Einkaufen in Stuttgart-Sonnenberg Nahversorgung bleibt ein drängendes Thema

Klaus Neubarth vom Sonnenberg-Verein ist frustriert – nach fünf Jahren Leerstand stehen die Gebäude an der Laustraße wieder zum Verkauf. Foto: Caroline Holowiecki

Während sich die Ehrenamtlichen des Sonnenberg-Vereins über den funktionierenden Bonus-Mikromarkt und den baldigen Umzug der Bäckerei freuen, bleibt ein großes Sorgenkind bestehen.

Große „Zu verkaufen“-Schilder hängen in den Fenstern. Vielen Passanten werden sie wohl gar nicht auffallen, schon so lang brennt hier kein Licht mehr. Klaus Neubarth jedoch sieht die Schilder durchaus. Und sie lösen beim Vorsitzenden des Sonnenberg-Vereins Frust aus. Das Gebäudeensemble Laustraße 16 bis 20 ist wieder auf dem Markt. Aktuell gehört es noch der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH. Zu den Gründen für den Verkauf ist wenig zu erfahren. „Trotz der guten Lage in einem beliebten Stadtteil Stuttgarts haben wir uns aus geschäftsstrategischen Gründen entschlossen, in Verkaufsgespräche für die beiden Grundstücke einzutreten“, heißt es lediglich. Für Sonnenberg und den Verein bedeutet das: Nach fünf Jahren Leerstand geht alles wieder zurück auf null. „Das ist ein Schlag ins Kontor“, sagt Klaus Neubarth.

 

Die Menschen wünschen sich ein identitätsstiftendes Erscheinungsbild

An der Laustraße in Sonnenberg liegt so manches im Argen. Seit geraumer Zeit. „Das Thema Infrastruktur ist das Thema, das uns am meisten umtreibt“, sagt Klaus Neubarth. Es geht um die Nahversorgung im Möhringer Ortsteil. Früher gab es an der Durchfahrtsstraße „S’Lädle“ im Haus, das nun wieder zum Verkauf steht, eine Apotheke, einen Frisörsalon, einen Kiosk und mehr. Zwischenzeitlich war nur die Bäckerei übrig. Für das an zentraler Stelle leer stehende Ensemble 16 bis 20 hatte der Sonnenberg-Verein erst im Januar eine Befragung in der Bürgerschaft gestartet. Ergebnis: Die Menschen im Ort wünschen sich ein identitätsstiftendes Erscheinungsbild der aktuell wenig ansehnlichen Gebäude, wieder eine Post, einen Kiosk und eine Apotheke, und auch Begegnungsmöglichkeiten auf der Gewerbefläche, die laut Bebauungsplan erhalten bleiben muss, können sie sich vorstellen. „Wir waren von Anfang mit dem Eigentümer in Kontakt und haben gesagt, dass wir wollen, dass dort was Schönes hinkommt“, sagt Klaus Neubarth. Er berichtet von guten Gesprächen, auch der OB Frank Nopper sei involviert gewesen. Was nun draus wird: unklar.

Aber es gibt auch positive Entwicklungen. Der Bonus-Mikromarkt, der Ende 2023 in den ehemaligen Räumen der BW-Bank eröffnet hat, wird laut Klaus Neubarth gut angenommen. „Er schreibt eine schwarze Null.“ Trotz des sehr beschränken Platzes könne das Geschäft um die 2000 Artikel bieten. „Für mich ist es jetzt schon Kult“, sagt er. Nun will sich der Sonnenberg-Verein für mehr Sichtbarkeit für den Mini-Bonus einsetzen, denn in der Tat fällt beim Vorbeifahren kaum auf, dass es hier ein Geschäft gibt. Idee: Der Bonus soll das alte „S’Lädle“-Schild bekommen.

Perspektiven für ein Café-Angebot

Außerdem schreitet der Neubau an der Stadtbahn-Haltestelle voran. Laut Klaus Neubarth soll im Oktober alles fertig sein. Zwei Ladeneinheiten werde es im Gebäude geben, eine sei bereits vergeben: Die Bäckerei Schrade werden vom aktuellen Standort dorthin umziehen und damit größere, modernere und besser gelegene Räumlichkeiten erhalten. „Hierdurch ergeben sich für den Sonnenberg auch neue Perspektiven für ein Café-Angebot“, hat der Verein bereits in seinem neuesten Newsletter öffentlich gemacht. „Das finden wir super“, sagt Klaus Neubarth. Die zweite Gewerbefläche ist nach seinen Informationen noch nicht vergeben. Was sich der Verein wünscht, ist klar: am liebsten wieder einen Kiosk mit Postagentur. So wie früher.

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