstatt, insgesamt viermal die Woche. Jetzt, jenseits der 60 Jahre, sei die Belastung zu hoch gewesen. Andrea Klingler erklärt: Am Freitag seien sie und ihr Mann erst gegen 19 Uhr aus Sillenbuch heimgekommen, und am Samstag hätten sie um 4 Uhr wieder aufstehen müssen. Das sei auf Dauer zu anstrengend, daher der Abschied. „Uns hat es auch leidgetan“, sagt sie.

Für Ersatz ist nicht die Stadtverwaltung zuständig, sondern die Tochtergesellschaft Märkte Stuttgart GmbH. „Wir sind auf jeden Fall auf der Suche und hoffen, dass sich bald etwas tut“, sagt Lillia Judt. Einen Interessenten habe es gegeben, der sei aber kurzfristig abgesprungen. Einen reinen Bio-Stand zu finden, sei schwer. „Eigenerzeuger kann man nicht einfach aus dem Ärmel schütteln.“