Einkaufen ohne Verpackung Unverpackt-Laden sucht einen Namen

Einkaufen, ohne Verpackungsmüll zu produzieren, das ist die Idee hinter den Unverpackt-Läden wie dem in Nürtingen. Foto: Roberto Bulgrin
Einkaufen, ohne Verpackungsmüll zu produzieren, das ist die Idee hinter den Unverpackt-Läden wie dem in Nürtingen. Foto: Roberto Bulgrin

Eine Gruppe Ehrenamtlicher ist dabei, eine Genossenschaft für einen neuen Unverpackt-Laden in Filderstadt zu gründen. Bei mehreren Punkten sind die Engagierten noch auf die Hilfe möglichst vieler Bürger angewiesen.

Filderzeitung: Judith A. Sägesser (ana)

Filderstadt - Nächsten Sommer soll es so weit sein. Dann sollen die Menschen in Filderstadt einen Laden haben, in dem sie ihre Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs ohne Verpackung einkaufen können. Bereits vor einigen Monaten hatte sich eine Gruppe gebildet, die eben dieses Ziel verfolgt – bisher machen die rund 20 Leute aus Filderstadt alles komplett ehrenamtlich.

Was zunächst als Idee aufgekommen ist, ist inzwischen einen guten Schritt weiter. Die Gruppe möchte eine Genossenschaft gründen und hätte dies auch schon getan – wäre nicht Corona. Denn die Pandemie erlaubt es aktuell nicht, dass sich eine größere Gruppe an Menschen trifft, doch eben dies sei nötig, um eine Genossenschaft zu gründen, berichtet Marlene Pulgar aus Filderstadt-Bernhausen. Sie ist für die Öffentlichkeitsarbeit für den neuen Unverpackt-Laden zuständig.

Sobald die Corona-Regeln es zulassen, soll endlich eine solche Gründungssitzung einberufen werden – zu der dann bestenfalls auch viele Bürger kommen dürfen, um gleich Genossenschaftsanteile zu zeichnen und dem Laden damit finanziell auf die Beine helfen. Einen Anteil gibt es für 50 Euro, die Grenze nach oben hin sei offen, erklärt Pulgar.

Dass sich genügend Menschen finden, die Teil der Genossenschaft werden, haben die Laden-Gründer bereits mit einer Umfrage in der Bevölkerung herausgefunden. Das sei letztlich auch ausschlaggebend gewesen, um eine Zusage von der Bank zu bekommen.

Ein emotionaler Rufname

Doch so weit die Pläne für den Laden bereits gediehen sind in den zurückliegenden Monaten, so gibt es doch noch ein paar offene Punkte. Wichtige Punkte. Noch fehlt zum Beispiel ein Name für den Laden, von dem bisher nur klar ist, dass er im Untertitel „Filder-UNVERPACKT“ heißen soll. Der Rufname soll ein anderer sein, „etwas Emotionales“, sagt Pulgar. Deshalb hat die Gruppe einen öffentlichen Aufruf gestartet, der noch bis zum 15. Dezember läuft. Bis dahin kann man Ideen an die Gruppe schicken. Mehr als 100 Vorschläge seien inzwischen eingegangen, sagt Pulgar. Darunter auch welche, die das Zeug haben, es aufs Ladenlogo zu schaffen. „Da sind schon einige wirklich gute dabei“, sagt Pulgar. Welche das sind, das verrät sie nicht.

Noch hat der Laden zudem keine Räume, zumindest keine, die passgenau wären. Eine Zusage gebe es bereits für eine Fläche an der Einkaufsstraße in Plattenhardt. „Die ist aber stark renovierungsbedürftig“, erzählt Marlene Pulgar. Heißt, es müsste zunächst kräftig renoviert und umgebaut werden. Das sei ein Kostenfaktor. Weshalb er trotzdem in der engeren Auswahl bleibt: „Die Miete ist recht niedrig“, sagt sie. Noch hoffe man aber auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung oder von Vermietern. Gesucht werde eine Fläche, die mindestens 120 bis 150 Quadratmeter groß sei. Wichtig sei, dass sich die Lagerräume auf demselben Stockwerk befänden; Unverpackt-Läden würden ihre Waren in 25-Kilogramm-Säcken beziehen, und dafür sei es nötig, dass man sie nah am Laden lagern könne.

Enge Kooperation mit „Glas & Beutel“ in Nürtingen

Bei den Lieferanten will sich der Genossenschaftsladen in spe eng mit dem Nürtinger Unverpackt-Laden „Glas & Beutel“ zusammentun. Mit den Verantwortlichen dort hat das Filderstädter Aufbau-Team ohnehin eng zusammengearbeitet, berichtet Pulgar. „Die haben uns wahnsinnig geholfen.“

Der neue Unverpackt-Laden soll von montags bis samstags geöffnet haben, die genauen Zeiten stehen noch nicht fest, denn das hänge auch mit der Zahl an Mitarbeitern zusammen, die noch nicht fix sei. Klar sei, dass es eine Vollzeit-Stelle und eine 450-Euro-Hilfe geben müsse, den Rest sollen Ehrenamtliche abdecken, so der Plan. „Wir sind dann auf Mithilfe angewiesen“, sagt Pulgar. Und es hätten sich auch schon einige Interessierte gemeldet. Insgesamt sei der Unverpackt-Laden schon jetzt ein Projekt aus der Filderstädter Bevölkerung. Die Idee dafür sei aus der Bürgerschaft heraus entstanden. „Wir haben sehr idealistische Ziele“, sagt sie. „Wir wollen alle die Welt ein bisschen besser machen.“

Hintergrund

Namensideen
Der für Filderstadt geplante Unverpackt-Laden sucht noch einen Namen. Wer hierzu Vorschläge machen möchte, kann seine Ideen noch bis zum 15. Dezember in den Ring werfen. Der Namen sollte das Wesen eines Unverpackt-Ladens treffen, aber auch mit der Filderebene zu tun haben. Vorschläge für einen Namen werden am besten per E-Mail eingereicht. Diese gehen dann an die Adresse kontakt@filder-unverpackt.de.

Informationen Das ehrenamtliche Team aus Filderstädtern, das sich aktuell mit dem Aufbau des Unverpackt-Ladens beschäftigt, hat inzwischen auch eine Internetseite. Diese ist zu finden unter www.filder-unverpackt.de. Es gibt zudem eine eigene Facebook-Gruppe namens Filder-Unverpackt. Über beide Kanäle informieren die Beteiligten regelmäßig über den neuesten Stand der Dinge.




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