In alle Einkaufsstockwerke wird später Tageslicht fallen. Deshalb gibt es neben den Deckenöffnungen für die Rolltreppen auch riesige Lichthöfe. Sie werden später auch großzügige Durchblicke von Ebene zu Ebene erlauben.
Die Ware wird über die Logistikaufzüge verladen
Bevor es damit losgeht, muss das Agnes aber fertig werden. Der Centermanager zeigt den aktuellen Baufortschritt. Der Rohbau zwischen Bleich- und Mörikestraße steht. Im Inneren geht es zügig voran. Die knallroten Rohre der Sprinkleranlage hängen unter den Decken, überall stehen die Arbeiter auf Hubwagen, schweißen und verschrauben Wasserrohre, Kabelpritschen und was sonst noch alles unter den Betondecken hängt. Die Lüftung ist auch schon drin. Hier und dort stehen schon Trennwände zwischen den einzelnen Ladenflächen, an anderen Stellen werden sie noch festgeschraubt.
Ein Blick in die große Anlieferungshalle: Der Stoff, aus dem der Umsatz ist, kommt im Untergeschoss an, witterungsgeschützt und unsichtbar. Von der Vorderen Karlstraße aus geht es über eine Betonrampe mit Rampenheizung hinunter, damit die Laster im Winter nicht runterschlittern, sondern rollen. Vom Lastwagen wird die Ware in die Logistikaufzüge verladen und dann im Haus verteilt.
Die 700 Parkplätze sind rund um die Uhr zugänglich
Sieben Ebenen gibt es im neuen Agnes, drei für den Handel, darüber vier großzügige und ebenfalls recht helle Parkdecks für die Autos. Knapp 700 Parkplätze bietet das Agnes. Sie sind rund um die Uhr erreichbar. Alle Ebenen sind mit Aufzügen und den zwölf schon eingebauten und bisher noch schneeweiß in der grauen Beton-Umgebung leuchtenden Rolltreppen verbunden. Die Treppen stehen noch still, wann sie anlaufen, vermag Trender derzeit nicht zu sagen. Zu ungewiss sind die Zeiten, auch und besonders für die Handelsbranche.
Immerhin: Die Fassade wird in diesem Jahr fertig, das Gerüst kommt weg, erklärt Trender. Er hat in Hamburg, Sindelfingen und Stuttgart Einkaufszentren geleitet oder umgebaut und mit Erfolg in den Markt gebracht. „Die Anforderungen sind häufig die selben“, sagt der erfahrene Centermanager. Und doch ist es jetzt in Göppingen mit dem Agnes anders.
Es fällt im Moment schwer, an die Eröffnung zu denken
Ja, es gibt eine längere, wechselvolle Vorgeschichte um das Projekt, aber es gibt vor allem dieses vermaledeite Virus, das auch den stationären Einzelhandel hart trifft. Deutschlands Innenstädte sind – von Edeka, Aldi und Lidl und ein paar Drogeriemärkten abgesehen – bis auf weiteres geschlossen. An die glanzvolle Eröffnung eines neuen Einkaufszentrums mit rund sechs Dutzend Läden in der Göppinger Innenstadt zu denken, fällt da im Moment schwer. Trender aber nicht, dafür ist er ein viel zu begeisterter Shopping-Mall-Manager und nicht nur beruflich Optimist. Außerdem ist er sehr beschäftigt. Corona fordert auch von ihm Sonderschichten. Potenzielle Mieter der Ladenflächen agieren in Coronazeiten anders. Trotzdem ist er guter Dinge, viele Mieter stehen schon fest. In jeder Ebene ist ein „Ankermieter“ geplant, der für Kundenfrequenz sorgen soll, drumherum siedelt Trender dazu passende Einzelhändler an.
Im Untergeschoss ist Aldi der „Ankermieter“, dazu passt ein Bäckerladen. Rund 23 000 Quadratmeter Verkaufsflächen hat das Agnes zu bieten, die kleinste Einheit ist zehn Quadratmeter groß und liegt im Erdgeschoss. „Dort kommt was Süßes rein“, verrät Trender, mit den Namen der Mieter hält er sich zurück. Und doch, am Nachmittag hat er wieder ein Gespräch, mit einer Existenzgründerin aus der Region, die mit ihrem neuen Laden ins Agnes will. „Nicht die erste aus der Region“, sagt Trender, seine Augen leuchten, er lächelt und denkt an sein mit vielen Geschäften und bunten Angeboten aus der weiten Welt und aus der Region gefülltes Einkaufszentrum.
„Das Agnes wird für viele Menschen ein wichtiger Treffpunkt im Herzen der Stadt Göppingen werden“, hat er am Anfang des Rundgangs gesagt, und wenn Trender erzählt, was alles kommt und was er so alles vorhat, kann man sich gut vorstellen, was er meint. Übrigens: Boden unter die Füße bekommen er und seine Mieter schon in den nächsten Tagen. Die Estrichleger rücken an.